Hunde Ernährung

Hundefutter – Inhaltsstoffe, Infos, auf was achten

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Hundefutter im Check: Welche Fütterungsmethode ist die beste?

Verschiedene Arten von Hundefutter: Trockenfutter und Nassfutter
Die Auswahl an Hundefutter ist heutzutage schier unüberschaubar. Wer vor den Regalen im Fachhandel steht, sieht sich mit einer Flut an Begriffen konfrontiert: Nassfutter, Trockenfutter, halbfeuchtes Futter, getreidefrei, kaltgepresst oder gebacken. Die richtige Ernährung ist das Fundament für ein langes, gesundes Hundeleben, doch was macht ein hochwertiges Hundefutter wirklich aus?

Jeder Hundebesitzer muss für sich und seinen Vierbeiner entscheiden, welche Fütterungsmethode am besten in den Alltag passt. Neben Fertigfutter gibt es die Möglichkeit, selbst zu kochen oder zu Barfen (Rohfütterung). In diesem Ratgeber konzentrieren wir uns auf die Analyse von Fertigfutter und geben Tipps für gesunde Ergänzungen.

Nassfutter vs. Trockenfutter: Vor- und Nachteile

Trockenfutter: Praktisch und energetisch dicht

Trockenfutter ist die am weitesten verbreitete Form der Hundeernährung. Es ist einfach zu lagern, geruchsarm und meist preiswerter als Nassfutter. Ein hochwertiges Trockenfutter ist ein Alleinfuttermittel, das so konzipiert ist, dass der Hund mit allen lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird.

  • Vorteil: Hohe Energiedichte (man braucht kleinere Mengen), einfache Handhabung auf Reisen, unterstützt den mechanischen Abrieb von Zahnbelag (in begrenztem Maße).
  • Nachteil: Geringer Feuchtigkeitsgehalt. Hunde müssen deutlich mehr trinken, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Zudem enthält es oft mehr Kohlenhydrate als Bindemittel.

Nassfutter: Hohe Akzeptanz und viel Feuchtigkeit

Nassfutter kommt der natürlichen Nahrung des Hundes in Bezug auf Konsistenz und Feuchtigkeit sehr nahe. Viele Hunde fressen es deutlich lieber, da die Aromen intensiver sind.

  • Vorteil: Hoher Wasseranteil (gut für die Nieren), meist weniger Konservierungsstoffe nötig, oft höhere Fleischanteile möglich.
  • Nachteil: Teurer in der Anschaffung (man bezahlt das Wasser und die Dose mit), höhere Müllproduktion, kürzere Haltbarkeit nach dem Öffnen.

Die Inhaltsstoffe: Was muss im Napf sein?

Ein Blick auf das Etikett ist entscheidend. In der EU müssen Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgelistet werden. Das bedeutet: Fleisch sollte an erster Stelle stehen, nicht Getreide!

Die "Fleisch-Falle" auf dem Etikett

Vorsicht bei der Angabe von "frischem Fleisch". Fleisch besteht zu ca. 70 % aus Wasser. Wird es vor dem Trocknungsprozess gewogen, steht es oft an erster Stelle. Nach dem Entzug der Feuchtigkeit schrumpft der Anteil jedoch massiv zusammen. Achten Sie daher auf Bezeichnungen wie „Fleischmehl“ oder „getrocknetes Fleisch“ - hier bezieht sich der Prozentwert auf das tatsächliche Endprodukt.

Was ein gutes Futter NICHT enthalten sollte

Viele Hersteller nutzen günstige Füllstoffe, um die Produktionskosten zu senken. Achten Sie auf folgende Begriffe:

1. Ungenaue "tierische Nebenerzeugnisse"

Nebenerzeugnisse sind nicht per se schlecht. Innereien wie Herz, Leber oder Pansen sind wertvolle Nährstofflieferanten. Problematisch wird es bei ungenauen Angaben. Hinter "tierischen Nebenerzeugnissen" ohne nähere Bestimmung können sich minderwertige Schlachtabfälle wie Krallen, Schnäbel, Wolle oder Hufe verbergen, die kaum verwertbares Protein liefern.

2. Pflanzliche Nebenerzeugnisse und Getreide-Verschleierung

Hunde brauchen kein Getreide als Hauptenergielieferanten. Oft wird Getreide als günstiger Füllstoff genutzt. Besonders trickreich ist das sogenannte "Splitting": Der Hersteller listet Mais, Maismehl, Maiskleber und Maisfuttermehl einzeln auf. Da jede Komponente für sich weniger wiegt als das Fleisch, landet das Fleisch an erster Stelle der Liste - obwohl die Gesamtmenge Mais das Fleisch eigentlich überwiegt.

3. Zucker und künstliche Aromastoffe

Zucker (auch versteckt als Melasse, Rübenschnitzel oder Dextrose) hat in Hundefutter nichts zu suchen. Er dient oft nur dazu, minderwertiges Futter für den Hund schmackhafter zu machen oder die Optik zu verbessern. Langfristig führt Zucker zu Karies, Übergewicht und Diabetes.

Gesunde Ergänzungen: Abwechslung im Napf

Auch wenn Sie ein Alleinfuttermittel geben, können Sie die Ernährung Ihres Hundes punktuell aufwerten:

  • Hochwertige Öle: Leinöl, Lachsöl oder Hanföl liefern wichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren für glänzendes Fell und eine gesunde Haut.
  • Obst und Gemüse: Pürierte Karotten, Äpfel oder Zucchini liefern Ballaststoffe. Wichtig: Immer einen Schuss Öl dazugeben, um fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) aufzunehmen.
  • Milchprodukte: Ein Löffel Hüttenkäse oder Naturjoghurt liefert Kalzium und wertvolle Proteine. Vorsicht bei reiner Milch - viele Hunde sind laktoseintolerant.
  • Knabbereien: Getrocknete Naturprodukte wie Ochsenziemer oder Pansen reinigen die Zähne auf natürliche Weise und befriedigen den Kaudrang.

Besonderheit: Welpenfutter und Wachstum

Welpen haben einen völlig anderen Nährstoffbedarf als erwachsene Hunde. Ein kritisches Element ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis. Ideal ist ein Verhältnis von etwa 1,5 : 1.

Ein Übermaß an Energie und Kalzium bei Welpen (besonders bei großen Rassen) führt zu einem zu schnellen Wachstum. Die Knochen härten aus, bevor die Bänder und Sehnen stabil genug sind, was zu lebenslangen Gelenkschäden wie HD oder ED führen kann. Fügen Sie einem ausgewogenen Welpenfutter niemals eigenständig Mineralstoffe oder Kalkpräparate hinzu!

Woran erkennt man eine gute Verdauung?

Das beste Futter nützt nichts, wenn der Hund es nicht verwerten kann. Ein gutes Zeichen sind:

  • Glänzendes Fell und schuppenfreie Haut.
  • Angenehmer Eigengeruch des Tieres.
  • Kleine Kotmengen und eine feste Konsistenz (ein Zeichen für hohe Verdaulichkeit).
  • Gute Energielevel und normale Vitalität.

Fazit: Vertrauen Sie nicht der bunten Werbung, sondern der Deklaration auf der Rückseite. Ein transparent deklariertes Futter mit hohem Fleischanteil und ohne unnötige Zusätze ist die beste Investition in die Gesundheit Ihres Hundes.

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8 Gedanken zu „Hundefutter – Inhaltsstoffe, Infos, auf was achten“

  1. Hallo,
    aus gegebenen Anlass will ich mich auch zum Thema äußern.
    Letzte Woche hatte meine achte Jahre alte Schäferhündin eine Magendrehung. Das Futter bekommt sie schon über Jahre hinweg und wir füttern immer nur, wenn wir danach nichts mehr tun.
    Laut TA gibt es nicht DEN einen Grund, warum eine Magendrehung entsteht. Meine Hündin hat das Futter immer gut vertragen und nach der verhängnisvollen Fütterung hat sie sich lediglich auf ihr Kissen gelegt. Drei Stunden später bin ich dann in die Tierklinik gefahren. Wir konnten sie Gott sei Dank retten!

    Antworten
  2. unser yorkscher ist zwei jahre alt. seit kurzer zeit kratzt er sich sehr viel. wir haben unter dem fell wie schuppen festestellt. richtig große stellen. ich habe ihn auf ein tuch gestellt und gebürstet. es lagen dann, wie kleine grieskörner darauf. sollte ich ihn mit haarwäsche behandeln und es dann mit der dusche ausbrausen?

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  3. Hallo,

    also wir tasten uns langsam ans „Barfen“ heran, weil wir davon schon so viel Gutes gehört haben. Momentan geben wir unserem Liebling abwechselnd zum normalen Futter hin und wieder Pansen zu fressen. Ihm schmeckt’s und er ist quietschfidel, daher werden wir das Ganze wohl noch etwas ausweiten. Aber dazu wollen wir uns erst noch etwas ausführlicher über das Thema „Barfen“ informieren, da ja doch etwas mehr dahinter steckt.

    Liebe Grüße, Susanne

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  4. Hallo liebe Margot, hallo ihr lieben Dobermänner und -frauen 🙂

    M. E. nach kann eine Magendrehung durch eine entsprechende Fütterung verhindert/-mindert werden.
    Bei zu kohlehydrathlastigem Futter, verbleibt dieses zu lange im Magen-Darm-Trakt und liegt wie ein „Stein im Magen“. Leichtverdauliches Futter (hochwertige, artgerechte Ernährung mit einem hohen Fleischanteil) wird schneller verdaut.
    Beobachtet man Welpen, wird man sehr schnell beobachten können, dass das erste, was sie nach dem Fressen was ist?! Spielen und Toben ;o)
    Es gibt bestimmte Rassen, die zu Magendrehungen eher neigen als andere und Vorsicht ist besser als Nachsicht.
    Ich habe selber schon seit vielen Jahren Hunde verschiedenster Rassen und bisher hatte noch nie einer von ihnen (trotzdem sie nach dem Füttern getobt und gespielt haben) eine Magendrehung.

    Wenn du mehr Informationen brauchst, können wir uns gerne mal telefonisch austauschen oder du schreibst mir einfach eine Mail.
    dorhena@yahoo.de
    Ich helfe dir und deinen Herzen sehr gerne weiter!

    Mit tierisch lieben Grüßen
    Doreen S

    Antworten

  5. undefined:

    Hallo,
    der Artikel Magendrehung hat mich verstärkt auf das Thema
    Trockenfutter aufmerksam gemacht.
    In einem Artikel “Hundeschule Fürth” wurde mitgeteilt, dass das Futter, in dem die 4 ersten Punkte Fett enthalten, die Magendrehung begünstigt.
    Was ist da dran? Hat jemand Erfahrung in dieser Sache?
    Wenn das Futter angefeuchtet wird und Ascorbinsäure enthält, dann erhöht sich das Risiko um 370%.
    In 17 Jahren haben wir mit den Dobermännern noch nie das Problem der Magendrehung gehabt. Allerdings wurde jetzt im März unser liebe Yankee davon tödlich betroffen. Am 13.03. wurde er operiert udn am 15.03. schlief er für immer ein.
    Wie kann man am gesündesten ernähren? Es wird immer schwieriger, auch für Menschen.
    Freue mich über jede Antwort.
    LG, Margot und d ie Dobermänner

    Hallo,
    also ich muss sagen mein kleiner der ist jetzt 12 Wochen alt und der frisst alles!
    Ich denke eine Magenverdrehung hat nichts mit der Nahrung zu tun sondern eher mit dem Verhalten nach dem Essen!
    Hunde sollen nach dem essen mindestens 1 1/2 -2 Std. ruhen! Das heist die sollen nicht viel laufen nicht toben und sich auch NICHT drehen! Am besten ist es wenn die nach dem Essen sich etwas ausruhen damit alles gut verdaut wird.
    Mein Freund hat Jahre lange Erfahrung mit Hunden, der hat das jahrelang so gemacht und hatte bisher keine probleme.
    am gesündesten kann man ein Hund ernähren wenn er sein gewohntes Futter bekommt zwischendurch ne kleine abwechslung zb reis mit schichtkäse und pürirtem gemüse! oder zum Frühstück rühreier mit schichtkäse und brot oder mal auch gekochte hähnchen OHNE hähnchenknochen (die splittern gerne mal und werden spitz und dann kann sich dein hund damit den magen aufschneiden. Knabberein mag mein kleiner z.b total gerne Pansen und oder StrausenSähne und EndenHals!
    Ich hoffe das hat dir nen klein wenig geholfen!

    LG, Inci und mein CKCS

    Antworten
    • Hallo

      ich denke nicht das das was mit dem Verhalten nach dem essen zu tun hat. wenn man bedenkt das das trockenfutter im magen mehr um das doppelte an gewicht zu nimmt dann ist es für mich logisch das das eine magendrehung begünstigt. von natur aus ist der hund ein fleisch fresser.

      Antworten
    • Eine Magendrehung entsteht wenn der Hund schnell frisst ( schlingt) beim fressen und danach keine Ruhepause hat. Bedeutet, die Tagesration an Futter in mehrere Portionen einteilen und am besten erst Gassi gehen und dann füttern. Damit ist der Hund erleichtert und ausgepauert, kann in Ruhe fressen und danach ein Nickerchen halten…..

      LG Sandra

      Antworten
  6. Hallo,
    der Artikel Magendrehung hat mich verstärkt auf das Thema
    Trockenfutter aufmerksam gemacht.
    In einem Artikel „Hundeschule Fürth“ wurde mitgeteilt, dass das Futter, in dem die 4 ersten Punkte Fett enthalten, die Magendrehung begünstigt.
    Was ist da dran? Hat jemand Erfahrung in dieser Sache?
    Wenn das Futter angefeuchtet wird und Ascorbinsäure enthält, dann erhöht sich das Risiko um 370%.
    In 17 Jahren haben wir mit den Dobermännern noch nie das Problem der Magendrehung gehabt. Allerdings wurde jetzt im März unser liebe Yankee davon tödlich betroffen. Am 13.03. wurde er operiert udn am 15.03. schlief er für immer ein.
    Wie kann man am gesündesten ernähren? Es wird immer schwieriger, auch für Menschen.

    Freue mich über jede Antwort.

    LG, Margot und d ie Dobermänner

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