Keine Kommentare

Finnischer Lapphund: Der herzliche Rentierhüter aus dem hohen Norden

Finnische Lapphund: Sanftmütig und aufgeweckt

Der Finnische Lapphund: Sanftmütig und aufgeweckt

Kurzinfos & Steckbrief

Der Finnische Lapphund, in seiner Heimat Finnland liebevoll Suomenlapinkoira oder kurz Lapinkoira genannt, ist ein echtes Allround-Talent des Nordens. Ursprünglich als unersetzlicher Helfer der Samen zum Hüten von Rentierherden gezüchtet, hat er sich heute zu einem der beliebtesten Familienhunde Skandinaviens entwickelt. Er vereint die Robustheit eines arktischen Arbeitshundes mit einem außergewöhnlich sanften, sozialen und menschenbezogenen Wesen. Ein Hund, der nicht nur durch seine üppige Mähne, sondern vor allem durch sein freundliches Lächeln besticht.

  • Herkunftsland: Finnland
  • FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) / Sektion 3 / Nr. 189
  • Größe: Rüden 46-52 cm (Ideal: 49 cm) | Hündinnen 41-47 cm (Ideal: 44 cm)
  • Gewicht: ca. 15 kg bis 25 kg (passend zur Größe)
  • Besonderheit: Extrem wetterfestes Doppelhaar und sehr hohe Lebenserwartung

Geschichte: Der treue Gefährte der Samen

Die Geschichte des Finnischen Lapphundes ist untrennbar mit der Kultur der Samen (Lappen) verbunden, dem indigenen Volk Nordeuropas. Über Jahrtausende hinweg nutzten die Samen Hunde vom Spitz-Typ, um ihre Rentierherden im harten Klima jenseits des Polarkreises zu bewachen und zu treiben. Diese Hunde mussten nicht nur extrem kälteresistent sein, sondern auch über ein hohes Maß an Intelligenz und Eigenständigkeit verfügen, um die Tiere in der Weite der Tundra zusammenzuhalten.

Als die Rentierzucht moderner wurde und Schneemobile die traditionelle Arbeit übernahmen, drohte der Lapinkoira in Vergessenheit zu geraten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begannen finnische Kynologen, die verbliebenen Hunde zu sammeln und als Rasse zu festigen. 1967 wurde der erste offizielle Standard festgelegt. Heute ist er in Finnland ein Nationalstolz und rangiert regelmäßig unter den Top 10 der beliebtesten Rassen - nicht mehr als Arbeitstier, sondern als geschätzter Partner im modernen Alltag.


Erscheinungsbild: Ein Pelz für alle Fälle

Der Finnische Lapphund ist ein typischer nordischer Hund: Er wirkt kompakt, kräftig und etwas länger als hoch. Seine Statur strahlt Agilität aus, während sein üppiges Fell ihn deutlich massiver erscheinen lässt, als er eigentlich ist.

Fellbeschaffenheit und Farbenpracht:

  • Das doppelte Haarkleid: Das Fell ist eines der beeindruckendsten Merkmale. Das Deckhaar ist lang, gerade und eher rau, während die Unterwolle extrem dicht, fein und weich ist. Besonders die Rüden entwickeln eine prachtvolle Mähne um den Hals. Dieses Fell ist so konstruiert, dass Schnee einfach abperlt und der Hund selbst bei zweistelligen Minusgraden warm bleibt.
  • Farbenvielfalt: Der Standard ist hier sehr liberal: Grundsätzlich sind alle Farben erlaubt. Wichtig ist jedoch, dass eine Grundfarbe den Körper dominiert. Häufig sieht man "Black & Tan", Schokobraun, Zobel oder Cremeweiß. Oft haben sie helle Abzeichen im Gesicht, die wie eine Brille wirken, was ihnen einen besonders klugen Ausdruck verleiht.
  • Die Rute: Typisch nordisch wird die buschige Rute über dem Rücken oder seitlich eingerollt getragen, wenn der Hund in Bewegung ist.


Wesen: Der "will-to-please" des Nordens

Anders als viele andere nordische Rassen, die oft als eigenwillig oder stur gelten, zeichnet sich der Finnische Lapphund durch eine große Kooperationsbereitschaft aus. Er ist ein munterer, aufmerksamer und hochintelligenter Hund, der sehr schnell lernt. Sein Charakter ist friedfertig und freundlich, was ihn zu einem hervorragenden Begleiter für Familien macht.

Er liebt die Gesellschaft und ist ungern allein. Ob Menschen oder andere Haustiere - der Lapinkoira ist ein sehr soziales Wesen. Dennoch hat er sich seinen Mut und seine Wachsamkeit bewahrt. Fremde werden durch Bellen gemeldet, doch dabei bleibt er stets neutral und niemals aggressiv. Er ist sensibel und reagiert fein auf die Stimmungen seiner Besitzer, was bei der Erziehung berücksichtigt werden muss.


Haltung: Ein Naturbursche für aktive Familien

Der Finnische Lapphund ist ein Hund für Draußen-Menschen. Er liebt es, Zeit in der Natur zu verbringen und braucht tägliche körperliche sowie geistige Beschäftigung. Dank seiner Anpassungsfähigkeit kann er auch in einer Wohnung leben, sofern er täglich ausreichend gefordert wird.

Was einen Lapinkoira glücklich macht:

  • Aktivität: Er ist ein toller Partner für Wanderungen, Jogging-Runden oder Hundesportarten wie Agility und Obedience.
  • Klima: Hitze mag er verständlicherweise weniger. Im Sommer sollten Aktivitäten in die kühlen Morgenstunden verlegt werden. Im Winter hingegen blüht er förmlich auf und liebt es, im tiefen Schnee zu toben.
  • Soziale Zeit: Er möchte überall dabei sein. Lange Trennungszeiten am Tag verträgt er aufgrund seiner engen Bindung nicht gut.
  • Bellfreudigkeit: Als ehemaliger Hütehund nutzt er seine Stimme zur Kommunikation. Dies sollte man bei einer Haltung in dicht besiedelten Gebieten durch Erziehung frühzeitig lenken.


Erziehung: Mit Sanftmut und Klarheit

Die Erziehung eines Finnischen Lapphundes ist für Menschen mit Einfühlungsvermögen eine Freude. Er lernt sehr schnell und möchte gefallen. Eine faire und konsequente Erziehung ohne Härte führt zum besten Erfolg. Druck oder grobe Behandlung würden diesen sensiblen Hund nur verunsichern und seine Arbeitsfreude brechen.

Da er als Hütehund darauf selektiert wurde, aufmerksam auf Bewegungsreize zu reagieren, sollte man von Anfang an auf eine gute Impulskontrolle achten. Sein Jagdtrieb ist meist moderat und gut kontrollierbar, da er eher zum Hüten als zum Hetzen neigt. Eine gute Sozialisierung im Welpenalter sorgt dafür, dass aus dem aufgeweckten Junghund ein souveräner Begleiter wird.


Gesundheit und Pflege: Ein langes Leben

Der Finnische Lapphund gehört zu den gesündesten Rassen überhaupt. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren (gelegentlich sogar älter) ist er ein sehr langlebiger Partner.

  • Fellpflege: Trotz der Fellmengen ist die Pflege überraschend unkompliziert. Das Haar verfilzt kaum. Wöchentliches Bürsten reicht meist aus, nur während des Fellwechsels (zweimal im Jahr) verliert er enorme Mengen an Unterwolle und muss täglich gebürstet werden.
  • Augen: Wie bei vielen nordischen Rassen kommen gelegentlich Augenerkrankungen vor. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Tiere vorab untersuchen.
  • Gelenke: Hüftgelenksdysplasie (HD) ist selten ein Thema, wird aber zur Sicherheit in der seriösen Zucht überprüft.


Häufige Fragen (FAQ) zum Lapphund

Ist der Finnische Lapphund für Anfänger geeignet?
Ja, er gilt als eine der einsteigerfreundlichsten nordischen Rassen, da er sehr lernwillig und weniger dominant als etwa ein Husky ist.

Wie viel bellt ein Lapinkoira?
Er meldet Besucher und kommuniziert gerne beim Spielen. Durch Erziehung lässt sich dies jedoch gut in geordnete Bahnen lenken.

Ist er ein guter Wachhund?
Er ist sehr wachsam und entgeht nichts. Allerdings ist er kein Schutzhund - er meldet den Besuch freundlich, würde ihn aber im Zweifel eher zum Spielen auffordern.


Bildergalerie: Finnischer Lapphund

Leider noch keine Fotos, sende doch eines ein? Entdecken Sie den flauschigen Charme des Nordens:

Copyright

Alle Texte auf dieser Webseite (hundeseite.de) sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Nutzung jeglicher Inhalte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich untersagt.

Schreibe einen Kommentar