Du bist auf der Suche nach einem Rassewelpen beim Züchter? Ein seriöser Züchter ist kein bloßer Verkäufer - er ist der Beschützer seiner Welpen und möchte sicherstellen, dass seine Schützlinge den bestmöglichen Platz auf Lebenszeit finden. Wie du einen seriösen Anbieter erkennst, erfährst du in unserem Ratgeber Augen auf beim Welpenkauf.
Doch hast du dich schon gefragt, wie du selbst auf den Züchter wirkst? In der Hundezucht herrscht oft ein Nachfrageüberhang: Auf einen Welpen kommen viele Bewerber. Wer hier mit Wissen, Empathie und Ehrlichkeit glänzt, hat deutlich bessere Chancen auf seinen Traumhund. Dieser Knigge hilft dir dabei, im Dschungel der Züchtersuche alles richtig zu machen.
1. Suchen Sie nicht nach einem WELPEN, suchen Sie nach einem ZÜCHTER!
In den sozialen Medien wird man von süßen Welpenbildern überflutet. Doch Vorsicht: Ein niedliches Foto sagt nichts über die Aufzuchtbedingungen oder die Gesundheit der Ahnen aus. Ein Hund wird Sie etwa 15 Jahre begleiten - die Wahl des Züchters sollte daher nicht impulsiv erfolgen.
Ein guter Züchter teilt Ihre Werte in Bezug auf Erziehung, Gesundheit und Wesen. Er ist die Person, die Sie auch bei Problemen in drei Jahren noch anrufen können. Suchen Sie also nach einer Person, der Sie vertrauen, und lassen Sie sich nicht allein von der Verfügbarkeit eines Welpen leiten.

2. Planen Sie ein, auf einen Welpen zu warten
In unserer heutigen "Sofort-Verfügbar-Gesellschaft" fällt Warten schwer. Doch bei Lebewesen bestimmt die Natur den Rhythmus. Ein seriöser Züchter produziert keine "Lagerware". Er plant Würfe sorgfältig und lässt seinen Hündinnen die nötigen Pausen. Eine Wartezeit von sechs Monaten oder einem Jahr ist absolut üblich und gibt Ihnen zudem die Zeit, sich intensiv auf den Einzug vorzubereiten. Wer "jetzt sofort" einen Hund will, landet leider oft bei unseriösen Vermehrern.
3. Stellen Sie sich ausführlich und ehrlich vor
Züchter erhalten täglich Mails wie: "Hallo, was kostet der braune Rüde?". Solche Anfragen landen meist direkt im Papierkorb. Warum? Weil sie zeigen, dass der Hund als Ware und nicht als Lebewesen betrachtet wird. Ein Züchter möchte wissen, wohin seine "Babys" kommen.
Das gehört in Ihre Vorstellung:
- Wer gehört zur Familie (Kinder, andere Tiere)?
- Wie sieht Ihre Wohnsituation aus (Garten, Mietwohnung, ländlich/städtisch)?
- Wie ist die Zeitplanung (Berufstätigkeit, Betreuung des Welpen am Anfang)?
- Welche Erfahrung haben Sie mit Hunden oder dieser speziellen Rasse?
- Was sind Ihre Pläne (Hundesport, reiner Begleithund, Therapiehundearbeit)?
4. Seien Sie darauf vorbereitet, auch mal ein „Nein“ zu bekommen
Es kann passieren, dass ein Züchter Ihnen absagt oder sagt: "In diesem Wurf ist kein passender Hund für Sie dabei." Nehmen Sie das nicht als Beleidigung Ihrer Person auf. Ein Züchter kennt die Energieniveaus seiner Welpen. Wenn Sie einen ruhigen Begleiter suchen, der Wurf aber aus extrem arbeitsfreudigen "Arbeitstieren" besteht, schützt die Absage Sie vor jahrelanger Überforderung. Vertrauen Sie auf die Expertise des Menschen, der die Welpen 24 Stunden am Tag beobachtet.
5. Erwarten Sie nicht, einen Welpen frei wählen zu können
Dies ist ein oft umstrittener Punkt und für viele Interessenten zunächst völlig unverständlich. Viele Menschen wählen unbewusst den Welpen, der durch sein Aussehen oder sein Verhalten irgendwie aus dem Wurf heraussticht. Sind in einem Wurf beispielsweise fünf schwarze Welpen und ein brauner, so ist der braune oft der begehrteste - umgekehrt genauso.
Hier hilft es, sich einmal in die Lage des Züchters zu versetzen: Er hat sich Monate auf diesen Wurf vorbereitet, alles gegeben, um ihn zu ermöglichen, und investiert jede freie Minute in seine Hunde. Für ihn bedeutet jedes dieser kleinen Wesen unendlich viel. Würden Sie es toll finden, einen Welpen in eine Familie zu geben, nur weil er aufgrund eines weißen Ohres oder einer speziellen Zeichnung ausgesucht wurde?
Gibt es nicht viel wichtigere Faktoren für die Entscheidung für ein zukünftiges Familienmitglied? Genau! Zum Beispiel die Charaktereigenschaften, die vor allem der Züchter selbst kennt, da er die Welpen rund um die Uhr erlebt. Das bedeutet nicht, dass Ihnen starr ein Welpe zugeteilt wird. Meist kommen zwei bis drei Welpen für Sie in Frage. Dann kann man gemeinsam mit dem Züchter überlegen, welcher Welpe am besten in Ihre Familie passt. Vertrauen Sie dem Züchter und seien Sie nicht traurig, wenn Ihr optischer Favorit nicht in Frage kommt. Versuchen Sie, offen zu sein, und versteifen Sie sich nicht auf das Aussehen.
6. Verbindlichkeit: Fairness gegenüber dem Züchter
Wenn Sie sich bei mehreren Züchtern auf die Liste setzen lassen, ist das Ihr gutes Recht. Aber: Sobald Sie eine Zusage bei einem Züchter gegeben haben, informieren Sie bitte umgehend alle anderen. Züchter führen oft lange Wartelisten mit enttäuschten Menschen, die gerne nachrücken würden. Ein kurzes, freundliches Telefonat oder eine Mail genügt. Nichts ist unfairer, als einen Züchter bis zum Abholtag im Glauben zu lassen, man käme vorbei, und dann einfach nicht zu erscheinen.







