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Pekingese: Der würdevolle Löwenhund aus dem kaiserlichen Palast

Pekingese - Peking-Palasthund

Kurzinfos & Steckbrief

Der Pekingese ist eine der ältesten Hunderassen der Welt und war über Jahrtausende das exklusive Privileg des chinesischen Kaiserhauses. Mit seiner mähnenartigen Erscheinung und seinem stolzen Charakter ist er ein Hund für Liebhaber besonderer Persönlichkeiten.

  • Herkunftsland: China
  • FCI-Standard: Gruppe 9.8 (Japan-Spaniel und Pekingesen) / Nr. 207
  • Größe: Rüden 20-28 cm | Hündinnen 15-23 cm
  • Gewicht: 4 kg bis 6 kg
  • Besonderheit: Würdevolles Auftreten, "Löwenmähne", geringer Bewegungsdrang

Geschichte: Das lebende Heiligtum der Verbotenen Stadt

Die Geschichte des Pekingesen (auch Pekinese oder Peking-Palasthund genannt) ist eng mit der chinesischen Mythologie und dem Kaiserhaus verknüpft. Einer Legende nach entstand er aus der Liebe zwischen einem Löwen und einer Äffin - der Löwe opferte seine Größe, behielt aber seinen Stolz und Mut, um bei seiner Geliebten zu sein.

In der Realität war der Pekingese über Jahrhunderte ein heiliger Hund, der nur innerhalb der Mauern der Verbotenen Stadt in Peking gehalten werden durfte. Wer versuchte, einen dieser Hunde zu stehlen oder außer Landes zu schmuggeln, wurde mit dem Tod bestraft. Als britische Truppen 1860 den Sommerpalast stürmten, retteten sie fünf Pekingesen vor der Tötung (die Kaiserin hatte befohlen, die Hunde zu töten, damit sie nicht in fremde Hände fielen). Einer dieser Hunde wurde Königin Victoria geschenkt - dies markierte den Beginn der Rasse in Europa.


Erscheinungsbild: Kompakte Kraft im Seidenmantel

Pekingese - Peking-Palasthund Portrait

Trotz seiner geringen Größe wirkt der Pekingese durch seinen massiven Kopf und die üppige Behaarung sehr imposant. Sein Gang wird oft als „rollend“ beschrieben, was durch seine Anatomie bedingt ist.

Charakteristische Merkmale:

  • Der Kopf: Er ist verhältnismäßig groß mit einem flachen Profil. Die Nase ist sehr kurz und breit, die Augen sind groß, dunkel und stehen leicht hervor.
  • Die Mähne: Besonders ausgeprägt ist das Fell am Hals, was dem Hund sein löwenartiges Aussehen verleiht.
  • Fellstruktur: Das Deckhaar ist lang, gerade und eher hart, während die Unterwolle sehr dicht und weich ist. Auch an den Ohren, Läufen und der Rute findet sich langer, seidiger Besatz.
  • Farben: Es sind fast alle Farben erlaubt - von Weiß über Falb und Rot bis hin zu Schwarz oder Mehrfarbig. Eine dunkle Maske ("Brille") ist besonders erwünscht.


Wesen: Ein Kaiser auf vier Pfoten

Der Pekingese ist kein Hund, der sich unterordnet. Er besitzt ein enormes Selbstbewusstsein und eine natürliche Autorität. Er ist klug, aber auch sehr eigensinnig. Er entscheidet oft selbst, ob er einem Ruf folgen möchte oder nicht.

Seinen Besitzern gegenüber ist er sehr anhänglich und verschmust, bewahrt sich aber immer eine gewisse Distanz. Er ist wachsam und mutig, unterschätzt seine Größe oft und würde sein Heim gegen jeden Eindringling verteidigen. Im Haus ist er ein ruhiger Zeitgenosse, der gerne beobachtet und die Annehmlichkeiten eines weichen Kissens sehr zu schätzen weiß.


Haltung: Anspruchsvolle Pflege, entspannter Alltag

Ein Pekingese stellt keine hohen Ansprüche an sportliche Höchstleistungen. Er ist der ideale Begleiter für Menschen, die gemütliche Spaziergänge bevorzugen oder in einer Wohnung leben.

Wichtige Aspekte der Pflege: Pekingese weiß im Gras

  • Fellpflege: Das Fell muss täglich intensiv gebürstet werden. Besonders an den Achseln, am Bauch und zwischen den Pfoten bilden sich schnell Kletten. Talkumpuder kann beim Bürsten helfen, das Haar geschmeidig zu halten.
  • Gesichtspflege: Aufgrund der flachen Schnauze müssen die Hautfalten im Gesicht täglich kontrolliert und gereinigt werden, um schmerzhafte Entzündungen zu vermeiden.
  • Pfoten: Die Haare zwischen den Fußballen sollten regelmäßig gekürzt werden, um Schmutzansammlungen und Rutschen auf glatten Böden zu verhindern.
  • Kinder: Der Pekingese ist kein klassischer Spielkamerad für kleine Kinder. Er lässt sich ungern stören und reagiert auf grobe Behandlung empfindlich. In einem Haushalt mit ruhigen, älteren Kindern fühlt er sich wohler.


Erziehung: Geduld und Konsequenz

Man wird von einem Pekingesen niemals den Gehorsam eines Schäferhundes erwarten können. Dennoch sollte er Grundregeln lernen. Er reagiert am besten auf eine liebevolle, aber konsequente Führung. Da er sehr klug ist, durchschaut er Inkonsequenzen sofort. Man muss ihn motivieren, anstatt ihn zu zwingen - Bestechung mit Leckerlis funktioniert bei diesem Genießer meistens sehr gut.


Gesundheit: Besonderheiten einer kurzköpfigen Rasse

Die Zucht des Pekingesen hat leider dazu geführt, dass einige gesundheitliche Probleme häufiger auftreten:

  • Brachycephalie (Kurzköpfigkeit): Die kurze Nase kann zu Atemnot führen, besonders bei Hitze oder Anstrengung. Pekingesen schnarchen oft und sollten bei hohen Temperaturen geschont werden.
  • Augenprobleme: Die großen, hervorstehenden Augen sind anfällig für Verletzungen, Austrocknung und Entzündungen.
  • Rücken: Wegen des langen Rückens in Kombination mit kurzen Beinen neigt die Rasse zu Bandscheibenvorfällen (Dackellähme). Treppensteigen sollte vermieden werden.
  • Hitzeempfindlichkeit: Das dichte Fell und die kurze Nase machen den Pekingesen extrem hitzeanfällig. Im Sommer braucht er unbedingt kühle Plätze.


Häufige Fragen (FAQ) zum Pekingesen

Braucht ein Pekingese viel Bewegung?
Nein, sein Bewegungsbedürfnis ist eher gering. Kurze, abwechslungsreiche Spaziergänge reichen ihm völlig aus.

Haart ein Pekingese stark?
Ja, durch die dichte Unterwolle verliert er das ganze Jahr über Haare. Regelmäßiges Bürsten reduziert den Haarverlust in der Wohnung deutlich.

Ist er ein guter Wachhund?
Erstaunlicherweise ja. Er ist sehr aufmerksam und meldet jedes ungewöhnliche Geräusch mit seiner kräftigen Stimme.

Was ist das ideale Zuhause?
Ein Haushalt bei Senioren oder Alleinstehenden, die viel Zeit für die Pflege haben und ein ruhiges Leben führen, ist ideal.


Bildergalerie: Pekingese

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8 Gedanken zu „Pekingese“

  1. Hallo ich habe mal eine Frage unsere Pekinese ist nun 2 jahre alt er mag kaum was essen trinkt sehr viel hält keine 2 stunden durch für Pipi zumachen. Der Tierarzt hat nun festgetsellt das er sehr hohe Leberwerte hat. Er frisst nur sehr wenig wenn Karotten Reis und ab und zu von Brekkies Mini oder auch mal etwas Hackfleisch das gedünstet wird. Was kann ich machen. Er meinet das ein zugang durch die Leber nicht funktioniert udn die schadstoffe ungefiltert in den Körper geht. Wer kennt das bitte um hilfe ich möchte meinen rambo nicht einschläfern lassen müssen

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  2. Es macht ärgerlich, immer wieder Voruteile über den Pekingesen lesen zu müssen:
    Seine Fellpflege, die von mir sehr sorgfältig vorgenommen wird, kostet mich täglich 5-10 Minuten. Obacht auf Augen und Ohren ist auch bei anderen Rassen erforderlich.
    Der Pekingpalasthund ist sehr leicht zu erziehen, ist freundlich und zugewendet zu Tier und Mensch und hat ein sehr gutes Verhältnis zu Kindern, die er ausgeprägt liebt.
    Bei richtiger Pflege treten die von Ihnen genannten Krankheiten selten auf. Dieser Hund ist gerne unterwegs. Wird er alt, lässt selbstverständlich sein Bewegungsdrang nach, wie auch bei anderen Hunderassen. Also: Vorsicht mit Voruteilen!
    Ich habe seit 1963 Pekingesen als Begleithunde, 5 an der Zahl. Ich habe mir Ihnen beste Erfahrungen gemacht.

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  3. Hallo.ich habe 4 pekis.von einem niedrigen bewegungsbedürfnis hab ich noch nichts bemerkt.selbst unser senior mit 9 jahren rennt täglich 2 mal eine stunde über die felder.ob sie meinen befehlen gehorchen!?meistens!weitere hobbys meiner fellnasen sind fressen und schmusen.kinder sind für sie ok solange diese sich den hunden respektvoll gegenüber verhalten.und ich habe grösstes verständnis für hunde die nach kindern schnappen,wenn sie am schwanz gezogen werden!gruss jutta

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  4. Ich habe einen Rüden (kastriert). Er mochte Kinder von Anfang an, Wir gehen täglich 1 Std. mit anderen Hunden spazieren (ohne Leine) Er ist gehorsam und als erster da wenn wir rufen. Allzu warm mag er es nicht. Er liebt Schnee . Mittlerweile ist er 2 Jahre alt und ich möchte ihn nicht mehr missen. Ich bekam ihn als Welpen von ca. 3 Monaten. Er wurde beim Tierarzt abgegeben. Angeblich ausgesetzt. Wir hatten überhaupt keine Ahnung von Hunden und er war sehr dominant. Mit der Zeit bekamen wir ihn aber in den Griff und jetzt ist er einfach nur toll. Gruß Doris

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  5. Wir haben einen Rüden. Unser ist 9 Jahre alt und spielt immer noch wie ein 2 Jähriger. Er ist total umgänglich, lernt schnell dazu wenn man ihm Regeln beibringen möchte, ist beledigt wenn man Ihn zurecht weist, sehr Nachtragend, verschmust, liebt es gebürstet zu werden und hasst es alleine in der Wohnung zu sein, ohne Frauchchen.

    Wie Ina schon geschrieben hat kann man diese Rasse in Bezug auf Familien mit Kindern nicht verallgemeinern. So mag unser Peki nicht gerne Kleinkinder, die sind ihm unheimlich, aber mit Größeren Spielt er auch mal gerne. Er schläft und liebt es im Schnee zu toben. Spaziergänge sollte auch so an die 20-30 Minuten dauern. (Er liebt es, Jagdhund, im Wald zu spielen :D).
    Allerdings möchte er gerne auch alleine in seinem Körbchen sein oder vor dem Kamin die Wärme genießen (Peki’s kann es nie warm genug sein).

    -> Ich liebe diese Rasse und würde nie wieder einen anderen Hund haben wollen. Es sind Hunde für jeden, die einen Partner fürs Leben suchen.

    „Wenn du mich holst dann sei dir klar, das ich dir mein Herz schenke und denke daran DU hast dich mir ausgesucht und nicht ich dich also gebe mich auch nicht weg“

    Gruß, Julia

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  6. Ich finde es schade, dass auf so vielen Seiten (nicht nur hier) der Pekingese als absolut ungeeignet für den Umgang mit Kindern beschrieben wird. Unsere Hündin ist 3 1/2 Jahre alt und liebt Kinder über alles. Auch nimmt sie einen festen Platz im Alltag ein und möchte immer einbezogen werden. Die Spaziergänge müssen mindestens 15-20 Minuten dauern, sonst ist sie nicht ausgelastet, Regenwetter und Kälte schrecken sie nicht (eher uns) längere Strecken bewältigt sie mit Freude.

    Ich denke, dass man die sogenannten Eigenarten einer Rasse nicht verallgemeinern sollte , tragen sie doch zu einem gewissen Ruf der Rasse
    bei.
    Fazit: Auch Pekingesen lieben Kinder – wollen immer dabei sein – und sind alles andere als träge!

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