Fellfarben Genetik

Fellfarben G-Serie: ergrauen (progressive greying)

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G-Serie: Progressive Greying (fortschreitendes Ergrauen)

Das dominante Allel der G-Serie ist verantwortlich für ein fortschreitendes Ergrauen des gesamten Hundes, das als „progressive greying“ bezeichnet wird. An diesem Genort existieren zwei Varianten.

  • G - fortschreitendes Ergrauen
  • g - kein fortschreitendes Ergrauen

Das Allel G ist dominant. Bereits ein einzelnes G-Allele genügt, damit sich das Ergrauen im Fell ausprägt. Hunde mit diesem Genotyp werden zunächst in voller Farbausprägung geboren und beginnen erst im Laufe der ersten ein bis zwei Lebensjahre sichtbar zu ergrauen. Dieses Ergrauen ist daher kein altersbedingter Prozess, sondern genetisch gesteuert.

Vom Ergrauungsprozess betroffen ist ausschließlich das Fell. Nasenspiegel, Augenlider und Pfotenballen behalten ihre ursprüngliche dunkle Pigmentierung. Es ergraut lediglich Eumelanin, also schwarzes oder dunkelbraunes Pigment, während Phäomelanin (gelb-rot) unverändert bleibt.

Vergleichsweise wenige Rassen tragen dieses Gen. Besonders bekannt für das progressive Greying sind unter anderem Kerry Blue Terrier, Bedlington Terrier, Cairn Terrier und der Bouvier des Flandres.

Das vollständige Grau entwickelt sich erst im Laufe der ersten zwei Lebensjahre. Bei der Geburt erscheinen die Hunde schwarz oder dunkelbraun.


Beispiel: Entwicklung des Ergrauens

junger Kerry Blue Terrier
junger Kerry Blue Terrier
erwachsener Kerry Blue Terrier
erwachsener Kerry Blue Terrier

Weitere Beispiele für Progressive Greying

Bedlington Terrier greying
Bedlington Terrier
Irish Wolfhound greying
Irish Wolfhound
Cairn Terrier greying
Cairn Terrier

Zusätzliche Hinweise zur Bedeutung der G-Serie

Die G-Serie nimmt innerhalb der Fellfarben-Genetik eine besondere Stellung ein, da sie keine eigenständige Farbe erzeugt, sondern die bestehende Pigmentierung im Laufe der Zeit sichtbar verändert. Das progressive Greying wirkt immer auf vorhandenes Eumelanin und überlagert andere Farbserien wie die A-, B- oder D-Serie optisch, ohne deren genetische Grundlage zu verändern.

Für Züchter ist dieses Wissen besonders wichtig, da Welpen mit dem Allel G bei der Geburt nicht von nicht-ergrauenden Hunden zu unterscheiden sind. Erst mit zunehmendem Alter zeigt sich, ob ein Hund genetisch zur fortschreitenden Aufhellung neigt. Dies kann insbesondere bei der Farbplanung innerhalb einer Zuchtlinie eine Rolle spielen.

Auch für Hundehalter kann das progressive Greying zunächst überraschend sein, da sich das äußere Erscheinungsbild eines Hundes in den ersten Lebensjahren deutlich verändert. Das zunehmende Ergrauen ist jedoch völlig normal und stellt keinen Hinweis auf Alter oder gesundheitliche Probleme dar.

Die G-Serie verdeutlicht eindrucksvoll, dass Fellfarbe beim Hund kein statisches Merkmal ist, sondern sich genetisch gesteuert über die Zeit verändern kann. Sie zeigt, wie dynamisch die Fellfarbenvererbung ist und wie eng äußeres Erscheinungsbild und genetische Prozesse miteinander verknüpft sind.


© J. Junge - www.Hundeseite.de

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