Hündin macht Nachts ins Haus

BoCo2018

Neues Mitglied
Hallo an alle Mitglieder,

wir haben (vielleicht) ein kleines Problem daheim mit einem unserer Hunde. Ich dachte mir, ich frage mal in eurem Forum nach Tips und vielleicht Ratschläge was man besser machen könnte. Ich schildere einfach mal unsere Sachlage
Wir sind bereits Halter eines Husky Malamute Rüden und haben vor ca. 3 Wochen Zuwachs bekommen. Nun wohnt bei uns eine 13 Monate junge Border Collie Hündin aus dem Tierschutz. Soweit wir das richtig einschätzen können hat sie sich schon sehr gut eingelebt und macht einen sehr zufriedenen Eindruck.
Sie hat gleich zu Beginn auch einmal ins Haus gemacht (nur Pipi), aber danach war alles super.
Sie hat aber von Anfang an eine extreme Vorliebe für Pappe, Bücher und Papier gezeigt. Diese ist nun vergangen. Nun hat sich ihr Verhalten vor 3 Tagen geändert. Seitdem pinkelt sie Nachts ins Haus und wenn wir sie für ein paar Stunden alleine lassen auch. Immer auf die gleiche Stelle. Ausserdem hat sie nun begonnen, sich Gegenstände zu schnappen und diese zu zerfetzen (Rucksack, Teppich,...). Wir vermuten es ist Protest und Frust.
Vielleicht habt ihr ein paar Tips für uns, wie man am besten damit umgehen kann und es mit ihr tranieren kann, das dieses Verhalten irgendwann nicht mehr vorkommt.

Dazu gesagt - wir fahren fast jeden Tag mit ihr an den Strand, dort rennt sie viel und ist mit uns lange unterwegs.

Wir freuen uns über ein paar Ratschläge :)

Liebe Grüße

BoCo2018
 

Anhänge

Isabel

Foren-Guru
Hallo und willkommen im Forum,

ein Hund aus dem Tierschutz braucht erst einmal gut 3 Wochen, um überhaupt bei Euch anzukommen. Wißt Ihr denn etwas über ihre Vergangenheit? Aus Protest oder Frust zerstört sie mit Sicherheit nichts und genauso pinkelt sie deshalb ganz bestimmt nicht ins Haus. Sie könnte aber mit der gesamten noch neuen Situation Streß haben.

Ich nehme eher an, daß bei ihr versäumt wurde, ihr in geeigneter Weise mitzuteilen, was geht und was eben nicht geht. Nicht umsonst landen Hunde im Tierschutz und meist deshalb, weil Menschen nicht in geeigneter Weise mit ihnen umgehen.
Wir hatten schon einige Hunde aus dem Tierschutz und hatten auch Zerstörer und Indoorpinkler dabei.

Alle diese Macken haben sich immer recht schnell gegeben.

Border Collies sind intelligente und sensible Hunde, die schnell lernen. Allerdings lernen sie auch sehr schnell Dinge, die wir nicht wollen. Teilt ihr immer wieder klar und freundlich mit, daß Ihr zerstörte Rucksäcke etc. nicht wollt.
Mit dem Pinkeln würde ich das wie beim Welpen machen, schön draußen loben.

Da wir Eure Hündin nicht kennen, ist es unmöglich, zu sagen, was es bei ihr sein könnte. Es könnte bei ihr Trennungsangst sein, wenn sie keine anderen Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Sie braucht Zeit, zu lernen, daß Ihr immer wieder kommt. Wo schläft sie denn nachts? Vielleicht hilft da schon ein Körbchen bei Euch im Zimmer und in Eurer Nähe. Es wäre gut, wenn Ihr es einrichten könntet, daß in den nächsten Wochen immer jemand im Haus ist und dabei die Zeit des Alleinlassens sukzessive verlängert wird, so von 1 Minute aufwärts.

Habt Geduld und vermittelt ihr alles mit entsprechender Ruhe. Border Collies lieben nicht nur ausgedehnte Spaziergänge und Toben, sondern auch Kopfarbeit wie Tricks, etc. Auch das hilft, die Bindung an Euch zu vertiefen und der Hündin, zu sehen, daß Ihr ihr gute, verläßliche Partner seid.
 

Scanny

Alter Hase
Ich bin da ganz bei Isabel.

Aus Protest pinkeln und zertören glaube ich nicht.
"Du lässt mich alleine, Pah, jetzt pinkel ich dir hier auf den teppich! wirste schon sehen was du davon hast!" - das ist menschliche Denkweise - so denken Hunde nicht.
Hund tun Dinge, um davon einen Vorteil zu haben, ja - aber sie sind keine Ar***löcher ;) und Rache und Schadenfreude kennen sie auch nicht ;)

Pinkeln und Sachen zersören klingt für mich eher nach Stress beim alleine gelassen werden.

Als Arek mit 2.5 Jahren zu uns kam, konnte ich ihn vom ersten Tag an gut alleine lassen (haben das erst Sekundenweise und dann Minutenweise geprobt).
So nach 4 Wochen etwa hatte er plötzlich Probleme gezeitg beim alleine gelassen werden.
Ich denke, nach ca. 4 Wochen war er bei uns einigermaßen "angekommen" - fühlte sich zugehörig - als ein Teil der Gruppe.
Erst als er sich zugehörig gefühlt hat, hatte er Angst alleine gelassen zu werden.
Sind die Menschen wildfremdn, ist es ja egal ob die einen verlassen oder nicht - ich denke du verstehst was ich meine.

Wir haben nochmal das Alleine bleiben kleinschrittig (Sekundenweise, dann Minuten, dann Stunden) aufgebaut - das hat gut geholfen.

Vielleicht ist sie nach 3 Wochen auch kopftechnisch so weit angekommen, dass sie nun anderen geistigen Auslgleich braucht. Eine Kopfaufgabe.
Bewegung am Strand ist toll, aber gerade BCs brauchen ja auch was fürs Köpchen.
Vielleicht guckt ihr mal ob ihr da was kleines in den Alltag einbaut (wenn ihr das nicht schon macht) - sowas wie 10 Minuten Kommandos/Tricks üben Vormittags - und 10 Minuten Nachmittags. Oder Intelligenzspiele oder so.
Geistig unterforderte Hunde, neigen auch oft zum zerstören.

Vielleicht macht ihr aber auch zu viel mit dem Hund (geistig).
Und er ist überfordert mit all den neuen Reizen - und zerstören ist sein ventil, um den Stress abzubauen.

Das müsst ihr gucken/probieren/beobachten was bei euch der Fall ist.
Wichtig ist immer - behebt die Ursache, nicht nur das Symptom!

Viel Erfolg!
 

Rolf

Mod-Admin
Teammitglied
Isabel und Scanny haben ja schon ausführlich geschrieben. Eine Überforderung sehe ich nicht, aber eine wahrscheinliche Unterforderung, was die Kopfarbeit betrifft. Hier würde ich ansetzen. Nur regelmässig am Strand toben/spielen ist einfach zu wenig.
 

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