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Akita (Inu): Der stolze Samurai unter den japanischen Hunden

Akita Inu Japanischer Akita rot weiss

Der Akita: Ein Symbol für Treue und Würde

Kurzinfos & Steckbrief

Der Akita (früher Akita Inu) ist weit mehr als nur ein Hund - er ist ein japanisches Naturdenkmal. Bekannt für seine unerschütterliche Loyalität und sein würdevolles, fast stoisches Auftreten, ist er ein Begleiter für Kenner. Er vereint die Kraft eines Jägers mit der Ruhe eines Wächters und stellt dabei hohe Ansprüche an die Persönlichkeit seines Besitzers.

  • Herkunftsland: Japan
  • FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) / Sektion 5 / Nr. 255
  • Größe: Rüden 64-70 cm (Ideal 67 cm) | Hündinnen 58-64 cm (Ideal 61 cm)
  • Gewicht: ca. 30 kg bis 45 kg
  • Besonderheit: Das charakteristische „Urajiro“ (weißliche Zeichnung)

Geschichte: Vom Bärenjäger zum Nationalheiligtum

Der Akita blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte in der Präfektur Akita auf der japanischen Insel Honshu zurück. Ursprünglich wurden seine Vorfahren, die „Akita Matagis“, zur Jagd auf Schwarzwild, Hirsche und sogar den mächtigen Yezo-Bären eingesetzt. In der Edo-Zeit wandelte sich sein Schicksal: Er wurde zum Statussymbol des Adels und leider auch in Hundekämpfen eingesetzt.

Nachdem die Rasse Anfang des 20. Jahrhunderts fast ausgestorben war, wurde sie 1931 zum „Naturdenkmal Japans“ erklärt. Weltberühmt wurde die Rasse durch die Geschichte von Hachiko, dem Akita, der jahrelang täglich am Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen wartete. Nach dem Zweiten Weltkrieg spaltete sich die Rasse: Während die Amerikaner massivere Hunde mit dunklen Masken bevorzugten (heute der American Akita), besannen sich die Japaner auf den ursprünglichen, eleganteren Typ ohne schwarze Maske.


Erscheinungsbild: Kraftvolle Harmonie und Urajiro

Ein Akita strahlt eine natürliche Autorität aus. Er ist ein großer, kräftig gebauter Hund mit einem breiten Kopf und den typischen, leicht nach vorne geneigten Stehohren, die ihm einen aufmerksamen Ausdruck verleihen.

Fellbeschaffenheit und Farben:

  • Struktur: Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle weich und extrem dicht. Das verleiht ihm ein plüschiges, aber dennoch robustes Aussehen. Besonders an der Rute ist das Haar lang und buschig.
  • Farben: Rot-falbfarben, Sesam (rot-falb mit schwarzen Spitzen), Gestromt oder Reinweiß.
  • Das Urajiro-Merkmal: Mit Ausnahme der reinweißen Hunde müssen alle Akitas das „Urajiro“ aufweisen. Dabei handelt es sich um weißliches Haar seitlich am Fang, an den Backen, der Unterseite des Kiefers, Hals, Brust, Bauch, der Rutenunterseite und der Innenseite der Gliedmaßen.


Wesen: Ein Hund mit eigenem Kopf

Der Akita ist kein Hund für jedermann. Er ist ruhig, selbstbewusst und mutig. Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen besitzt er keinen angeborenen „Will to Please“. Ein Akita hinterfragt Kommandos und handelt oft eigenständig. Wer Kadavergehorsam oder einen Hund sucht, der für jedes Leckerli Purzelbäume schlägt, wird mit einem Akita nicht glücklich.

Innerhalb seiner Familie ist er jedoch ein Fels in der Brandung: Treu, anhänglich und schützend. Er hat eine sehr hohe Reizschwelle und lässt sich im Haus kaum aus der Ruhe bringen. Fremden gegenüber ist er jedoch distanziert bis abweisend. Sein Schutztrieb ist angeboren und muss nicht gefördert werden - ein Akita bewacht sein Heim und seine Menschen instinktiv und lautlos.


Haltung: Anspruchsvoll und individuell

Die Haltung eines Akitas erfordert viel Fingerspitzengefühl. Er ist kein Hund für die Hundewiese, da er oft wenig Wert auf den Kontakt mit fremden Artgenossen legt. Viele Akitas neigen zu einer gewissen Intoleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden, was Spaziergänge zur Managementaufgabe machen kann.

Wichtige Aspekte der Haltung:

  • Jagdtrieb: Als ehemaliger Bärenjäger besitzt er eine exzellente Nase und einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Ein Freilauf ist oft nur in sicherem Gelände möglich.
  • Platzbedarf: Er passt sich dem Wohnen im Haus gut an, schätzt aber ein eigenes Grundstück, das er selbstständig bewachen darf.
  • Kein Sport-Freak: Er liebt lange, ruhige Spaziergänge, ist aber meist kein Fan von hektischen Sportarten wie Agility.


Erziehung: Führung durch Respekt

Einen Akita erzieht man nicht mit Druck, sondern durch Souveränität und gegenseitigen Respekt. Wenn ein Akita seinen Besitzer als fähigen Rudelführer akzeptiert, ist er ein gehorsamer und verlässlicher Partner. Jede Form von Härte würde die Bindung zu diesem stolzen Japaner dauerhaft zerstören.

Eine umfassende und sehr frühe Sozialisierung ist das A und O. Der Welpe muss lernen, dass fremde Menschen und Hunde keine Bedrohung darstellen, um später im Alltag gelassen reagieren zu können. Geduld und Konsequenz sind hier die Schlüsselwörter.


Gesundheit und Pflege

Der Akita ist grundsätzlich robust, doch wie alle großen Rassen gibt es spezifische Themen:

  • Fellwechsel: Zweimal im Jahr verliert der Akita seine Unterwolle in riesigen Mengen. In dieser Zeit ist tägliches Bürsten Pflicht, sonst versinkt die Wohnung in Haaren. Außerhalb dieser Phasen ist das Fell eher pflegeleicht.
  • Autoimmunerkrankungen: Akitas haben eine gewisse Veranlagung für Erkrankungen wie Sebadenitis (Haut) oder das Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom (VKH).
  • Gelenke: Wie bei allen großen Hunden sollte auf Hüftgelenksdysplasie (HD) geachtet werden.


Häufige Fragen (FAQ) zum Akita

Ist der Akita für Anfänger geeignet?
In der Regel nein. Sein eigenwilliges Wesen und die Tendenz zur Unverträglichkeit mit Artgenossen erfordern viel Erfahrung in Hundekommunikation und Führung.

Bellt ein Akita viel?
Nein, der Akita gehört zu den eher schweigsamen Rassen. Wenn er bellt, hat er meist einen sehr triftigen Grund.

Was ist der Unterschied zwischen Akita Inu und American Akita?
Der japanische Akita ist eleganter, fuchsähnlicher und darf keine schwarze Maske haben. Der American Akita ist massiver, schwerer und hat oft einen dunklen Kopf.


Bildergalerie: Akita

Impressionen der stolzen japanischen Nationalhunde:

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