Yakutian Laika: Der robuste arktische Jagd- und Schlittenhund
Geschichte und Herkunft: Überlebenskünstler des arktischen Nordens
Der Yakutian Laika gehört zu den ältesten und ursprünglichsten nordischen Hunderassen. Seine Vorfahren begleiteten die indigenen Völker Sibiriens (Jakuten, Ewenken, Jukagiren) bereits vor Jahrhunderten bei der Jagd auf Pelztiere, beim Ziehen von Schlitten und als Hofwächter. Durch die extreme Kälte Jakutiens (bis -50 °C) und die harten Lebensbedingungen entwickelte sich eine Rasse mit unglaublicher Widerstandsfähigkeit, dichtem Fell und hoher Selbstständigkeit.
Im 20. Jahrhundert wurde die Rasse fast vergessen, erst in den 1990er Jahren begann man in Russland systematisch, die letzten verbliebenen Linien zu erhalten und zu züchten. Seit 2011 ist der Yakutian Laika offiziell von der FCI anerkannt und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit auch außerhalb Russlands, besonders bei Menschen, die einen echten „Arktis-Hund“ suchen.
Wesen und Charakter: Selbstständig, mutig, familienverbunden
Der Yakutskaya Laika ist ein typischer nordischer Jagd- und Arbeitshund: selbstständig denkend, mutig, wachsam und extrem loyal gegenüber ihrer Familie. Er ist kein „Kuschler“ für jeden: Fremden gegenüber zeigt er eine natürliche Reserviertheit bis hin zu deutlicher Distanz. Innerhalb der Familie ist er jedoch sehr anhänglich und verschmust.
Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt, er jagt leidenschaftlich, hat eine exzellente Nase und arbeitet gerne selbstständig. Gegenüber anderen Hunden ist er meist verträglich, zeigt aber oft ein gesundes Selbstbewusstsein. Er bellt gerne und laut, wenn etwas verdächtig ist, ein natürlicher Wachinstinkt.
Haltung & Auslastung: Für aktive, kälteerprobte Menschen

Der Yakutian Laika – gemacht für Schnee und Kälte
Der Yakutian Laika braucht viel Bewegung und geistige Beschäftigung, am besten in Form von Jagd- oder Fährtenarbeit, Schlittenziehen (bei Schnee) oder langen Touren in der Natur. Er ist kein Hund für die Stadtwohnung oder für Menschen, die nur kurze Gassirunden wollen.
Ideal ist ein großes Grundstück (am besten mit hohem Zaun) und ein Halter, der ihn im Winter ausgiebig beschäftigt. Er liebt Schnee, Kälte und Wasser, Baden im eiskalten See ist für ihn ein Vergnügen. Im Sommer muss er vor Hitze geschützt werden (dichtes Fell!).
Erziehung: Souveränität und Konsequenz nötig
Der Yakutian Laika ist intelligent, lernt schnell, hat aber auch einen starken eigenen Kopf. Er braucht einen sehr souveränen, ruhigen und konsequenten Halter, wer unsicher ist, wird schnell ausgetestet. Positive Verstärkung funktioniert hervorragend, aber klare Grenzen sind Pflicht.
Frühe Sozialisierung ist extrem wichtig, Welpen sollten viele Menschen, Tiere und Situationen kennenlernen. Ihr Jagdtrieb muss kontrolliert werden (Rückruftraining ist essenziell). Mit der richtigen Hand wird er ein sehr treuer, ruhiger und zuverlässiger Begleiter.
Fellfarben & Pflege: Dickes, wetterfestes Nordfell
Das Fell ist dicht, doppelt (sehr dicke Unterwolle) und wetterfest. Farben:
- Weiß mit Grau/Schwarz/Lochbraun (Schecken, Platten, Wolfsschimmel)
- Schwarz, Grau, Braun – oft mit weißen Abzeichen
Pflege: Während des Fellwechsels (Frühjahr/Herbst) tägliches Bürsten notwendig, sonst 1–2× pro Woche. Baden nur bei starker Verschmutzung, das Fell reinigt sich selbst.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Yakutian Laika ist sehr robust und gesund – durch die harte natürliche Selektion in Sibirien. Typische Probleme sind selten, aber durch die Größe und den Körperbau möglich:
- HD & ED (Hüft- und Ellenbogendysplasie) gute Züchter testen
- Augenerkrankungen (Katarakt, PRA) – selten
- Magen-Dilatation-Volvulus (Magendrehung) – bei großen Rassen immer ein Risiko
Lebenserwartung: 12–15 Jahre – oft sehr langlebig bei artgerechter Haltung.
Häufige Fragen (FAQ) zum Jakutischen Laika
Ist der Yakutian Laika ein guter Familienhund?
Nicht der perfekte Familienhund – zwar sehr familienbezogen und lieb zu „seinen“ Menschen. Fremden gegenüber jedoch wachsam und distanziert.
Braucht er viel Auslauf?
Ja – lange Touren, Schlittenziehen oder Jagdsimulationsspiele sind ideal. Er liebt Schnee und Kälte über alles.
Ist der Yakutian Laika für Anfänger geeignet?
Nein. Er braucht einen sehr erfahrenen, souveränen Halter mit Konsequenz und viel Zeit für Beschäftigung.
Kann er in einer Wohnung gehalten werden?
Schwierig. Er braucht Platz und Bewegung, am besten ein großes Grundstück mit Garten.










