Merlezeichnung beim Hund - Genetik, Aussehen & Risiken
Die Merlezeichnung beim Hund ist eine besondere Fellzeichnung, bei der die Grundfarbe
partiell aufgehellt wird. Das Ergebnis ist ein unregelmäßiges, marmoriertes Muster,
das bei vielen Hunderassen sehr beliebt ist - genetisch jedoch besondere Aufmerksamkeit erfordert.
🧬 Genetische Grundlage der Merlezeichnung (M-Locus)
Ob ein Hund eine Merlezeichnung trägt oder nicht, wird durch den sogenannten
M-Locus bestimmt. Das Merle-Gen sorgt für eine zufällige Aufhellung der Grundfarbe.
Bei schwarzer Grundfarbe entstehen dabei graublaue bis silberne Flächen, kombiniert mit
unaufgehellten schwarzen Arealen.
Wichtig: Die Verteilung der hellen und dunklen Bereiche ist nicht vorhersehbar.
Jeder Merle-Hund ist optisch ein Unikat. Zusätzlich beeinflussen sogenannte
Modifizierer-Gene die Intensität des Musters.
M = Merlezeichnung (unvollständig dominant)
m = keine Merlezeichnung
🧠 Genotypen und ihre Bedeutung
- Mm (heterozygot) - typischer Merlehund mit sichtbarer Merlezeichnung
- mm - normalfarbig, keine Merlezeichnung
Ein Hund mit dem Genotyp Mm zeigt das bekannte Merlemuster. Hunde mit
mm sind vollständig normalfarbig.
🐕 Typische Hunderassen mit Merlezeichnung
Die Merlezeichnung kommt natürlicherweise bei mehreren Rassen vor, unter anderem:
- Australian Shepherd
- Border Collie
- Collie
- Shetland Sheepdog (Sheltie)
- Beauceron
- Bergamasker
- Deutsche Dogge
- Dunker
- Berger des Pyrénées
- Catahoula Leopard Dog
- Welsh Corgi Cardigan
- Mudi
- Teckel
🎨 Variationen der Merlezeichnung
Die Merlezeichnung kann sowohl im Aufhellungsgrad als auch im
Muster stark variieren:
- helles Silber bis dunkler Schieferton
- wenige kleine Flecken oder großflächige Aufhellungen
- teilweise kaum als Merle erkennbar („cryptic merle“)


🤎 Merle auf brauner Grundfarbe (Red Merle)
Merle tritt auch auf browner Grundfarbe auf. In diesem Fall erscheinen die
aufgehellten Bereiche oft cremefarben, während die dunklen Flecken schokoladenbraun sind.


⚠️ Double Merle (MM) - schwere gesundheitliche Risiken
Double Merles besitzen den Genotyp MM. Ihnen fehlt ein Großteil der Pigmentierung,
was zu nahezu weißem Fell führt.
Diese Hunde leiden häufig unter:
- Taubheit
- Blindheit oder stark eingeschränktem Sehvermögen
- Augenmissbildungen
- weiteren schweren Organproblemen
Die Verpaarung zweier Merle-Hunde ist in Deutschland verboten
(Tierschutzgesetz), da sie wissentlich gesundheitlich geschädigte Welpen hervorbringen kann.
Leider entstehen Double Merles immer wieder durch Unwissenheit. Weiße Welpen werden
teilweise fälschlich als „seltene Farbe“ angeboten, obwohl die gesundheitlichen Schäden
oft erst später sichtbar werden.
📚 Weiterführende Informationen zur Merle-Vererbung
Wer sich noch intensiver mit der genetischen Vererbung der Merlefarbe,
Hintergründen zur Zucht sowie möglichen Risiken beschäftigen möchte, findet einen
sehr ausführlichen und fachlich fundierten Artikel hier:
👉
Vererbung von Merle - ausführlicher Fachartikel auf aussie.de
Der Artikel geht detailliert auf genetische Zusammenhänge, Zuchtproblematik und
gesundheitliche Aspekte ein und eignet sich besonders für Züchter und interessierte
Hundehalter.









