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Barbet: Der französische Wasserhund mit dem Herz aus Wolle

Barbet Französischer Wasserhund lockiges Fell

Der Barbet: Ein charmanter Naturbursche aus Frankreich

Kurzinfos & Steckbrief

Der Barbet ist eine der ältesten und ursprünglichsten Hunderassen Frankreichs. Sein Name leitet sich vom französischen Wort „barbe“ (Bart) ab - ein passender Name für diesen zotteligen, bärtigen Wasserhund. Als unermüdlicher Apportierjäger in Sumpfgebieten bekannt, hat er sich heute zu einem Geheimtipp für aktive Familien entwickelt, die einen intelligenten, fröhlichen und wasserliebenden Begleiter suchen.

  • Herkunftsland: Frankreich
  • FCI-Standard: Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde) / Sektion 3 / Nr. 105
  • Größe: Rüden 58-65 cm | Hündinnen 53-61 cm
  • Gewicht: ca. 20 kg bis 30 kg
  • Besonderheit: Wasserdichtes, lockiges Fell und ausgeprägte Schwimmhäute

Geschichte: Der archaische Ahne moderner Rassen

Die Geschichte des Barbet ist so alt wie faszinierend. Bereits in Schriften des 16. Jahrhunderts wird er als spezialisierter Jagdhund für die Wasserwildjagd erwähnt. Er war der Hund der kleinen Leute, der Fischer und der Jäger in den Sumpfgebieten Frankreichs. Seine Aufgabe war es, geschossene Enten selbst aus eiskaltem Wasser und dichtem Schilf zuverlässig zu apportieren.

Kynologen bezeichnen den Barbet oft als den „Urvater“ vieler bekannter Rassen. Es wird angenommen, dass er maßgeblich an der Entstehung des Pudels, des Briards und vieler anderer Wasserhunde beteiligt war. Trotz seiner langen Geschichte wäre die Rasse nach den Weltkriegen fast ausgestorben. Nur durch das Engagement weniger Liebhaber in Frankreich wurde der Bestand gesichert. Heute erlebt der Barbet eine Renaissance, da immer mehr Menschen sein unverfälschtes Wesen und seine Vielseitigkeit schätzen.


Erscheinungsbild: Ein wetterfestes Kraftpaket

Der Barbet ist ein mittelgroßer, robuster Hund mit einem dichten, wolligen Haarkleid, das ihn vor extremer Kälte und Feuchtigkeit schützt. Sein Körperbau ist harmonisch und muskulös, was ihm sowohl im Wasser als auch an Land eine große Agilität verleiht.

Fell, Farben und Physiologie:

  • Das Fell: Es ist lang, wollig und gelockt. Das Besondere ist die wasserdichte Unterwolle, die wie ein Neoprenanzug wirkt. Selbst nach einem langen Bad in eiskaltem Wasser erreicht die Feuchtigkeit kaum die Haut des Hundes.
  • Farben: Die Palette reicht von tiefem Schwarz über verschiedene Grautöne bis hin zu warmem Braun (Leberfarben) und Sandfarben (Fawn). Weiße Flecken oder eine Scheckung sind ebenfalls möglich.
  • Der "Bart": Namensgebend ist das lange Haar am Fang und Kinn, das dem Barbet seinen charakteristischen, freundlichen Ausdruck verleiht.
  • Schwimmhäute: Zwischen den Zehen besitzt der Barbet deutlich ausgeprägte Hautlappen, die ihm im Wasser als effektive Paddel dienen.


Wesen: Der sanftmütige Naturliebhaber

Das Wesen des Barbet lässt sich am besten mit ausgeglichen, freundlich und extrem treu beschreiben. Er ist ein Hund, der die Nähe zu seinen Menschen sucht und sich eng an seine Familie bindet. Er gilt als sehr kinderlieb und zeigt im Haus eine angenehme Ruhe.

Draußen erwacht jedoch sein Arbeitseifer. Barbets sind intelligent, neugierig und besitzen eine schnelle Auffassungsgabe. Sie sind bekannt für ihre Lernbereitschaft und den sogenannten „will to please“ - den Wunsch, ihrem Besitzer zu gefallen. Im Gegensatz zu manch anderen Jagdhunden sind sie weniger eigenbrötlerisch und lassen sich gut führen. Fremden gegenüber sind sie meist aufgeschlossen, ohne jedoch aufdringlich zu sein.


Haltung: Aktivität und Abenteuer

Der Barbet ist kein Hund für Couchpotatoes oder für die reine Haltung in einer Stadtwohnung ohne Garten. Er braucht Platz, Bewegung und vor allem eine Aufgabe. Er ist ein Outdoor-Hund durch und durch.

Tipps für ein glückliches Barbet-Leben:

  • Wasser, Wasser, Wasser: Ein Barbet ohne Zugang zu Wasser ist nur ein halber Barbet. Er liebt es zu schwimmen, zu planschen und aus dem Wasser zu apportieren - und das zu jeder Jahreszeit.
  • Sportliche Auslastung: Ob Dummy-Training, Agility, Mantrailing oder Obedience - der Barbet ist ein Allrounder und begeistert sich für fast jede Form der gemeinsamen Beschäftigung.
  • Familienanschluss: Er möchte überall dabei sein. Lange Alleinsein-Zeiten verträgt dieser sensible Hund nicht gut.


Erziehung: Mit Motivation zum Erfolg

Die Erziehung eines Barbets gestaltet sich meist angenehm, da er sehr kooperativ ist. Dennoch darf man seinen Jagdtrieb nicht unterschätzen. Da er ein Stöberhund ist, liebt er es, seine Nase am Boden zu haben.

Er braucht eine konsequente, aber einfühlsame Hand. Härte oder laute Kommandos verunsichern den sensiblen Franzosen lediglich. Mit positiver Verstärkung, Leckerlis und vor allem viel Lob erreicht man bei ihm sehr schnell großartige Ergebnisse. Aufgrund seiner Intelligenz sollte man die Trainingseinheiten abwechslungsreich gestalten, damit keine Langeweile aufkommt.


Gesundheit und Pflege: Ein wolliges Mammutprojekt

Der Barbet gilt als eine sehr robuste und gesunde Rasse mit einer Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren. Dennoch gibt es rassespezifische Punkte zu beachten:

  • Pflegeaufwand: Das Fell ist pflegeintensiv! Es neigt zum Verfilzen, wenn es nicht regelmäßig gründlich durchgebürstet wird. Viele Halter lassen ihren Barbet regelmäßig scheren, um die Pflege zu erleichtern.
  • Ohrenpflege: Durch die hängenden, stark behaarten Ohren ist die Belüftung des Gehörgangs eingeschränkt. Regelmäßiges Kontrollieren und Reinigen ist Pflicht, um Entzündungen vorzubeugen.
  • Gesundheitscheck: Wie bei allen mittelgroßen Rassen sollte auf HD (Hüftgelenksdysplasie) und Augenerkrankungen geachtet werden. Seriöse Züchter testen ihre Elterntiere entsprechend.


Häufige Fragen (FAQ) zum Barbet

Haart ein Barbet?
Ähnlich wie der Pudel verliert der Barbet kaum Haare, da das ausgefallene Haar im lockigen Fell hängen bleibt. Dies macht ihn für manche Allergiker interessant, bedeutet aber auch, dass das Fell ohne Bürsten verfilzt.

Ist der Barbet ein Anfängerhund?
Ja, für aktive Anfänger, die bereit sind, Zeit in die Fellpflege und die körperliche Auslastung zu investieren, ist der Barbet aufgrund seiner Führigkeit ein wunderbarer Ersthund.

Bellt ein Barbet viel?
Nein, er gehört eher zu den ruhigeren Rassen. Er schlägt zwar an, wenn jemand kommt, ist aber kein typischer Kläffer.


Bildergalerie: Barbet

Impressionen des französischen Wasserhundes:

Foto: ©dvr/Fotolia

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