Tumor

Shira

Mitglied
Liebe Gemeinde,

ich bin neu hier und würde gerne meine Beweggründe schildern.
Am 16.08.2019 ist meine Hündin unerwartet verstorben.
Sie war ein absoluter Schatz, immer freundlich und leicht zu führen.
Ungefähr ein Jahr bevor sie starb, litt sie immer wieder unter Durchfall. Ich habe mir keine großen Sorgen gemacht, da es größtenteils im Sommer war und sie, wie generell die Dalmatiner, weder Hitze noch Kälte gut vertragen hat.
Acht Monate vor ihrem Tod, wirkte sie apathisch. Ich brachte sie früh in den Kindergarten (Betreuung bei meiner Mutter) und entschied mich dann doch lieber zum Tierarzt zu fahren. Sie hatte eine schlimme Blasenentzündung. Nach dem Antibiotikum war alles wie immer. Zur nächsten Hitze verschlimmerte sich alles, sie urinierte Blut. Ich, völlig fertig fuhr wieder zum Arzt. Verdacht auf Vereiterung der Gebärmutter.
Wir waren ständig beim Tierarzt und immer wieder kamen Rückschläge. Also war klar, sie wird kastriert. Wir liefen den Freitag gemeinsam zum Arzt, mit Zug und einer herrlichen Wanderung. Es war einfach so schön und sie wie immer voller Freude. Wir waren zu zeitig beim Tierarzt, also saßen wir draußen auf einer Bank und genossen das schöne Wetter. Wir kuschelten und waren beide völlig albern. Dann wurde sie in Narkose gelegt, ich trug sie auf ihre Decke, sagte ihr dass ich sie bald abhole. Der Tierarzt war guter Dinge und beruhigte mich. Da sie so fit war, sprach nichts gegen die OP. Ich lief los, zurück nach Hause, voller Aufregung sie wieder holen zu können. 45 min später kam der Anruf, großer, bösartiger Tumor an der Milz, der Darm ist bereits schon eingeschlossen. Ich fuhr zurück, in Trance und da lag mein Schatz. Ich hatte versprochen dass ich sie wieder abhole und plötzlich war sie nicht mehr da.
Ich stand neben ihr und hatte nur das Bedürfnis sie wieder mit nach Hause zu nehmen.
Die größten Vorwürfe mache ich mir wegen dem Durchfall. Waren das vielleicht erste Anzeichen und ich habe es nicht so wahrgenommen?
Sie ist 11 Jahre alt geworden.
Ständig sprechen mich Leute an, dass Shira so fit wirkte und wie dann sowas sein kann.
Ich konnte mich nicht mal verabschieden.

Ich wollte das einfach mal loswerden, weil der Schmerz mich immer wieder einholt.
Sie war nicht mein erster Hund aber die Nähe zu ihr war einfach unglaublich
 

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Dumba

Mitglied
ich sitze hier und heule....

sosehr berührt Deine Geschichte mein Herz.



Die größten Vorwürfe mache ich mir wegen dem Durchfall.
Bitte mache Dir Dein Leben nicht noch schwerer - Du konntest das einfach nicht wissen,
noch nicht mal ahnen.
Dich trifft keine Schuld.

Denke nur an die schönen gemeinsamen Stunden.
Deine Hündin ist nun im Hundehimmel
und wenn wir einmal auf die andere Seite gehen, treffen wir alle unsere Lieben wieder....
Dumba
 

Shira

Mitglied
Vielen Dank für die netten Worte.
2019101412533000.jpg
Nachdem die OP so tragisch ihr Ende genommen hatte, habe ich bei der Bestattung angerufen, die sie liebevoll geholt haben. Nach einer Woche wurde mir ihre Urne überreicht. Seitdem steht sie bei mir und ich teile ihr immer noch meine Sorgen mit. Klingt wahrscheinlich komisch aber ich hatte nur einen Wunsch, dass sie endlich wieder bei mir ist, nach Hause kommt
 

Dumba

Mitglied
. Klingt wahrscheinlich komisch aber ich hatte nur einen Wunsch, dass sie endlich wieder bei mir ist, nach Hause kommt
nein - klingt gar nicht komisch - das ist total verständlich.
Du hast in Deiner Wohnung einen schönen Platz gefunden für sie
und ich sage von Herzen *danke* für das Foto!

Dumba
 

violagirl

Aktives Mitglied
Hi,

das ist echt sehr traurig und völlig verständlich, dass du trauerst. Zu Hunden hat man ja oft sogar eine engere Bindung als zu Menschen. Mein herzliches Beileid. Es wird bestimmt eine Weile dauern, bis du dich so langsam daran gewöhnt hast, dass sie nicht mehr kommt. Das ist natürlich besonders hart, wenn du dich nicht einmal verabschieden konntest. Aber mach dir keine Vorwürfe, du kannst nichts dafür und hast ihr vielleicht auch viel Leid erspart, indem du nicht direkt zum TA gegangen bist.

Ich wünsche dir alles Gute,
Lg
 

Tutnix00

Mitglied
Das tut mir wirklich leid für dich,

Aber bitte mach dir keine Vorwürfe deswegen. Selbst wenn es bereits ein Anzeichen darauf gewesen wäre, niemand denkt daran, dass da sowas hintersteckt. Du kannst nicht dafür und hast dein bestes getan!
Sie schaut nun von oben auf dich herab und beobachtet dich ganz genau. Sie wird wütend, wenn du nicht glücklich wirst!

Du hast sie so sehr geliebt, dass die niemals aus deinem Herzen verschwinden wird und ich denke, dafür ist sie mehr als dankbar
 

Django unchained

Neues Mitglied
Abschied - Vorwürfe - Trauer ... leider auch genau mein Thema.
Am 20.11. musste ich meinen grade mal 6 gewordenen Chi Rüden erlösen (die Härte einer solchen Entscheidung ist glaub ich auch kaum zu ermessen?!), er hatte sich leider einen Mastzelltumor Grad III und ausgerechnet am Nasenspiegel ausgesucht.
Das Böseste des Bösen quasi, mit dem Befund machte sich die Angst in mir breit.
Die mediane Überlebensdauer von >60 Tagen hat er um 320 übertrumpft - und das mit ganz wenigen schlechten Tagen.
Ich habe gelernt, die Hoffnung zu bewahren, eine unglaublich intensive gemeinsame Zeit noch zu erleben und ganz wertvolle Erfahrungen zu sammeln, die ich gerne mit Betroffenen teile.
Django hat uns unvergleichlich bereichert und hinterlässt einen Canyon des Vermissens in seinem 2- und 4-beinigem Rudel.
Für mich ging es stets um das Stichwort Lebensfreude, ich konnte sie ihm bis wenige Tage vor dem Abschied bewahren.
Leider hätte auch eine frühzeitige Diagnostik das Teufelsding nicht aufhalten können, noch dazu sind bei einem sehr eigenwilligen 3kg Kraftpaket der Medikation ganz enge Grenzen gesetzt.
Wir haben uns bis ganz zuletzt gefeiert und sein Platz im pack bleibt ihm erhalten.
 

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Tutnix00

Mitglied
Hallo Django,

Das zu lesen tut mir wirklich sehr leid für dich und alle Betroffenen. Beim Lesen kamen mir echt die Tränen und ich möchte gar nicht wissen, wie sehr es schmerzt. Er wird immer einen Platz in euren Herzen haben und das so zu sehen, ist unfassbar schön. Er muss ein schönes Zuhause gehabt haben. Er hat lange gekämpft und dafür kann man ihm wirklich dankbar sein.
Weiterhin alles Gute und nicht der Trauer erliegen!

Liebste Grüße :)
 

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