Nova Scotia Duck Tolling Retriever: Der feurige Spezialist aus Kanada

Der Nova Scotia
Kurzinfos & Steckbrief
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever, liebevoll „Toller“ genannt, ist der kleinste unter den Retriever-Rassen, aber ein absolutes Energiebündel. Er ist ein hochspezialisierter Arbeitshund, der durch seine Intelligenz und seine leuchtend rote Farbe besticht.
- Herkunftsland: Kanada (Nova Scotia)
- FCI-Standard: Gruppe 8.1 (Apportierhunde) / Nr. 312
- Größe: Rüden 48-51 cm | Hündinnen 45-48 cm
- Gewicht: Rüden 20-23 kg | Hündinnen 17-20 kg
- Besonderheit: Lockt Enten durch Spielverhalten an („Tolling“)
Geschichte: Der fuchsähnliche Jäger der Atlantikküste
Die Wurzeln des Nova Scotia Duck Tolling Retrievers liegen im Südwesten Kanadas. Anfang des 19. Jahrhunderts benötigten die Jäger in der Provinz Nova Scotia einen Hund, der eine ganz besondere Aufgabe übernehmen konnte: das Anlocken von Enten. Inspiriert vom Jagdverhalten der Füchse, züchteten sie einen Hund, der am Ufer spielt und durch sein flinkes Hin-und-Her-Laufen sowie seine buschige Rute die Neugier der Wasservögel weckt.
Diese als „Tolling“ bezeichnete Methode (aus dem Mittelenglischen „tollen“ für anlocken) gab der Rasse ihren Namen. Erst 1945 wurde der Toller offiziell in Kanada anerkannt, und es dauerte bis 1981, bis die FCI ihn als eigenständige Retriever-Rasse aufnahm. Heute ist er weit über die Grenzen Kanadas hinaus für seine Vielseitigkeit im Hundesport bekannt.
Erscheinungsbild: Kompakt, kräftig und feuerrot
Der Toller ist ein mittelgroßer, kraftvoller und kompakter Hund. Sein Aussehen erinnert auf den ersten Blick oft an einen kleinen Golden Retriever oder einen großen Fuchs. Er wirkt stets einsatzbereit und konzentriert.
Fell und Farbgebung: Da er oft in eiskaltem Wasser arbeitet, ist sein Haarkleid perfekt an widrige Bedingungen angepasst:
- Struktur: Er besitzt ein doppeltes, wasserabweisendes Fell. Das Deckhaar ist mittellang und weich, die Unterwolle extrem dicht. Auf dem Rücken darf das Fell eine leichte Wellung zeigen.
- Farbe: Die Farbe reicht von hellem Goldrot bis zu tiefem Dunkelorange (Kupfer). Die Befederung an den Läufen und die Unterseite der Rute sind meist etwas heller.
- Weiße Abzeichen: Sehr typisch sind weiße Markierungen an der Brust, den Pfoten, der Nase oder der Rutenspitze.
- Pigmentierung: Besonders charmant ist, dass Nase, Lefzen und Augenlider oft fleischfarben sind und perfekt mit der Fellfarbe harmonieren.
Wesen: Hochintelligent mit dem „Will to Please“

Das Wesen des Tollers ist geprägt von einer unbändigen Arbeitsfreude. Er gilt als der Terrier unter den Retrievern: Er ist wacher, reaktionsschneller und manchmal auch etwas eigenwilliger als ein Labrador. Toller haben eine extrem schnelle Auffassungsgabe und wollen geistig gefordert werden.
Innerhalb der Familie ist er ein loyaler und verspielter Gefährte, der eine enge Bindung zu seinen Menschen aufbaut. Fremden gegenüber ist er oft retriever-untypisch eher reserviert, taut aber nach einer Kennenlernphase schnell auf. Ein markantes Merkmal ist der „Toller-Scream“ - ein hoher, freudiger Schrei, den er ausstößt, wenn er extrem aufgeregt ist oder zur Arbeit motiviert wird.
Haltung: Kein Hund für Couchpotatoes
Ein Toller in einer kleinen Stadtwohnung ohne Beschäftigung ist unglücklich. Er ist ein Hochleistungssportler, der eine Aufgabe braucht. Er ist der ideale Partner für aktive Menschen, die das Leben im Freien lieben.
Auslastung und Sport:
- Dummyarbeit: Als Spezialist für das Bringen ist Apportiertraining (Dummyarbeit) die beste Möglichkeit, ihn artgerecht auszulasten.
- Wassersport: Toller lieben Wasser in jeder Form. Ob Schwimmen, Stand-Up-Paddling mit Hund oder Wasserarbeit - hier ist er in seinem Element.
- Hundesport: Durch seine Wendigkeit und Schnelligkeit glänzt er im Agility, Obedience oder beim Dogdancing.
- Nasenarbeit: Auch im Rettungshundewesen oder beim Mantrailing zeigt der Toller hervorragende Leistungen.
Erziehung: Feingefühl statt Härte
Toller lernen unglaublich schnell - leider auch Unfug. Die Erziehung erfordert daher viel Kreativität und Abwechslung. Monotones Training mit unendlichen Wiederholungen langweilt ihn und führt dazu, dass er „abschaltet“.
Man muss einen Toller motivieren und ihn geistig „bei der Stange halten“. Da er sehr sensibel auf die Stimmung seines Halters reagiert, ist eine harte Hand absolut kontraproduktiv. Eine klare, konsequente und vor allem faire Führung führt zum Erfolg. Wichtig ist es zudem, von Anfang an die Ruhe zu trainieren, da Toller dazu neigen können, im Erregungslevel sehr hochzufahren.
Gesundheit: Worauf man beim Welpenkauf achten sollte
Der Toller ist im Allgemeinen eine robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 12 bis 14 Jahren. Da der Genpool jedoch relativ klein ist, sollte man beim Züchter auf bestimmte Untersuchungen achten:
- HD/ED: Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie sollten ausgeschlossen sein.
- PRA (Progressive Retinaatrophie): Eine Augenerkrankung, auf die mittels Gentest geprüft werden kann.
- Autoimmunerkrankungen: Gelegentlich treten SRMA (Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis) oder Addison auf.
- Fellpflege: Das Fell ist pflegeleicht, sollte aber regelmäßig gebürstet werden, um abgestorbene Unterwolle zu entfernen. Besonders nach dem Schwimmen im Salzwasser sollte der Hund kurz abgeduscht werden.
Häufige Fragen (FAQ) zum Toller
Ist der Toller ein Anfängerhund?
Bedingt. Er ist sehr kooperativ, aber sein hoher Anspruch an Beschäftigung kann Anfänger fordern. Er braucht Menschen, die aktiv Hundesport betreiben wollen.
Bellt der Toller viel?
Er ist ein aufmerksamer Wächter, aber kein Dauerkläffer. Berüchtigt ist eher sein „Scream“ bei großer Aufregung.
Wie unterscheidet er sich vom Golden Retriever?
Der Toller ist deutlich kleiner, agiler und im Wesen etwas „kerniger“ und reservierter gegenüber Fremden als der meist tiefenentspannte Golden.
Braucht er Jagdanschluss?
Nicht zwingend, aber er braucht unbedingt Ersatzarbeit wie Dummytraining, die seine jagdlichen Anlagen (Finden und Bringen) befriedigt.
Bildergalerie: Nova Scotia Duck Tolling Retriever
Impressionen der „roten Blitze“ in Aktion:










hey wollte mir mal einen Toller zulegen :)) könt ihr mir sagen von wo ich einen Duck Toller Retriever bekomme ;))
würde mich auf Antworten freuen
Also was ich über den Duck Tolling Retriever weiß, stimmt schon überein was im Text steht. Doch eins muss ich Ergänsen der „Toller“ ist auch wie der Golden Retriever oder der Labrador Retriever ein Sehr Guter Familien und Begleithund ( was man jedoch nicht unterschätzen sollte ist, der „Toller“ will/muss Gefordert werden !!)
Hallo!
Wir haben 2011 einen 8 Monate alten “entsorgten“ Hund mit einer Phantasie-Rassenbenennung übernommen. Anfangs hatten wir nur Probleme, bis wir von einem anderen Hundehalter gefragt wurden, woher wir denn den Toller hätten. Erst durch Recherche über diese Rasse konnten wir sein eher unübliches Verhalten erklären und seine wirklichen Bedürfnisse herausfinden. Nachdem wir gelernt hatten, was er braucht und warum er sich wie verhält wurde das Zusammenleben traumhaft. Er reagiert auf den kleinsten Blick, ist schmusig aber EXTREM sensibel und muss vermutlich bei der Agilitätsverteilung mindestens 5x “nochmal“ gerufen haben. Vom Alltagsverhalten her ist unser Toller sehr “normal“, ausser es kommt zu unüblichen Situationen wie “fremde Person versteckt sich im Wohnhaus“ – da geht er ab wie eine Rakete und beschützt (ohne zu Beissen). Er liebt Wasser und schwimmt bei jeder Gelegenheit. Schräge Bäume werden erklettert, Hindernisse übersprungen. Wanderungen und Spaziergänge aller Art sind gefragt, es ist mir bisher noch nicht gelungen, unser Musterexemplar richtig auszupowern.
Dieser Toller ist ein Hund für sehr aktive Menschen, die Zeit haben und Lust auf Abwechslung in der Hundebeschäftigung. Apportieren bis die Hand abfällt bekommt da eine neue Bedeutung. Noch kurz zu den Sinnen: er ist das Aufmerksamste, was ich je gesehen habe. In Augebieten zeigt er Wanderer an, die mehr als 300m entfernt, und für ihn eigentlich nicht sichtbar sind. Da das auch bei Haarwild funktioniert, ist draussen eine lange Leine Pflicht. Noch was: mein Toller ist ein seeehr schubstarker, extrem wendiger Hund – man sollte bei spontanen Aktionen mit einem Leinenzug von 50Kg rechnen. Federwild (Enten etc) wird ignoriert, vielleicht mal im Spass erschreckt.
Seine Schwachstelle ist die Temperatur wegen des doppelten Felles. Er liebt es kühl und fühlt sich auch bei -20 Grad ohne Mäntelchen pudelwohl.
Ich möchte jedenfalls meinen “Kumpel“ nicht mehr missen.
Ich würde sagen man muss wie folgt ans Thema Toller als Familienhund gehen. Der Toller hat eine Rassebeschreibung und einen eigenen Charakter. Entweder der Charakter ist so von den Rassegenen geprägt das er die Rassebeschreibung vom Charakter erfüllt oder der Charakter ist stärker. Denn den Toller den ich kenne geht nicht ins Wasser (seine ganzen Geschwister schon) und liebt es einfach vor sich hin zu dösen.
Na klar dreht er auch auf und fordert Dummy oder sonstiges, aber seine Geschwister fordern dies doller.
Deshalb denke ich dass man den Toller-Charakter nicht unterschätzen darf und deshalb sich sicher sein muss das man ihn fordern kann, falls einer in Frage kommt….
Ich hoffe ich konnte weiter helfen!
Habe eine 2.5Jahre alte Hündin aus einer privaten Zucht gekauft,die sich angeblich nicht belegen lassen wollte. Sie war immer nur auf Ausstellungen und sonst nur in Haus und Garten. Sie kennt kein spazieren gehen,hat Angst vor allen Geräuschen(Autos,Fahrräder,Küchengeräusche) und weiß nicht was Wasser ist. An Apportieren ist gar nicht zu denken. Wir lieben sie auch so,aber was ist mit diesem Hund geschehen,das er so ganz aus der Art fällt? Kann mir jemand helfen?
Diese Rasse ist mein absoluter Traumhund. Habe ihn vor 2 Jahren im urlaub kennengelertn und treffen uns seitdem jedes jahr. Er geht gerne ins wasser und ist auch ansonsten wenn man ihn gut erzieht ein pflegeleichter hund. Als Familienhund kann man ihn nur bezeichnen wenn er gut erzogen ist. Das heißt aber NICHT das er dann keinen auslauf braucht. Diese rasse braucht viel bewegung.
Bekomme im Sommer einen kleinen Toller-Welpen und freue mich schon sehr, ihn in der Familie zu halten und mit ihm Dummyarbeit (und evtl. Agitlity/Obedience) zu machen! Ich bin absolut begeistert von dieser Rasse 🙂
o gott, bitte nicht als Familienhund bezeichnen!
Der „Toller“ ist nur bedingt als Familienhund geeignet, er braucht sehr viel rassetypische Auslastung und ist kein Hund zum „nur spazieren gehen“. Bei Unterforderung kann er einige unschöne Eigenarten entwickeln und mit Labis und Goldis ist er nur sehr bedingt zu vergleichen, schon allein weil es bei ihm keine Unterscheidung zwischen Arbeits- und Showlinie gibt!
Grüßel Eden.
Bei „Verwendung“ kann man guten Gewissens noch Familienhund hinzufügen! Wir sind eine 5-köpfige Familie und absolut glücklich mit unserem „Duck Toller“ Lilly!
bei der „Haltung“ kann man sie schon mit Goldies oder Labbis vergleichen.
Gruß
-olli-