Shar Pei: Der exzentrische Individualist aus dem fernen Osten
Kurzinfos & Steckbrief
Der Shar Pei ist eine der außergewöhnlichsten Hunderassen der Welt. Bekannt für seine markanten Falten, die blaue Zunge und sein loyales, aber eigenwilliges Wesen, ist er ein Hund für Kenner und Individualisten.
- Herkunftsland: China
- FCI-Standard: Gruppe 2.2.1 (Molossoide) / Nr. 309
- Größe: 44-51 cm (Rüden & Hündinnen)
- Gewicht: Rüden 23-29 kg | Hündinnen 20-25 kg
- Besonderheit: Blaue Zunge, "Nilpferd"-Schnauze und extrem kurzes "Sandpapier"-Fell
Geschichte: Vom Bauernhund zum seltensten Hund der Welt
Die Wurzeln des Shar Pei lassen sich über 2.000 Jahre bis in die Han-Dynastie im Süden Chinas zurückverfolgen. Statuen aus dieser Zeit zeigen bereits Hunde mit der charakteristischen quadratischen Statur und den kleinen Ohren. Ursprünglich war der Shar Pei ein vielseitiger Arbeitshund armer Bauern: Er bewachte die Höfe, jagte Wildschweine und trieb das Vieh.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts drohte der Rasse jedoch das Aus. Unter dem kommunistischen Regime in China wurden Hunde als Luxussymbole betrachtet und massiv dezimiert. Der Shar Pei galt in den 1970er Jahren als die seltenste Hunderasse der Welt. Einem verzweifelten Hilferuf des Züchters Matgo Law aus Hongkong an amerikanische Hundefreunde ist es zu verdanken, dass die Rasse gerettet wurde. Heute ist der Shar Pei kein Massenhund, sondern ein geschätzter Begleiter für Menschen, die das Besondere lieben.
Erscheinungsbild: Einzigartigkeit in jeder Falte
Der Shar Pei ist optisch mit keiner anderen Rasse vergleichbar. Sein Name bedeutet übersetzt etwa „Sand-Haut-Hund“, was auf die einzigartige Beschaffenheit seines Fells hindeutet.
Charakteristische Merkmale:
- Fellstruktur: Das Haar ist extrem kurz, borstig und hart. Es hat keinerlei Unterwolle. Das Berühren des Fells erinnert an Sandpapier, was bei manchen Menschen sogar leichte Hautirritationen auslösen kann.
- Die Falten: Während Welpen oft am ganzen Körper Falten werfen, sollten diese beim erwachsenen Hund auf den Kopf, den Widerrist und den Rutenansatz begrenzt sein. Eine übermäßige Faltenbildung am ganzen Körper ist heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erwünscht.
- Der Kopf: Er wird oft als "Nilpferd-Kopf" bezeichnet - breit, massiv und mit kleinen, anliegenden Ohren (Muschelohren).
- Die Zunge: Wie der Chow-Chow besitzt auch der Shar Pei eine blau-schwarze Zunge und Pigmentierungen im Fang, was auf eine Verwandtschaft beider Rassen hindeutet.
- Farben: Alle einfarbigen Töne außer Weiß sind erlaubt (Schwarz, Blau, Braun, Rot, Sandfarben).
Wesen: Der würdevolle Philosoph

Der Shar Pei ist ein Hund mit Charakter. Er ist kein Tier, das blind jedem Ball hinterherjagt oder jeden Fremden schwanzwedelnd begrüßt. Er zeichnet sich durch eine große Gelassenheit und Würde aus. Seinen Besitzern gegenüber ist er extrem loyal und anhänglich, ohne jedoch aufdringlich zu sein.
Er gilt als eigenwillig und manchmal fast schon "katzenartig" in seinem Verhalten. Er entscheidet gerne selbst, ob ein Kommando gerade sinnvoll ist oder nicht. Fremden gegenüber verhält er sich abwartend und distanziert, was ihn in Kombination mit seiner natürlichen Wachsamkeit zu einem exzellenten Beschützer macht. Er ist ruhig im Haus, aber draußen durchaus temperamentvoll und aktiv.
Haltung: Ein Partner für Kenner
Ein Shar Pei braucht vor allem eines: Anschluss an seine Familie. Trotz seiner Robustheit im Auftreten ist er ein sensibler Hund, der keine Zwingerhaltung verträgt. Da er einen mäßigen Bewegungsdrang hat, fühlt er sich auch in einer Stadtwohnung wohl, sofern er regelmäßige, abwechslungsreiche Spaziergänge bekommt.
Besonderheiten im Alltag:
- Wasserscheue: Viele Shar Peis hassen Regen und Pfützen. Ein Spaziergang bei nassem Wetter kann zur Herausforderung werden.
- Jagdtrieb: Ein gewisser Jagdinstinkt ist vorhanden. In wildreichen Gebieten sollte man den Rückruf sicher beherrschen.
- Sozialisierung: Da er zur Dominanz gegenüber Artgenossen neigen kann, ist eine frühe und positive Sozialisierung in einer Welpenschule sehr wichtig.
Erziehung: Geduld führt zum Ziel
Wer einen Shar Pei erziehen möchte, braucht Humor und eine Engelsgeduld. Er lernt schnell, sieht aber oft keinen Sinn in ständigen Wiederholungen. Er ist ein Hund, der durch gegenseitigen Respekt geführt werden möchte. Druck oder übertriebene Strenge führen bei dieser Rasse sofort zur totalen Arbeitsverweigerung.
Erfolgreich ist man durch positive Bestärkung und eine klare, souveräne Führung. Wenn der Shar Pei seinen Menschen als vertrauenswürdigen Anführer akzeptiert, ist er ein sehr angenehmer Begleiter, der im Alltag kaum auffällt.
Gesundheit: Ein Thema für verantwortungsvolle Züchter
Aufgrund des zeitweise sehr engen Genpools und der extremen Zucht auf Falten in der Vergangenheit hat die Rasse mit spezifischen Krankheiten zu kämpfen. Ein Kauf beim seriösen Züchter ist hier wichtiger als bei fast jeder anderen Rasse.
- Familial Shar Pei Fever (FSF): Eine erbliche Fiebererkrankung, die zu Entzündungen und langfristig zu Organversagen (Amyloidose) führen kann.
- Idiopathische Muzinose: Eine Ablagerung von Schleimstoffen in der Haut, die zu Bläschenbildung führen kann - oft rassetypisch und nicht immer behandlungsbedürftig.
- Entropium (Roll-Lid): Wenn die Hautfalten am Kopf zu schwer sind, rollen sich die Augenlider nach innen und reizen die Hornhaut. Dies muss oft operativ korrigiert werden.
- Fellpflege: Entgegen der Meinung vieler ist der Shar Pei kein pflegeintensiver Hund. Die Falten müssen bei gesunden Hunden nicht täglich gereinigt werden; regelmäßiges Bürsten reicht völlig aus.
Häufige Fragen (FAQ) zum Shar Pei
Braucht ein Shar Pei spezielle Faltenpflege?
Bei Hunden aus guter Zucht, die nicht übertypisiert sind, ist keine tägliche Pflege nötig. Es sollte jedoch nach Nässe darauf geachtet werden, dass die Haut in den Falten trocken ist.
Ist er ein guter Familienhund?
Ja, er ist sehr kinderlieb und ruhig. Allerdings sollten Kinder den Hund nicht als Spielzeug betrachten, da der Shar Pei Wert auf seine Würde legt.
Warum hat er eine blaue Zunge?
Dies ist eine genetische Besonderheit, die er mit dem Chow-Chow teilt. In der chinesischen Legende heißt es, die Zunge diene dazu, böse Geister beim Bellen zu vertreiben.
Ist der Shar Pei ein Anfängerhund?
Bedingt. Man sollte sich intensiv mit seinem speziellen Wesen auseinandersetzen. Er ist kein Hund für Menschen, die perfekten Gehorsam erwarten.
Bildergalerie: Shar Pei
Impressionen der faltigen Charakterköpfe:










überall lese ich das ein Shar Pei 9-11 Jahre alt wird.Mein Shar Pei wird am 1.12 2013 14 Jahre alt.er ist gesund bekommt allerdings morgens eine Herztablette .
Das Foto von einem nassen SharPei ist nicht sehr angebracht, da die meisten SharPei gerne baden, dass ist also ein seltener Anblick.
Bei den Farben macht man noch unterschiede in Fawn, Dillute und Flowered wenn sie mehr Informationen zu den Farben wollen bitte per Email melden
Man unterscheidet beim Fell auch noch Horse (kurz), Brush (mittellang) und Teddy (lang) -Coated
Es ist auch zu erwähnen das SharPei sehr intelligente und wissbegierdige Hunde sind.
„Das Foto von einem nassen SharPei ist nicht sehr angebracht, da die meisten SharPei gerne baden, dass ist also ein seltener Anblick.“ Diagnose retard