Samojede: Das lächelnde Energiebündel aus der Arktis
Geschichte und Herkunft: Die treuen Begleiter der Nenzen
Der Samojede gehört zu den ursprünglichsten Hunderassen der Welt. Seinen Namen verdankt er dem Volk der Samojeden (heute Nenzen), die als Nomaden in den eisigen Regionen Nordsibiriens lebten. Anders als viele andere Schlittenhunderassen war der Samojede weit mehr als nur ein Nutztier. Er lebte eng mit seinen Menschen zusammen, schlief oft mit im Zelt (Chum) und diente dort als lebende Wärmequelle für die Kinder.
Seine Aufgaben waren vielfältig: Er zog Schlitten, bewachte die Rentierherden und half bei der Jagd. Ende des 19. Jahrhunderts brachte der britische Forscher Ernest Kilburn Scott die ersten Exemplare nach Europa. Von hier aus begann der Siegeszug der „strahlend weißen Hunde“. Ein interessantes Detail: Die ursprünglichen Hunde der Samojeden waren keineswegs nur weiß, es gab auch schwarze und braune Tiere. In der modernen Zucht hat sich jedoch das reine Weiß als Standard durchgesetzt.
Das "Samojeden-Lächeln" und das Wesen
Das wohl bekannteste Merkmal der Rasse ist das „Samojeden-Lächeln“. Es entsteht durch die Kombination der leicht schräg gestellten Augen mit den nach oben gezogenen Lefzenwinkeln. Dieses Lächeln spiegelt ihren Charakter perfekt wider: Samojeden sind extrem freundliche, aufgeschlossene und verträgliche Hunde.
Sie sind hochintelligent, neugierig und sehr aktiv. Durch ihre jahrtausendelange enge Bindung an den Menschen brauchen sie intensiven Familienkontakt. Ein Samojede, der im Zwinger oder isoliert gehalten wird, verkümmert seelisch. Er ist am liebsten überall dabei und fordert seine Streicheleinheiten lautstark oder durch sanftes Anstupsen ein. Trotz seiner Sanftmut ist er kein „Befehlsempfänger“ - wie viele nordische Hunde besitzt er ein gesundes Maß an Eigenständigkeit.
Haltung: Ein Sportler für aktive Familien
Samojeden eignen sich aufgrund ihres liebevollen Wesens hervorragend als Familienhunde. Man darf jedoch nicht vergessen, dass sie Arbeitshunde sind. Ein Samojede braucht viel Auslauf - mindestens zwei Stunden täglich sind das absolute Minimum. Dabei geht es nicht nur um gemütliches Spazierengehen; er liebt es zu rennen, zu wandern oder am Fahrrad zu laufen.
Aufgrund seiner Geschichte als Hüte- und Jagdhund ist bei den meisten Samojeden ein gewisser Jagdtrieb vorhanden. Das bedeutet, dass ein Freilauf in wildreichen Gebieten ein sehr gutes Training voraussetzt. Als Wachhund ist er gänzlich ungeeignet: Einbrecher würde er wahrscheinlich schwanzwedelnd begrüßen und zur Tür führen. Er meldet Besucher zwar oft durch Belllaute an (Samojeden sind sehr kommunikativ und „reden“ gerne), zeigt aber keinerlei Aggression.

Fell und Pflege: Eine weiße Pracht mit Tücken
Das Fell des Samojeden ist legendär: lang, sehr dicht, üppig und abstehend. Es besteht aus einer kurzen, weichen Unterwolle und einem längeren, harscheren Deckhaar. Diese Struktur schützt den Hund perfekt vor Kälte und Schmutz - tatsächlich ist das Fell weitgehend selbstreinigend.
Die Kehrseite der Medaille:
- Haarverlust: Samojeden haaren das ganze Jahr über. Zweimal im Jahr findet ein massiver Fellwechsel statt, bei dem die Unterwolle büschelweise ausfällt.
- Bürsten: Regelmäßiges Bürsten (mindestens 2-3 Mal pro Woche) ist Pflicht, um Verfilzungen zu vermeiden.
- Hitze: Aufgrund des dichten Pelzes leiden Samojeden im Sommer unter hohen Temperaturen. Lange Touren sollten dann in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.
Wichtig: Samojeden sollten niemals geschoren werden, da das Fell als Isolierschicht auch vor Sonnenbrand schützt und die Haut ohne Fell extrem empfindlich reagiert.
Erziehung: Intelligenz trifft Eigensinn
Samojeden sind klug und lernen schnell, aber sie hinterfragen Kommandos gerne auf ihren Sinngehalt. Eine Erziehung mit Kadavergehorsam wird bei dieser Rasse nicht funktionieren. Mit Geduld, positiver Verstärkung und viel Abwechslung erreicht man jedoch sehr viel. Da sie sehr sensibel auf die Stimmung ihrer Menschen reagieren, ist eine liebevolle, aber konsequente Führung der Schlüssel zum Erfolg.
Besonderes Augenmerk sollte auf das Training der Bellfreudigkeit gelegt werden, da Samojeden dazu neigen, alles lautstark zu kommentieren. Auch das Ziehen an der Leine ist ein Thema, da ihnen das „Ziehen“ quasi in den Genen liegt.
Gesundheit: Robust, aber nicht ohne Risiken
Der Samojede gilt als eine robuste Rasse, die bei guter Pflege ein stolzes Alter von bis zu 14 Jahren erreichen kann. Dennoch gibt es rassetypische Erkrankungen, die man kennen sollte:
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Wie bei vielen mittelgroßen und großen Rassen sollte auf geröntgte Elterntiere geachtet werden.
- Diabetes Mellitus: Samojeden haben eine statistisch höhere Neigung zu Zuckerkrankheit.
- Samojeden-Hereditäre-Glomerulopathie: Eine erbliche Nierenerkrankung, die vor allem Rüden betreffen kann.
- Augenerkrankungen: Gelegentlich treten Progressive Retinaatrophie (PRA) oder Grauer Star auf.
Häufige Fragen (FAQ) zum Samojeden
Riechen Samojeden stark nach Hund?
Nein, erstaunlicherweise gehört der Samojede zu den geruchsarmen Rassen. Sogar wenn das Fell nass ist, riecht er deutlich weniger als viele andere Hunde.
Kann man einen Samojeden in der Wohnung halten?
Ja, sofern er täglich mehrere Stunden ausgelastet wird. Er braucht jedoch einen kühlen Platz zum Schlafen und sollte nicht im obersten Stockwerk ohne Aufzug leben (wegen der Gelenke).
Ist der Samojede ein Anfängerhund?
Bedingt. Er ist zwar freundlich und nicht aggressiv, aber sein Eigensinn und sein hoher Bewegungsdrang fordern von Anfängern viel Engagement und Geduld.
Braucht ein Samojede unbedingt einen zweiten Hund?
Er ist ein sehr geselliger Hund. Er muss nicht zwingend einen Zweithund haben, braucht dann aber umso mehr Aufmerksamkeit durch seine Menschen.
Bildergalerie: Samojede
Erleben Sie das strahlende Weiß und das bezaubernde Lächeln der Nordlichter:











Ist schon irre. Habe aus Spaß den Test gemacht „Welcher Hund passt zu mir?“. Kaum zu glauben, aber als erstes steht dort Samojede! Das lustige ist ich habe 2 Stück davon! Bessere Wegbegleiter für eine Familie kann man sich nicht vorstellen.
Ich habe eigentlich gehofft das dort Tibet Terrier steht?war zwar nicht so aber ich habe ja schon eine kleine Tibi Maus und bin total Begeistert von der Rasse?würde mir immer wieder einen holen?
Hallo
Haben heute unseren Samojeden mit fast 15 Jahren einschläfern lassen müsssen.
Das war ein schwerer Tag !
Es gibt keine tollere Rasse und ich werde mit Sicherheit wieder einen bekommen.
Gruß an alle Hunsefreunde
Bei uns leben bereits 3 Generationen unter einem Dach und alle arbeiten noch und sind geistig sowie körperlich fit. Der älteste wird 13 Jahre alt, die jüngste ist 2 Jahre alt.
Samojeden sind vielseitig einsetzbar (ausser im Schutzhundebereich). Natürlich nur bei entsprechender Zuchtauswahl, geistiger Beschäftigung von Welpenbeinen an . Der Samojede, ein kinderlieber Familien-, Begleit-, Funsport- und Schlittenhund.Sicher kein Hund für Jedermann. Wie man den Samojeden auslasten und beschäftigen kann, findet man unter anderem in unserer Homepage beschrieben.
Hallo!
Zur information: unser Samojede ist 17 Jahre und 4 Monate alt und möchte ins Giness Buch der Rekorde.
Gruß
Klaus