Passt ein Hund zu uns?

Wanderlust

Neues Mitglied
Hallo. Ich hoffe, ich bin hier im Richtigen Unterforum.

Wir (Ehepaar, keine Kinder) überlegen, uns einen Hund anzuschaffen. Allerdings habe ich Bedenken, ob ein Hund wirklich in unser Leben passt, oder ob vielleicht einfach nur die Vorstellung, einen Hund zu haben, schön ist.
Wisst ihr was ich meine?

Ich habe seit Monaten immer wieder recherchiert, insbesondere welche Nachteile durch eine Hundehaltung entstehen könnten.
Ich bin etliche Male diese Fragen durchgegangen:
  • Habe ich genug Zeit für einen Hund? Ja, der Hund wäre fast nie alleine zu Hause. Wir sind beide in Teilzeit, damit wir die schönen Dinge im Leben öfter genießen können.
  • Kann ich dem Hund genug Platz bieten? Ja! Großes Haus, großer Garten. Ländlich gelegen.
  • Bin ich bereit für meinen Hund auf Dinge zu verzichten? Auch das ist uns bewußt. wir haben etliche Outdoor-Hobbies. Wenn sich der Hund mit einem Hobby nicht arrangieren kann, sind wir bereit, uns umzuorientieren. Es gibt ja so vieles und wir mögen die Vielfalt. Aber genauso brauchen wir unsere faulen Tage, an denen wir Kraft tanken können und einfach mal nichts tun (ausgenommen eines gemütlichen Spazierganges).
  • Habe ich die finanziellen Mittel für einen Hund? Ja! Die Kosten sind uns bewusst (Versicherung, Tierarzt, generelle laufende Kosten, Hundeschule...)
  • Bin ich fit genug für einen Hund? Ja. Beide sportlich. Aber man weiß ja nie, was passiert, ein schwerer Autounfall, eine schwerwiegende Erkrankung.... aber so geht es uns ja allen...
  • Darf ich einen Hund in meiner Wohnung/meinem Haus halten? Eigentum.
  • Kann ich Verschmutzungen, die der Hund verursacht, ertragen? Ich habe einen guten Staubsauger. Der saugt alles in sich auf, das nicht auf den Boden gehört :) nee, ernsthaft. Das passt.
  • Unterstützt mich meine Familie bei der Entscheidung? Ja.
  • Bin ich bereit mich über Themen rund um den Hund zu informieren? Ja. Bereits schon geschehen und dabei :)
  • Kann ich mir Urlaub für die ersten Wochen mit dem Welpen nehmen? Ja.
  • was ist mit Urlaub? Wir vereisen viel. Am liebsten im eigenen Auto. Aber ich möchte es mir auch nicht nehmen lassen, in den nächsten 15 Jahren ab und an mal eine Fernreise anzutreten. Dafür würden wir es mit der Familie absprechen (bereits erfahrene Hundehalter).
Ihr seht, es ist kompliziert. Im Großen und Ganzen denke Ich, dass es durchdacht ist, und dass wir die Fragen positiv bewerten würden. Allerdings habe ich Angst, irgendetwas falsch zu machen. Daher meine Fragen:

Was denkt ihr? Wären wir “hundehalterfähig“?
Wie war es bei euch?
Hattet ihr Bedenken?
Haben sich diese Bedenken bestätigt?
Bereut ihr es, einen Hund aufgenommen zu haben?
Was ist für euch der größte Nachteil, der entstanden ist?
Fehlt etwas? Über welches Thema muss ich mir Gedanken machen?
Lieben Dank, Maria
 

Scanny

Alter Hase
Allerdings habe ich Bedenken, ob ein Hund wirklich in unser Leben passt, oder ob vielleicht einfach nur die Vorstellung, einen Hund zu haben, schön ist.
Das ist etwas, was nur ihr entscheiden könnte.
Tragisch wäre es natürlich, wenn ihr nach 2 Wochen merkt "Oh, Hund ist doch nicht unsers, Mist" ...
Aber wenn ihr genau wisst "Ja, wir wollen einen Hund" - dann haut das hin.
Aber wie gesagt, das Wissen müsst ihr "in euch spühren" - kann es gerade nicht besser ausdrücken.

Von dem was du schreibst, passt ein Hund doch sehr gut in euer Leben.
Und klar, er macht Umstände, bedeutet Verantwortung, Stress, Mühsal usw.
Aber glaub mir, wenn man den Hund im Leben haben will, ist das alles halb so wild ^^ es gehört eben dazu und die vielen tollen Momente im Hundeleben, machen die paar mühseeligen Angeleiten alle mal wett ;)

Wichtig wäre noch zu wissen, was ihr für einen Hund wollt.
Ich bin Hundemensch, und möchte nie mehr ohne Hund in meinem Leben sein - aber es gibt Rassen, die für mich eben nur Arbeit bedeuten würden - und dann passt es auch nicht ...

Ich weiß gar nicht mehr, ob ich am Anfang Bedenken hatte - bestimmt, ich bin ziemlich verkopft an die Sache gegangen.
Heute mache ich mit viel mehr Bauchgefühl - aber das lernt man alles ^^ Ihr auch.

Nein, ich bereue es nicht einen Hund aufgenommen zu haben.
Der größte Nachteil ist die Sorge, die man hat wenn es dem Hund nicht gut geht - das ist echt nicht schön.

Der zweitgrößte Nachteil ist, dass man eben nicht mehr so flexibel ist.

(Ein Umfeld, welches dafür Verständnis hat, ist Gold wert)
Neulich hatte meine Oma Geburtstag - Tradition ist es, gemeinsam Mittag essen, dann bisschen spazieren, dann Kaffee trinken gehen, dann verabschieden. Mittag essen war super - aber als meine familie dann entschieden hat über den Weihnachtsmarkt zu bummeln, war es für alle selbstverständlich dass mein Mann mit Arek nach Hause fährt (Ist nur unnötiger Stress für den Hund) - da hat niemand geschmollt weil mein Mann das Familientreffen frühzeitig verlässt.

Worüber du dir noch Gedanken machen musst - keine Ahnung ^^ das Meiste funktioniert eigentlich nach dem Motto "Learning by doing".
Man kann sich so viel Anlesen - am Ende kommt der Hund und man muss umdenken ;)

2 Sachen die mir einfallen - die ihr vermutlich bereits wisst:
- Garten+großes Grundstück ersetzen keine Spaziergänge
- Hund unbeaufsichtigt im Garten lassen birgt (jeh nach Umfeld und Hund) Gefahren.
(- Kinder fassen durch den Zaun - Hund beißt zu - Hund ist schuld
- Hund wird zum Dauerkläffer am Zaun (meiner wäre so einer - kleiner wachhund eben - finde ich total unschön deswegen ist er nie alleine an einem Zaun
- Hundehasser schmeißen Giftköder über den Zaun - Hund wird vergiftet)

Viel Spass bei den weiteren Vorbereitungen, das ist ne tolle Zeit! ^^
 
Zuletzt bearbeitet:

Rolf

Mod-Admin
Teammitglied
Hey Scanny, Du hast es mal wieder richtig toll lauf den Punkt gebracht. Kompliment.

Hallo Maria, natürlich seid Ihr hundehalterfähig. Die Haltungsbedingungen sind rundum klasse. Uuuund, willkommen in unerer bunten Runde und viel Spass im Forum.
 

Wanderlust

Neues Mitglied
Vielen lieben Dank für eure Antworten. Insbesondere lieben Dank für deine persönlichen und offenen Gedanken.
Ja, vielleicht bin ich einfach zu ängstlich und stelle mir zu viele “was-wäre-wenn“- Fragen. Ich konnte mir als Kind und Jugendliche überhaupt nicht vorstellen, ohne Hund zu leben. Dann kam die Arbeitswelt auf mich zu und schwuppdiwupp sind knapp 25 Jahre mit unzähligen Überstunden, Verluste usw. vergangen und ich bin der totale Kopfmensch geworden. Das Leben halt. Daher die Unsicherheit? Vielleicht.

Dass der Garten keine Spaziergänge ersetzt, ist für mich klar. Aber danke, dass du es schreibst. Es ist so wichtig. Wir sind „Outdoor Menschen“, der Hund sollte schon sportlich sein. Wir würden ihn komplett in unsere Freizeit einbinden. Welche Rasse es werden sollte, weiß ich noch nicht. soweit ist der Kopf noch nicht :)

Dennoch empfand ich es als wichtig, mal andere auf unsere Situation blicken zu lassen. Wenn man selbst erstmal schockverliebt für einen Gedanken ist, betrachtet man sich selbst ja oft nicht unbedingt objektiv.
Viele Grüße (und wir sind dem Hund wohl ein Schritt näher gekommen).
 

Rolf

Mod-Admin
Teammitglied
Wenn nur viel mehr Menschen sich so viele Gedanken vor der Anschaffung eines Hundes machen würden. Sehr viel Hundeleid würde so vermieden.
Kompliment, dass Du so sehr verantwortungsvoll bist, Maria. Und halte uns doch bitte auf dem Laufenden. Wäre zu schön.
 

Tutnix00

Aktives Mitglied
Ihr klingt wirklich wie gemacht für einen Hund - aber genauer werde ich daran nicht eingehen, da Scanny das wirklich sehr gut gemacht hat!

Gerne auf dem Laufenden halten und ich hoffe, ihr werdet alle glücklich zusammen!
 

violagirl

Altbekanntes Mitglied
Das klingt doch so, als wäre ein Hund gut bei euch aufgehoben:) Ihr könntet auch mal im Tierheim vorbeischauen, die Leute dort können euch sicher auch gut beraten und vielleicht passt ja auch einer der Tierheimhunde zu euch. Oder ihr macht einfach mal einen Probespaziergang mit einem der Hunde, da seht ihr wie es sich anfühlt mit Hund.
LG und halte uns auf dem Laufenden:)
 

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