Hundeängste abgewöhnen??

Lucas1997

Neues Mitglied
Guten Tag,

Zur Vorgeschichte:
mein Hund ist jetzt bald 3 Jahre alt und seit fast 1 1/2 jahren bei uns. Die Vorbesitzer mussten ihn auf Anordnung des Gerichtes abgeben und wir erfuhren im Nachhinein, was der kleine kerl schon alles durchmachen musste.
Bis dato war er absolut nicht erzogen und reagierte häufig sehr aggressiv, nun läuft er sehr gut an der Leine, ist Stubenrein, reagiert mir nicht mehr aggressiv und kann die Grundkommandos.

Nun zu meiner Frage:
Mein kleiner bekommt panische Angst, sobald er ins Wasser geht. (Er wurde früher vom Vorbesitzer bei negativen Verhalten komplett ins Wasser gedrückt.) Selbst wenn seine beste Hundefreundin drin ist traut er sich nicht rein, nur halt mit den Pfötchen, auch wenn ich selbst drin bin traut er sich nicht.
Bekommt man das irgendwie hin, das er sich etwas weiter hinein traut oder ist er durch die Vorgeschichte schon zu sehr belastet?

Er hat auch extreme Angst vor Männern, die eine ähnliche Statur wie der Vorbesitzer haben bzw. Reagiert er wahnsinnig aggressiv auf solche Männer. Das Problem daran ist, das mein Dad relativ gleich gebaut ist wie der alte Besitzer, nur etwas größer. Ich kann meinen kleinen nur an der Leine lassen, sobald mein Dad kommt.. da er gleich die Zähne zeigt, Knurrt und auch bei ruckartigen Bewegung zwickt. Bekomme ich das wenigstens noch aus ihm?
Ich habe immer noch Hoffnung, da er ja noch relativ jung ist. Allerdings hat er in der kurzen Zeit auch schon extrem viel gelernt.. zuviel vielleicht??

Danke im voraus.
 

Rolf

Mod-Admin
Teammitglied
Dein Thema habe ich vom Gästeforum nach hier verschoben, da Du nicht als Gast, sondern als Forenmitglied geschrieben hast.

Lass Deiner Fellnase Zeit, sich an`s Wasser zu gewöhnen, oder auch nicht. Nicht jeder Hund muss Wasser lieben, auch wenn der Hundebesitzer es so sehr gern möchte!
 

Qoldlady

♡Lovepo!nts♡
Hallo Lucas und herzlich willkommen hier.

Zu dem Problem mit dem Wasser: Zwing ihn nicht dazu. Warum willst du unbedingt, dass er ins Wasser geht? Vor allem bei der Vorgeschichte. Da sehe ich wenig bis gar keine Chance, dass er irgendwann das Wassrr mögen wird. Unsere damalige Bernerdiner-Hündin wäre einmal fast in einer Viehtränke ertrunken, weilmsie dort reinspringen WOLLTE und leider dann nur kopfüber drin hing. Mein Mann ist dann so schnell es ging zu ihr hin und hat sie raus gezogen. Jedenfalls war sie vor dieser Begebenheit eine Wasserratte, danach ging sie nie mehr weiter, als mit den Beinen rein. Aber wer einmal das Gefühl kennen gelernt hat, wie es ist fast zu ertrinken, kann sehr leicht nachvollziehen, warum. Das wird sicher bei deiner Fellmaus mit der Vorgeschichte nicht anders sein.

Die Sache mit deinem Vater wäre aber sicher noch zu verbessern. Allerdings liegt da viel dran, ob dein Vater bereit wäre, daran mitzuarbeiten. Denn solche Ängste zu überwinden braucht gaaanz viel Zeit und Geduld. Das Beste wäre dabei, dir Rat dazu bei einem guten Hundetrainer zu holen, denn hier im Hundeforum aus der Ferne kann man eine solche Situation nicht wirklich abschätzen, um den richtigen Ansatz für ein solches Training zu finden.
 

Isabel

Foren-Guru
Hundeängste lassen sich nicht abgewöhnen. Traumatisierte Hunde brauchen ganz viel Zeit, oft viele Jahre um Vertrauen wieder aufzubauen. Falls der Themensteller interessiert ist, kann ich gern mehr darüber schreiben, da wir 12 Jahre mit einer traumatisierten Hündin gearbeitet haben und auch jetzt seit gut 2 Jahren wieder einen solchen "Fall" bei uns im Haus haben.

Qoldlady's Ausführungen schließ ich mich vollumfänglich an.
 

Markis

Mitglied
Hallo,
also kommen wir zum Problem mit deinem Dad (das ist nämlich gerade wichtiger):
Ich hatte einen ähnlichen Fall aus dem TS, einen Angstbeißer, nur das er ALLE Männer angeknurrt hat, ich habe das Problem ich ca. 3 einhalb Jahren vollständig lösen können, also Gedult wirst du auf jeden Fall brauchen.;)
Außerdem wirst du mehrgleisig arbeiten müssen:

1. Ich vermute mal, das deine Maus im Moment wo sie deinen Vater sieht ausflippt und nicht ansprechbar ist (was völlig verständlich ist), deswegen würde ich ihm erstmal auftrainieren, sich auf ein Kommando zu entspannen (hier ist das sehr gut erklärt, klappt auch bei Menschen: xxx oder Easy Dogs / Dr. Ute Blaschke-Berthold: Konditionierung der Entspannung).
Aggressiv reagiert er, weil er Angst hat, nacch dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung".

2. Dein Dad darf sich aus der Sicht des Hundes auf keinen Fall bedrohlich verhalten, also:
-nicht direkt angucken, vor allem Augenkontakt meiden!
-auf keinen Fall über den Hund beugen! (passiert häuig aus Versehen, kann aber sehr einschüchtern)
- wenn ihr irgendwann so weit seit das er den Hund anfassen kann sollte er sich dafür immer hinhocken!
- er sollte außerdem selbst entspannt sein (und du auch!!!> gib dir ein Entspannungskommando, kann man ja wie gesagt auch bei Menschen machen), dadurch das du/er Angst hast/hat, verschlimmert sich die Lage!
- du und dein Dad sollten langsame, für den Hund nachvollziebare Bewegungen machen, außerdem sollte er nicht die Arme heben!

3. Holt euch auf jeden Fall einen guten Hundetrainer, der mit positiver Bestärkung arbeitet!
Dieser wird euch weitere Tipps geben können.


Nun zum "Schwimmproblem":

Am besten ist hier spielerisch zu arbeiten, wobei ich denke das du bis er schwimmen geht sehr viel Zeit (Jahre) brauchen wirst, aber so weit muss man eigentlich gar nicht gehen, wenn er bis zum Bauch reingeht ist es doch auch ok, oder?

1.Du kannst versuchen dort, wo er sich traut mit ihm zu spielen, nach und nach "spielst" du dich dann weiter ins Wasser.
2.Oder du wirfst schwimmfähige Leckerchen (z.B. Trockenfutter) ins Wasser und lässt eihn die rausangeln, diese wirfst du nach und nach ins tiefere Wasser
.
3.Du kannst dir sinkende Leckerchen beschaffen und lässt ihn dann tauchen, zuerst in so seichtem Wasser, dass das Leckerchen nicht mal vollständig unter der Wasseroberfläche ist, dann wirfst du es langsam tiefer. Diese Methode wird deinen Hund nicht zum Schwimmen bringen, aber vielleicht verliehrt er dann die Angst vorm Wasser ein Bisschen
.

Zum Schluß will ich dir noch einen guten Hundeblog empfehlen, dort findest du auch viele Tipps zum Thema Angsthund: xxx

LG Markis
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Isabel

Foren-Guru
Lucas, warum aber möchtest Du denn unbedingt, daß Dein Kleiner ins Wasser geht, wenn er denn panische Angst davor hat?

Aus dem kurzen Text lese ich heraus, daß es noch einige andere Baustellen gibt, die ich erst einmal angehen würde, da sie für den täglichen Umgang wichtig sind.

Traumatisierten Hunden muß man ganz viel Zeit lassen. Wir haben vor 13 Jahren eine 5 Monate alte Hündin aus dem Tierheim aufgenommen, die hatte vor allem und jedem Angst, auch vor Wasser, das war aber in Anbetracht der Vielzahl der Ängste erst einmal unwichtig. Ein Hund muß ja nicht ins Wasser gehen. Schritt für Schritt haben wir Vertrauen aufgebaut.
Schritt für Schritt hat sie ihre Ängste abgebaut, über Jahre und mit ganz viel Geduld.

Nach 5 Jahren dann ging sie schon mal mit den Pfoten ins Wasser, später bis zum Bauch und in ihrem letzten Lebensjahr ist sie dann zum ersten Mal geschwommen. Ja, es kann so lange dauern, muß aber nicht.

Mit Leckerchen reinlocken, das hat es jedenfalls nicht gebracht.
 

Qoldlady

♡Lovepo!nts♡
Und wenn dieser Hund tatsächlich das Gefühl früher mal hatte, vielleicht zu ertrinken, wäre es überaus kontraproduktiv ihn mit Leckerchen zum "tauchen" annimieren zu wollen...auch wenn es nur mit der Nase ist!

Ins Wasser zu gehen würde ich überhaupt keinen Hund zwingen, auch nicht, wenn er noch gar keine Erfahrung damit hatte. Entweder macht er das irgendwann von ganz allein, oder eben nicht. Ansonsten würde ich zur Anschaffung von Fischen statt Hunden raten. Es gibt eben Hunde, die sind von Natur aus Wasserratten und andere eben nicht. Wir hatten hier beides scbon.
 

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