Dürfen Hunde Nüsse essen? Der große Ratgeber zu verträglichen und giftigen Sorten

Nüsse gelten für uns Menschen als wahre „Superfoods“. Sie sind vollgepackt mit ungesättigten Fettsäuren, hochwertigem pflanzlichem Eiweiß, wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen. Doch was für den menschlichen Speiseplan gesund ist, kann für unsere Vierbeiner unter Umständen lebensgefährlich sein. Viele Hundebesitzer fragen sich: Dürfen Hunde Nüsse essen?
Die Antwort lautet: Es kommt auf die Sorte, die Frische und die Vorerkrankungen des Hundes an. Während einige Nüsse in Maßen eine tolle Ergänzung zum Barfen oder als Snack sind, enthalten andere Toxine, die schwere neurologische Schäden verursachen können. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über verträgliche Sorten, versteckte Gefahren durch Pilzbefall und warum Übergewicht eine Rolle spielt.
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen: Fett, Phosphor und Schalen
Bevor wir zu den einzelnen Sorten kommen, gibt es grundlegende Regeln für die Verfütterung von Nüssen:
- Der Fettgehalt: Nüsse haben eine extrem hohe Energiedichte. Für übergewichtige Hunde oder Tiere, die zu Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis) neigen, sind sie nur in kleinsten Mengen geeignet.
- Nierenerkrankungen: Wegen des hohen Phosphoranteils sollten nierenkranke Hunde Nüsse weitgehend meiden, da Phosphor die Nieren zusätzlich belastet.
- Verarbeitung: Verfüttern Sie Nüsse niemals gesalzen, gewürzt, geröstet oder mit Schokolade überzogen. Nur naturbelassene Kerne ohne Schale sind sicher.
- Zerkleinerung: Da Hunde Nüsse oft nicht richtig kauen, können ganze Nüsse unverdaut ausgeschieden werden oder - bei kleinen Hunden - sogar zu einem Darmverschluss führen. Am besten werden die Nährstoffe aufgenommen, wenn die Nüsse fein gemahlen oder püriert unter das Futter gemischt werden.
Diese Nüsse sind für Hunde verträglich
1. Haselnüsse
Haselnüsse sind reich an Vitamin E, Calcium und Kalium. Die meisten Hunde vertragen sie problemlos. Achtung: Haselnüsse gehören zu den häufigsten Allergenen. Wenn Ihr Hund zum ersten Mal eine Haselnuss probiert, geben Sie ihm nur ein winziges Stück und beobachten Sie ihn auf Juckreiz oder Schwellungen.
2. Walnüsse (Nur reif und geschält!)
Walnüsse liefern gesunde Omega-3-Fettsäuren. Hier lauert die Gefahr jedoch in der Schale: Diese kann vom Pilz Penitrem A befallen sein. Dieser Pilz produziert Mykotoxine, die beim Hund Zittern, Erbrechen und schwere Krämpfe (ähnlich wie Epilepsie) auslösen können. Verfüttern Sie daher nur absolut saubere, getrocknete und geschälte Kerne.
3. Paranüsse
Paranüsse sind die beste natürliche Quelle für Selen, ein Spurenelement, das wichtig für die Schilddrüsenfunktion ist. Wegen ihres extrem hohen Fettgehalts und des Phosphors sollten sie jedoch nur sehr selten und in kleinen Mengen als besonderes Leckerli gegeben werden.
4. Pekannüsse
Die Pekannuss ist der süßere Verwandte der Walnuss. Sie enthält viel Zink und B-Vitamine. Auch hier gilt: Die Nüsse sind sehr kalorienreich und sollten nur gemahlen und in Maßen gegeben werden.
5. Cashewnüsse
Botanisch gesehen sind Cashews Kerne einer Scheinfrucht. Sie enthalten im Vergleich zu echten Nüssen etwas weniger Fett, dafür aber viel Magnesium und hochwertiges Protein. Ungesalzene Cashews sind in kleinen Mengen unbedenklich.
6. Mandeln
Süßmandeln enthalten viel Vitamin E und Magnesium. Gefahr: Es können sich vereinzelt Bittermandeln untermischen. Diese enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird. Ein bis zwei Süßmandeln sind meist unkritisch, aber aufgrund des Risikos sollten Mandeln eher selten auf dem Speiseplan stehen.
7. Kokosnuss
Die Kokosnuss (eine Steinfrucht) ist sehr gesund. Kokosflocken oder Kokosöl wirken im Darm milieunormalisierend und können unterstützend zur Wurmprophylaxe eingesetzt werden. Zudem ist das Fett der Kokosnuss (Laurinsäure) leichter verdaulich als das Fett anderer Nüsse.
Nüsse mit besonderem Risiko
Erdnüsse: Vorsicht bei Allergien und Epilepsie
Erdnüsse sind keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte. Sie enthalten viel Eiweiß, aber auch Histamin. Viele Hunde reagieren allergisch mit Symptomen wie Atemnot oder geschwollenen Augenlidern. Zudem stehen Erdnüsse im Verdacht, bei vorbelasteten Hunden epileptische Anfälle zu triggern. Hunde mit Herz- oder Nierenproblemen sollten Erdnüsse aufgrund des Magnesiumgehalts und der Belastung für den Stoffwechsel meiden.
Absolute Verbote: Diese Nüsse sind giftig!
Macadamia-Nüsse: Hochgiftig für Hunde
Macadamia-Nüsse sind für Hunde absolut tabu. Schon geringe Mengen führen zu Vergiftungserscheinungen wie Muskelschwäche, Lähmungen der Hinterbeine, Erbrechen, Fieber und erhöhter Herzfrequenz. Die genaue Ursache für die Toxizität ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt, aber die Wirkung ist verheerend. Suchen Sie sofort einen Tierarzt auf, wenn Ihr Hund Macadamias gefressen hat!
Schwarznüsse
Die aus Nordamerika stammende Schwarznuss ist eng mit der Walnuss verwandt. Auch hier ist vor allem der Befall mit dem Giftpilz in der Schale das Problem. Da die Schwarznuss oft als Zierbaum gepflanzt wird, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund beim Spaziergang keine herabgefallenen, unreifen Nüsse kaut.
Symptome einer Nussvergiftung erkennen
Sollte Ihr Hund versehentlich giftige Nüsse oder verschimmelte Schalen gefressen haben, achten Sie auf folgende Warnsignale:
- Massives Speicheln und Erbrechen
- Heftiges Zittern oder Krampfanfälle
- Steifer Gang oder Lähmungserscheinungen (besonders bei Macadamia)
- Apathie und Schwäche
- Erhöhte Körpertemperatur
Notfall-Tipp: Versuchen Sie nicht, den Hund selbst zum Erbrechen zu bringen. Suchen Sie umgehend eine Tierklinik auf. Nehmen Sie nach Möglichkeit eine Probe der gefressenen Nuss mit.









