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Angsthund

Dieses Thema im Forum "Hunde Verhalten & Erziehung" wurde erstellt von Sophia126, 24. Januar 2018.

  1. Sophia126

    Sophia126

    Neues Mitglied
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    Hallo zusammen,

    ich habe seit fast 3 Monaten einen 5 1/2 Monate alten Border Collie (Rüde). Er ist bei der Züchterin eher auf dem Land "aufgewachsen" und wohnt jetzt mit mir in einer kleinen Stadt.
    Leider ist mein kleiner Schatz sehr ängstlich. Das bedeutet er hat vor allem Angst, was er noch nicht kennt (fremde Menschen, Autos, laute Geräusche etc.).
    Das macht jeden Spaziergang für uns eher zu einer Herausforderung, da er extrem an der Leine zieht und nicht mehr höhrt, da er abgelenkt ist und Angst hat. Ich verusche immer stets entspannt zubleiben und ihm Sichheit zugeben zum BeiSpiel in dem ich mich vor ihn stelle, wenn etwas "angstmachendes" passiert damit ich ihm verdeutliche, dass ich den Gegenstand oder den Mensch auch wahrgenommen habe.

    Zuhause ist er wie eine anderer Hund. Er freut sich, hört sehr gut, schläft entspannt und spielt sehr viel mit uns.

    Habt ihr vielleicht ein paar Tips für mich? Ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

    Viele Grüße
    Sophie
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Januar 2018
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  3. Rolf

    Rolf

    Border Collie & Aussiefan
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    Lass den kleinen Racker erstmal gut bei Dir ankommen. Das er erstmal sich einleben und eine gute Bindung zu Dir aufbauen kann.

    Kurze Spaziergänge/Gassirunden wären am Anfang gut in möglichst reizarmer Umgebung. Neue Reize können nach und nach dazu kommen.

    Wenn eine für Deinen Hund angsterzeugende Situation entsteht, bleib völlig normal, so wie immer. Wenn Du auf Deinen Hund eingehst und ihn zu beruhigen versuchst, ist das eine Bestätigung für Deine Fellnase und wird das ängstliche Verhalten in den entsprechenden Situationen nicht ablegen.

    Vielleicht besteht die Möglichkeit, einen Hundeplatz aufzusuchen mit möglichst einer guten Hundetrainerin bzw. Hundetrainer. So kommt Deine Fellnase mit Artgenossen zusammen und Du hättest kompetente Hilfe und einen Erfahrungsaustausch mit den anderen Hundebesitzern.

    Wenn mir noch was einfällt, melde ich mich hier wieder. Wünsche viel Erfolg.
     
  4. Sophia126

    Sophia126

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    Hi Rolf,

    danke für deine schnelle Rückmeldung. Das mit dem Hundeplatz ist eine gute Idee. Ich werde gucken, dass ich einen finde.

    Viele grüße
     
  5. Rolf

    Rolf

    Border Collie & Aussiefan
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    Sehr gern, Sophia. Ich hatte auch einen Border Collie, der zwar völlig angstfrei war, jedoch allen möglichen Reizen gleichzeitig nachgehen wollte. Auch er war nicht leinenführig und nur abgelenkt. Drinnen war er total toll, so ähnlich, wie Du es von Deiner Fellnase beschrieben hast. Bei mir war zunächst die Welpenstunde auf dem Hundeplatz eine gute Entscheidung, später dann bei den grossen Hunden. Dank einer sehr guten Hundetrainerin stellten sich schnell erste Erfolge ein.
     
  6. Scanny

    Scanny

    Sehr aktives Mitglied
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    Ich würde fürs normale Gassi immer die gleiche kurze Runde nehmen.
    Struktur sorgt für Sicherheit. Für größere Runden, die ja auch sein müssen, mit Auto oder Fahrradkörbchen (mit 5 Monaten passt er vielleicht noch rein?) - welches Sicherheit bietet, in reizarme Gegenden fahren. (ohne viele Autos/Menschen, ...)

    2-3 mal die Woche würde ich speziell Orte aufsuchen, die noch beängstigend sind.
    Mich mit dem Hund in sicherer Entfernung zum Ort plazieren und einfach warten - ihn quasi dran gewöhnen.

    Wenn er also Angst vor der Straßenbahn hat, würde ich mich auf eine Bank setzen, und mit ihm ne viertel Stunde die Straßenbahn beobachten
    (nicht an der Haltestelle, das wäre sicher noch zu dicht).
    Wenn er total hochdreht und nur weg will - war das noch zu dicht dran. Dann auf keinen Fall die Gewöhnung "durchziehen".
    Lernen unter Stress funktioniert nicht.
    Wenn die Entfernung gut gewählt ist, dass er das Obvjekt wahrnimmt, aber nicht totale Angst zeigt, dann kann er lernen dass dieses Objekt nicht schlimm ist und sich daran gewöhnen.

    Ich würde auch immer die Orte, die er beängstigend findet, versuchen potitiv zu verknüpfen. Z.B. gibt es dann beim Straßenbahn-gucken was leckeres zum kauen, oder ein besonderes Spielzeug. Auch das geht nur wenn er nicht in einem panischen Zustand ist.
    Aber da muss man probieren wie der eigene Hund drauf ist - bei meinem Hund hat das sehr gut funktioniert (aber besonders panisch war er auch nicht)

    Falls nicht schon geschehen, würde ich auch einen ägnstlichen Hund, der nicht leinenführig ist nur am gut sitzenden Geschirr führen.
    Zieht er stark am Halsband, sind das zusätzlich Schmerzen. Zur Angst kommen also noch Schmerzen und er findet das beängstigende Objekt gleich doppelt doof.
    Zumahl es, wenn er sehr stark am Halsband zieht, dazu kommen kann dass er keine Luft bekommt = doppelte Panik.
    Die Luftzufuhl im Gehirn wird auch beeinträchtigt und der Hund KANN gar nicht mehr ansprechbar sein - selbst wenn er keine Angst mehr hätte.

    Es kann auch helfen, wenn der Welpe die Gegend mit einem sicheren und souveränen erwachsenen Hund erkundet.
    Der Hundeplatz als gute Alternative wurde ja schon genannt.
    Zusätzlich könnte man Gassi-bekanntschaften organisieren über ebay-Kleinanziegen oder einer örtlichen Hundegruppe auf facebook.
    Dann fragt man ob jemand einen sicheren erwachsenen Hund hat der gut mit Welpen klar kommt, und mit dem man sich dann des öfteren treffen könnte (wenns zwischen den Menschen dann auch noch gut klappt, ists doppelt super).

    Falls du nach passender Literatur suchst, kann ich dieses Buch empfehlen:
    https://www.amazon.de/Fit-Life-Welpen-wirklich-lernen/dp/3942335964

    Ich habe es mal für eine Freundin gekauft und selber fast durchgelesen. Finde es sehr gut erklärt - und es geht nicht darum nach Plan Sitz, Platz und Leinenführigkeit beizubringen.
    Sondern es geht zum größten Teil um "Alltagstauglichkeit" - Sozialisation.
    Es werden die Grundsteine erklärt wie aus einem Welpen ein sicherer, souveräner und ausgeglichener erwachsener Hund werden kann.

    Hier möchte ich noch einmal einhacken.
    Angst ist eine Emotion (egal ob beim Hund oder beim Menschen). Ich kann eine Emotion nicht bestätigen/verstärken, indem ich etwas potitives dazugebe.
    (Wenn ich einen Gruselfilm gucke, wird meine Angst auch nicht schlimmer wenn mein Mann ruhig mit mir redet oder er mir nen Keks gibt)
    Wenn ich aber versuche auf angemessene Weise den Hund zu beruhigen, dann ist das etwas potitives und die Angst beim Hund kann dadurch nicht schlimmer werden.

    Im Gegenteil - sowohl Menschen als auch Hunde sind hochsoziale Lebewesen - ein Gruppenmitglied in seiner Angst alleine zu lassen, ist unatürlichl und unsozial.
    Wenn Hunde/Menschen Angst haben, dann helfen und unterstützen sie einander - bekannt auch unter dem Begriff Social Support.

    Nicht immer bringt es etwas den Hund mit ruhigen Worten, Streicheln, oder Keksen zu beruhigen. Aber bestärken kann man die Angst damit nicht.

    Die Angst des Hundes kann dann bestärkt werden, wenn der Mensch ebenfalls ängstlich, gestresst, panisch, aufgeregt, unsicher reagiert.
    (Wenn ich nen gruselfilm gucke und mein mann schreit mich plötzlich an - bekomme ich nen noch dolleren Schreck)

    Wenn ich aber souverän dem Hund Sicherheit gebe, ruhig mit ihm rede, ihn aus der Gefahrensituation führe, ihn schütze, ihm den Raum gebe den er braucht,
    dann verstärke ich nicht die Angst. Im Gegenteil, ich zeige dem Hund, dass er mir vertrauen kann, dass er bei mir sicher ist - so kann er die Angst deutlich schneller überwinden als müsste er es alleine bewältigen.

    Es gibt mittlerwiele sehr viele Beiträge zu finden, die über den Mythos "Angst beim Hund soll man ignorieren" aufklären.
    Hier mal Einige:
    http://markertraining.de/marchenstunde-angst-wird-durch-zuwendung-verstarkt/
    https://www.easy-dogs.net/home/blog/training/ulrike_seumel/angsthund_troesten.html
    http://www.teckel-on-tour.de/angst.htm
    https://www.hunde-weise.de/wissenswertes/9-mythos-angst-ignorieren

    Viel Erfolg wünsche ich und noch ganz viel Freude an dem Familienzuwachs! =)
     
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