Englische Bulldogge: Das gemütliche Kraftpaket mit dem großen Herzen
Kurzinfos & Steckbrief
Die Englische Bulldogge ist ein nationales Symbol Großbritanniens und eine der charaktervollsten Hunderassen der Welt. Mit ihrem grimmigen Gesichtsausdruck, der massiven Statur und ihrem watschelnden Gang wirkt sie imposant, doch hinter der rauen Schale verbirgt sich ein überaus liebenswürdiger und sensibler Kern. Heute ist sie ein geschätzter Begleithund, der vor allem durch seine Gelassenheit und seine tiefe Treue zu seinen Menschen besticht.
- Herkunftsland: Großbritannien
- FCI-Standard: Gruppe 2 (Molossoide) / Sektion 2.2 / Nr. 149
- Schulterhöhe: ca. 40 cm (keine offizielle Standardgröße)
- Gewicht: Rüden bis 25 kg | Hündinnen bis 23 kg
- Besonderheit: Charakteristischer Vorbiss und ausgeprägte Gesichtsfalten
Geschichte: Vom furchtlosen Bullenbeißer zum sanften Begleiter
Die Geschichte der Englischen Bulldogge ist ebenso faszinierend wie dramatisch. Ihre Vorfahren wurden bereits im Mittelalter für das sogenannte „Bullbaiting“ (Bullenbeißen) eingesetzt. Dabei mussten die Hunde einen Stier an der Nase packen und zu Boden ziehen. Die charakteristische kurze Nase und der massive Unterkiefer dienten damals einem grausamen Zweck: Der Hund sollte atmen können, während er sich im Fleisch des Stiers festbiss.
Nachdem diese Kämpfe 1835 in Großbritannien verboten wurden, stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Liebhaber begannen jedoch, die Bulldogge umzuzüchten. Aggressivität wurde konsequent ausgemerzt, während das markante Aussehen beibehalten wurde. Aus dem einst furchtlosen Kämpfer wurde so über Generationen hinweg ein absolut friedfertiger Familienhund. Heute gilt die Englische Bulldogge als Inbegriff von britischer Standhaftigkeit und Gemütlichkeit.
Erscheinungsbild: Kompakt, massiv und unverwechselbar
Die Englische Bulldogge ist ein tiefgestellter, breiter und kompakter Hund. Ihr gesamtes Erscheinungsbild vermittelt den Eindruck von Kraft und Entschlossenheit. Trotz ihrer geringen Größe bringt sie ein beachtliches Gewicht auf die Waage.
Körperbau und Haarkleid:
- Statur: Kurzer Rücken, breite Schultern und ein massiver Kopf. Der Gang ist charakteristisch rollend und schwerfällig.
- Fell und Farben: Das Fell ist kurz, dicht, glatt und fein. Die Farben variieren von Gestromt über Rot in allen Schattierungen (Rehbraun bis Falb) bis hin zu reinem Weiß oder weiß gescheckt. Eine dunkle Maske ist häufig zu sehen.
- Gesicht: Markant sind der kurze Fang, der deutliche Vorbiss und die vielen Hautfalten, die dem Hund seinen typischen Ausdruck verleihen. Die Nase muss stets schwarz pigmentiert sein.
Wesen: Ein gutmütiger Dickkopf
Das Wesen der Englischen Bulldogge ist geprägt von Liebenswürdigkeit, Ruhe und einer unerschütterlichen Treue. Sie ist ein sehr aufmerksamer Hund, der eine enge Bindung zu seiner Familie pflegt. Bulldoggen sind bekannt dafür, dass sie sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen - sie strahlen eine natürliche Autorität und Gelassenheit aus.
Obwohl sie sehr intelligent sind, besitzen sie einen ausgeprägten Eigensinn. Sie führen Kommandos gerne aus, aber meist in ihrem eigenen Tempo. Absoluter Kadavergehorsam liegt ihnen fern. Mit liebevoller Konsequenz lassen sie sich jedoch gut erziehen. Sie sind sehr sensibel für die Stimmung ihrer Menschen und reagieren empfindlich auf Ungerechtigkeit oder eine zu harte Hand.
Haltung: Gemütlichkeit vor Leistung
Die Englische Bulldogge ist der perfekte Hund für Menschen, die es gerne ruhig angehen lassen. Sie ist kein Hund für sportliche Höchstleistungen. Lange Wanderungen bei Hitze oder Agility-Parcours gehören nicht zu ihrem Programm. Stattdessen schätzt sie gemütliche Spaziergänge und ausgiebige Ruhepausen auf dem Sofa.
Wichtige Haltungshinweise:
- Hitzeempfindlichkeit: Aufgrund der kurzen Nase leiden Bulldoggen unter hohen Temperaturen. Im Sommer sollte man die Spaziergänge in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Wohnungshaltung: Wegen ihres moderaten Bewegungsdrangs eignet sie sich hervorragend für das Leben in der Stadt oder in einer Wohnung.
- Familienanschluss: Sie liebt Kinder und ist im Umgang mit ihnen extrem geduldig. Sie braucht jedoch unbedingt engen Kontakt zu ihren Menschen und ist ungern allein.
Gesundheit: Die Kehrseite der besonderen Optik
Leider ist die Englische Bulldogge eine Rasse, die mit zahlreichen gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen hat. Viele Merkmale, die den Standard definieren, können die Lebensqualität beeinträchtigen. Daher ist die Wahl eines seriösen Züchters, der auf Gesundheit statt auf extreme Merkmale selektiert, überlebenswichtig.
Häufige gesundheitliche Probleme:
- Atemwege: Brachyzephales Syndrom (zu enges Gaumensegel, zu kleine Nasenlöcher), was oft operative Eingriffe erfordert.
- Gelenke: Hohe Anfälligkeit für Hüftgelenksdysplasie (HD) und Wirbelsäulendeformationen.
- Haut: Die Gesichtsfalten müssen regelmäßig gereinigt werden, um Dermatitis vorzubeugen. Zudem treten häufig Allergien (Atopie) auf.
- Fortpflanzung: Aufgrund des breiten Schädels der Welpen und des schmalen Beckens der Hündinnen sind natürliche Geburten oft unmöglich (hohe Kaiserschnittrate).
- Augen: Anfälligkeit für den sogenannten Nickhautvorfall (Cherry Eye).
Erziehung: Mit Charme und Geduld
Die Erziehung einer Bulldogge erfordert Humor und Geduld. Da sie sehr eigenwillig sein können, brauchen sie klare Regeln, die ohne Härte vermittelt werden. Wenn eine Bulldogge den Sinn eines Kommandos nicht einsieht, kann sie eine erstaunliche Taubheit vortäuschen. Mit Leckerlis und viel Lob lässt sie sich jedoch meist motivieren.
Frühe Sozialisierung ist wichtig, um die Bulldogge an andere Hunde zu gewöhnen, da sie aufgrund ihrer körperlichen Erscheinung (röchelndes Atmen, steifer Gang) von anderen Hunden oft missverstanden wird. Ein gut erzogener "Bully" ist ein souveräner Begleiter, der überall für Lächeln sorgt.
Häufige Fragen (FAQ) zur Englischen Bulldogge
Ist die Englische Bulldogge für Anfänger geeignet?
Ja, aufgrund ihres freundlichen und unkomplizierten Wesens ist sie ein guter Ersthund. Man muss sich jedoch der potenziellen Tierarztkosten und der Pflegeansprüche bewusst sein.
Sabbert eine Englische Bulldogge viel?
Ja, aufgrund der lockeren Lefzen und des kurzen Fangs neigen Bulldoggen besonders nach dem Fressen oder Trinken zum Sabbern.
Wie alt werden Englische Bulldoggen?
Die Lebenserwartung liegt leider oft etwas niedriger als bei anderen Rassen, im Durchschnitt zwischen 8 und 10 Jahren, wobei gesunde Linien durchaus älter werden können.
Bildergalerie: Englische Bulldogge
Eindrücke des charmanten britischen Originals:











Treffer!!!
Die Empfehlung das eine englische Bulldogge zu mir passen würde finde ich Klasse.
Das ist meine absolute Lieblingsrasse.
Ich könnte gute Kontaktadressen in Norddeutschland (Bremen) brauchen.
Hallo, hast du mittlerweile Kontakt im Norden gefunden? Wir sind auch auf der Suche. Liebe Grüße von der Ostseeküste