Hundewissen

Neue Forschungsergebnisse zum Hund

3 Kommentare

Hundeforschung und Mensch-Hund-Beziehung

Inhaltsverzeichnis

Der Hund und der Mensch - eine jahrtausendealte Partnerschaft

Der Hund gilt seit jeher als bester Freund des Menschen - und das nicht erst seit gestern, sondern seit vielen tausend Jahren. Umso erstaunlicher ist es, dass der Hund als eigenständiges Wesen lange kaum im Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschung stand.

Wann immer Hunde wissenschaftlich betrachtet wurden, geschah dies überwiegend aus einer streng menschenbezogenen Perspektive. Sie dienten als Versuchstiere, wurden belastet oder missbraucht, um Erkenntnisse über den menschlichen Körper zu gewinnen - etwa über den Blutkreislauf oder die Verträglichkeit von Medikamenten und Kosmetika.

Erst vor rund 20 Jahren änderte sich diese Sichtweise grundlegend. Der Fokus der Forschung verlagerte sich auf den Hund selbst. Seitdem beschäftigen sich zahlreiche Studien weltweit mit zentralen Fragen rund um den Hund und seine einzigartige Beziehung zum Menschen.

a) Woher stammt der Hund - und seit wann lebt er an der Seite des Menschen?
b) Wie hat die Domestikation den Hund genetisch verändert?
c) Was können wir daraus für unser heutiges Zusammenleben lernen?

Woher stammt der Hund?

a)
Lange Zeit ging man davon aus, dass der Hund von Schakalen oder anderen Wildhunden abstamme. Dank moderner genetischer Forschung wissen wir heute jedoch eindeutig: Der Hund stammt vom Wolf ab.

Die ersten Annäherungen zwischen Mensch und Wolf könnten bereits vor bis zu 135.000 Jahren stattgefunden haben, spätestens jedoch in der Jungsteinzeit vor etwa 15.000 Jahren wurde der Hund zum festen Begleiter des Menschen - eingebunden in nahezu alle Lebensbereiche.

Die Menschen lebten damals in kleinen Gemeinschaften, jagten und sammelten, teilten Tundra, Steppe und Wälder mit wilden Tieren. Auch Wölfe lebten in Familienverbänden und waren hoch spezialisierte Jäger - schneller, ausdauernder, mit besserem Geruchs- und Dämmerungssehen als der Mensch.

Der Mensch profitierte davon: Wölfe legten Fleischvorräte an, trieben Herdentiere über große Distanzen und selektierten schwache Tiere. Der Wolf war kein Hütehund - er war der Hirt.

Der Mensch schloss sich diesem ausgeklügelten System an. Der Wolf war Jagdpartner, später Lehrmeister. Aus dieser Verbindung entstand eine der folgenreichsten Partnerschaften der Menschheitsgeschichte.

Wie Hunde die Welt wahrnehmen

b)
Viele Menschen sind überrascht zu erfahren, dass Hunde ihre Umwelt grundlegend anders erleben. Ihr Gesichtsfeld ist größer, ihr Dämmerungssehen besser, ihre Sehschärfe geringer - dafür reagieren sie extrem sensibel auf Bewegung.

Hunde nehmen bis zu 75 Einzelbilder pro Sekunde wahr. Ein Fernseher, der für uns ruhig erscheint, wirkt für Hunde wie eine hektische Bilderflut.

Dieses Beispiel verdeutlicht:
Wahrnehmung und Bedürfnisse sind untrennbar miteinander verbunden.

Heute wissen wir, dass Hunde Schmerzen ähnlich empfinden wie wir Menschen. Lange wurde ihnen dieses Empfinden abgesprochen - mit schwerwiegenden Folgen.

Die emotionalen und sozialen Bedürfnisse des Hundes

DESHALB SOLLTEN WIR UNS NICHT FRAGEN, OB DER HUND UNSER BESTER FREUND IST - SONDERN OB WIR BEREIT SIND, SEIN BESTER FREUND ZU SEIN.

Wenn wir wissen,

  • dass Hunde Gelb-Grün und Blau-Violett sehen, aber keine Signalfarben,
  • dass ihr Gehör empfindlicher ist als unseres,
  • dass ihr Geruchssinn ihr wichtigstes Informationsinstrument ist,
  • dass extreme Zucht gesundheitliche Schäden verursacht,

können wir beginnen, verantwortungsvoll zu handeln.

Bindung ist dabei kein Erziehungsprodukt, sondern ein genetisch verankertes Grundbedürfnis. Hunde binden sich an Menschen ähnlich wie Kinder an ihre Bezugspersonen.

HUNDE SIND NICHT NUR FREUNDE - SIE SIND FAMILIENMITGLIEDER.

Kommunikation und Kooperation zwischen Mensch und Hund

Der Hund ist kein „verminderter Wolf“, sondern optimal an das Leben mit uns angepasst. Er kooperiert aus innerem Antrieb.

Er lernt durch:

  • Beobachtung
  • Imitation
  • soziale Übertragung

- auch ohne Belohnung.

Er versteht Zeigegesten, Blickrichtungen, Sprache und Emotionen. Er sucht aktiv Kommunikation und bittet uns um Hilfe.

Diese Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Auch wir verstehen das Bellverhalten unserer Hunde intuitiv.

LASST UNS UNSEREN HUNDEN WIEDER ZUHÖREN.

DER WOLF WAR LEHRMEISTER.
DER HUND IST FAMILIE.

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3 Gedanken zu „Neue Forschungsergebnisse zum Hund“

  1. Absolute Zustimmung zum kompletten Text.
    Du hast es absolut (mit dem Herzen) verstanden. Du hast das (dem Menschen nicht unähnliche) Wesen des Hundes erkannt.
    Und mit fortschreitender Forschung wird „festgestellt“ werden das die auch bei anderen Tieren ähnlich ist und wir gar nicht so besonders (außer arrogant zu sein) einzigartig sind. Insbesondere auf Gefühlsebene.

    Danke.

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  2. Es tut mir leid aber der Artikel war ja interessant aber man sollte doch wohl davon Abstand nehmen andere „Hundemenschen“ so da zu stellen wie sie nicht sind. Cesar Millan behauptet nicht dass der Hund ein fleischfressendes Rauptier ist was es zu zähmen und kontrollierengillt. Er sagt genau das was dieser Artikelauch vermittelnmöchte nur eben auf englisch… und vielleicht aber sollte man sich die Mühe machen sich seine Aussagen im Original anzuhören und durchzulesen. Die Übersetzungen ins Deutsch sind of von der Bedeutung her nicht ganz korrekt….

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