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Aujeszky Virus (Pseudowut) beim Hund – Tödliche Fälle 2025/26

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Zuletzt aktualisiert: Januar 2026 – Aktuelle tragische Fälle in Mecklenburg-Vorpommern (Herbst/Winter 2025) machen die Aujeszkysche Krankheit wieder zur realen Gefahr für Hunde in Deutschland, besonders bei Spaziergängen im Wald oder in der Nähe von Wildschweinen.

Aujeszkysche Krankheit: So schützt du deinen Hund

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Im Herbst und Winter 2025 hat die Tierklinik Rostock mehrere tragische Fälle der Aujeszkyschen Krankheit (auch Pseudowut genannt) bei Hunden behandelt, alle endeten tödlich. Betroffen waren Jagdhunde, die bei Drückjagden oder im Wald direkten Kontakt zu Wildschweinen hatten. Trotz schneller Vorstellung in der Klinik konnten die Tiere nicht gerettet werden. In Mecklenburg-Vorpommern wurden mindestens vier Jagdhunde seit November 2025 eingeschläfert (u. a. zwei Deutsch Drahthaar im Landkreis Ludwigslust-Parchim und weitere in Nordwestmecklenburg). Das Virus ist bei Wildschweinen in Deutschland weiter verbreitet und für Hunde immer tödlich. Auch Spaziergänger in waldreichen Gebieten (MV, Brandenburg, Niedersachsen, NRW etc.) müssen aufpassen: Ein kurzer Kontakt kann reichen.

🐗 Was ist die Aujeszkysche Krankheit?

Die Aujeszkysche Krankheit wird durch das Suid-Herpesvirus 1 (SHV-1) verursacht. Wildschweine sind der Hauptwirt – sie tragen das Virus oft lebenslang ohne Symptome. Bei Hunden (und Katzen) ist es eine seltene, aber extrem gefährliche Zoonose-ähnliche Infektion: Das Virus befällt das zentrale Nervensystem und verläuft bei Hunden **immer tödlich**. Es gibt keine Behandlung und keine Impfung für Hunde. Deutschland ist seit 2003 frei von Aujeszky bei Hausschweinen, aber bei Wildschweinen bleibt das Virus präsent – besonders in Regionen mit hoher Wildschwein-Dichte.

Typische Symptome - sofort handeln!

  • Starker, quälender Juckreiz (oft am Kopf, Gesicht, Hals - Hunde zerkratzen sich blutig)
  • Hohes Fieber und Apathie / extreme Unruhe
  • Erbrechen (teilweise blutig), starker Speichelfluss
  • Neurologische Ausfälle: Koordinationsstörungen, Lähmungen, Krämpfe, Kreisbewegungen
  • Verhaltensänderungen: Aggression, Desorientierung, Schmerzen beim Liegen oder Berühren
  • Atemprobleme, Schwäche bis Koma

Inkubationszeit: Tage bis Wochen. Bei Verdacht sofort in die nächste Tierklinik - leider meist keine Rettung möglich.

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Bei diesen Symptomen immer sofort in eine Tierklinik oder zum Tierarzt. Die Symptome sind so schwerwiegend, dass sowieso gehandelt werden muss. Letztlich kann auch noch Hoffnung bestehen, dass es sich nicht um den Aujetzky Virus handelt, sondern eine andere Erkrankung dahinter steht, die vielleicht behandelt werden kann.

🦠 Wie wird das Virus übertragen?

Die Übertragung erfolgt ausschließlich durch direkten Kontakt mit infizierten Wildschweinen oder deren Ausscheidungen: Biss, Speichel, Blut, Kadaver oder Verzehr von rohem Schweinefleisch/Wurst. Aktive Jagdhunde sind also besonders gefährdet. Es gibt keine Übertragung von Hund zu Hund oder auf den Menschen - Hunde sind Endwirte und sterben schnell. Das Risiko ist in der Drückjagdsaison (Herbst/Winter) am höchsten, aber auch normale Waldspaziergänge in Wildschwein-Gebieten können gefährlich werden, wenn ein Hund neugierig an einem Kadaver schnuppert oder ein Wildschwein überrascht wird.

🛡️ Wichtige Präventionsmaßnahmen – das kannst du sofort tun

In Regionen mit vielen Wildschweinen (aktuell besonders Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, NRW und mehr) gilt: Vorsicht ist der einzige Schutz. Hier die wichtigsten Tipps aus der Praxis:

  • Leinenpflicht im Wald einhalten – lass deinen Hund nie frei laufen, besonders in der Jagdsaison (Oktober–Februar) oder bei frischen Wildschwein-Spuren.
  • Kein rohes Schweinefleisch oder Wurst verfüttern – auch nicht als Belohnung oder BARF-Anteil. Gekochtes ist sicher, roh ist lebensgefährlich.
  • Kadaver meiden – riecht dein Hund an einem toten Wildschwein oder schnuppert intensiv? Sofort wegziehen und danach gründlich Hände waschen.
  • Aufmerksamkeit im Alltag – in waldreichen Gebieten immer auf Wildschwein-Rudel achten, besonders bei Dämmerung oder in Dickicht.
  • Bei Symptomen keine Zeit verlieren – Juckreiz + Fieber + Unruhe = sofort Tierklinik! Je früher, desto besser die Chance auf palliative Linderung.

Ein Moment der Unachtsamkeit kann tödlich enden – aber mit konsequenter Vorsicht ist das Risiko sehr klein.

Das Virus kommt aktuell bei Hausschweinen nicht vor. Und doch geht man hier lieber auf Nummer sicher und verfüttert daher generell kein rohes Schweinefleisch. Die größte Gefahr geht also eindeutig vom rohen Wildschweinfleisch aus. Das sollte man im Hinterkopf behalten wenn man mit seinem Hund im Wald spazieren geht. Aber auch wenn man selbst Jäger ist oder Wildschweinfleisch vom Jäger bekommt: immer Aufmerksam sein und aufpassen, dass der Hund zu diesem Fleisch kein Zugang hat - weder Fleisch noch Knochen davon bekommt.

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