Alaskan Malamute: Die kraftvolle Lokomotive der Arktis
Kurzinfos & Steckbrief
Der Alaskan Malamute ist eine der ältesten und beeindruckendsten Schlittenhundrassen der Welt. Während der Husky der Sprinter des Nordens ist, verkörpert der Malamute die pure Kraft - die schwere „Lokomotive“. Er wurde gezüchtet, um tonnenschwere Lasten durch die unwirtlichsten Regionen Alaskas zu ziehen und ist bis heute ein Symbol für Ausdauer, Stärke und unbändigen Überlebenswillen.
- Herkunftsland: USA (Alaska)
- FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) / Sektion 1 / Nr. 243
- Größe: Rüden ca. 64 cm (Ideal) | Hündinnen ca. 58 cm (Ideal)
- Gewicht: ca. 30 kg bis 45 kg
- Besonderheit: Enorme Zugkraft und extrem wetterfestes Fell
Geschichte: Der treue Gefährte der Mahlemiut
Die Wurzeln des Alaskan Malamute liegen bei dem Volk der Mahlemiut, einem Inuit-Stamm im Nordwesten Alaskas. Im Gegensatz zu vielen anderen Schlittenhundrassen, die oft für Schnelligkeit gezüchtet wurden, benötigten die Mahlemiut Hunde, die schwere Lasten wie Nahrungsvorräte und Schlitten über riesige Distanzen durch tiefen Schnee ziehen konnten. Diese Hunde waren für das Überleben der Menschen essenziell.
Während des Goldrausches im späten 19. Jahrhundert wurde der Malamute auch bei Siedlern und Goldsuchern beliebt, da er als zuverlässiger Lastentransporteur unersetzlich war. Leider führte dies auch zu Einkreuzungen anderer Rassen, um noch mehr Masse zu erzielen. Dank engagierter Liebhaber wurde der reine Typ jedoch bewahrt und 1935 offiziell anerkannt. Heute ist er der offizielle „State Dog“ von Alaska und verkörpert wie kein zweiter das Erbe der arktischen Pioniere.
Erscheinungsbild: Kraftvolle Eleganz und arktischer Schutz
Der Alaskan Malamute ist ein stattlicher, muskulöser Hund, der sofort Respekt einflößt. Sein Körperbau ist auf maximale Hebelkraft und Ausdauer ausgelegt. Sein breiter Kopf mit den dunklen, mandelförmigen Augen und den mittelgroßen Stehohren verleiht ihm einen freundlichen, aber würdevollen Ausdruck.
Fell, Farben und Maske:
- Das Haarkleid: Er besitzt ein extrem dichtes, doppeltes Fell. Das Deckhaar ist eher kurz und rau (Stockhaar), während die Unterwolle ölig und wollig ist. Dies macht ihn praktisch immun gegen Kälte und Nässe.
- Farbvariationen: Die Palette reicht von hellem Grau bis zu tiefem Schwarz, oft in Kombination mit Weiß an Bauch, Läufen und Teilen der Gesichtsmaske. Reinweißes Fell ist erlaubt, aber selten.
- Die Augen: Ein wichtiger Hinweis für Kenner: Blaue Augen sind beim Alaskan Malamute ein Zuchtausschlussfehler. Seine Augen sind stets braun bis dunkelbraun.
- Rute: Die buschige Rute wird wie eine wehende Feder über dem Rücken getragen und dient dem Hund im Schlaf als Wärmeschutz für die empfindliche Nase.
Wesen: Freundlicher Riese mit eigenem Willen
Der Alaskan Malamute ist ein hochsozialer, geselliger und freundlicher Hund. Er liebt die Gesellschaft von Menschen und ist entgegen seinem wolfsähnlichen Aussehen meist ein schlechter Wachhund, da er Fremde oft schwanzwedelnd begrüßt. Er ist extrem loyal gegenüber seinem „Rudel“ und braucht den Familienanschluss dringend.
Trotz seiner Freundlichkeit darf man seine Intelligenz und Unabhängigkeit nicht unterschätzen. Als ursprünglicher Arbeitshund ist er gewohnt, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Er besitzt einen starken eigenen Willen und wird Befehle nur ausführen, wenn er eine respektvolle Führung erkennt. Er ist kein Hund für blinden Gehorsam, sondern ein Partner auf Augenhöhe. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt; Kleintiere wecken sofort den Urinstinkt des Jägers in ihm.
Haltung: Ein Leben für die Bewegung
Die Haltung eines Alaskan Malamute ist eine Lebensaufgabe. Er ist ein Hochleistungssportler, der täglich massive körperliche und geistige Auslastung benötigt. Ein gemütlicher Spaziergang um den Block ist für ihn nicht mehr als ein Aufwärmtraining.
Anforderungen an das neue Zuhause:
- Bewegungsdrang: Er liebt Trekking-Touren, Wandern und vor allem Zugarbeit. Das Laufen am Fahrrad oder Ziehen eines Bollerwagens kommt seinen Instinkten sehr entgegen.
- Platzbedarf: Eine Stadtwohnung ist ungeeignet. Er braucht Platz und idealerweise einen großen, ausbruchssicheren Garten (Malamutes sind exzellente Gräber!).
- Rudelleben: Er ist ungern allein. Eine Haltung als Zweithund ist oft ideal, da er die Kommunikation mit Artgenossen liebt.
- Klima: Hitze verträgt er sehr schlecht. Im Sommer muss er geschont werden; sein Wohlfühlbereich liegt deutlich unter dem Gefrierpunkt.
Erziehung: Konsequenz ohne Härte
Die Erziehung eines Malamutes erfordert viel Geduld und eine klare Linie. Er lernt schnell, hinterfragt aber ständig die Hierarchie. Liebevolle Konsequenz ist der Schlüssel. Da er sehr kräftig ist, muss besonders die Leinenführigkeit von Welpenbeinen an trainiert werden.
Eine frühe Sozialisierung ist entscheidend, besonders in Bezug auf andere Hunde und Kleintiere. Sein ausgeprägter Jagdinstinkt bedeutet oft, dass er in waldreichen Gebieten dauerhaft an der Leine bleiben muss. Wer jedoch Zeit in eine vertrauensvolle Bindung investiert, bekommt einen Partner, der mit einem durch dick und dünn geht.
Gesundheit und Pflege
Trotz seiner robusten Natur gibt es rassespezifische Themen:
- Fellpflege: Das dichte Fell muss regelmäßig gebürstet werden. Während des Fellwechsels (zweimal im Jahr) verliert er enorme Mengen an Unterwolle - eine Zeit, in der Staubsauger an ihre Grenzen kommen.
- Gelenke: Wie bei vielen großen Rassen sollte auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) geachtet werden.
- Augen: Gelegentlich treten grauer Star oder PRA auf.
- Zink-reaktive Dermatose: Eine Stoffwechselstörung, bei der der Hund Zink nicht richtig aufnehmen kann, was zu Hautproblemen führt.
Häufige Fragen (FAQ) zum Alaskan Malamute
Was ist der Unterschied zum Siberian Husky?
Der Malamute ist deutlich größer, schwerer und kräftiger. Er ist der Lastenträger (Lokomotive), während der Husky der schnellere Sprinter ist. Malamutes haben zudem niemals blaue Augen.
Kann ein Malamute allein bleiben?
Ungern. Er ist ein extremes Rudeltier. Lange Isolation kann zu Trennungsangst und lautstarkem Heulen (Malamutes bellen selten, sie „reden“ oder heulen eher) führen.
Ist er als Familienhund geeignet?
Ja, er ist sehr kinderlieb und sanftmütig im Umgang mit Menschen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Familie seinen massiven Bewegungsdrang teilt.
Bildergalerie: Alaskan Malamute
Impressionen der majestätischen Kraftpakete:











Ich halte einen Alaskan Malamute, der momentan viel zu wenig Auslauf erhält, da ich viel am Arbeiten bin, was früher nicht so war. Früher bin ich mit meiner Malamute Dame min. 1,5 Std. mit dem Fahrrad von zuhause fort geblieben und das 2x Pro Tag. Doch momentan reicht die Zeit grade einmal für einen schnellen 30 minuten Spaziergang. Das macht mich und meinen Hund traurig 🙁 Man sollte sich ,bevor man so einen Bewegungsfreudigen Hund holt, überlegen was wäre wenn die Arbeit mehr Zeit von einem fordern würde und ob das passieren könnte…
Eine wirklich spannende Rasse, die nur zu einer kleinen Gruppe von Menschen passt. Es kann passieren, das er kein Freund eurer Nachbarn wird, wenn ihr wie ich Nachbarn habt, welche zu viel Zeit haben und gerne Kontakt zum Ordnungsamt halten. Diese Hunde brauche viel Auslauf am besten im Gespann oder vorm Fahrrad, sie sind sehr Ursprünglich und lieben die Kälte und die Natur. Bei genügend Auslastung erhält man einen Ausgeglichenen glücklichen Hund.