Bichon Frisé: Der fröhliche Lockenkopf mit dem großen Herzen
Geschichte und Herkunft: Vom Seefahrerhund zum blaublütigen Begleiter
Die Wurzeln des Bichon Frisé (französisch für „gelockter Schoßhund“) reichen weit zurück. Es wird vermutet, dass die Urahnen dieser Rasse von den Kanarischen Inseln, insbesondere von Teneriffa, stammen. Seefahrer brachten die kleinen, weißen Hunde im 14. Jahrhundert nach Europa, wo sie schnell die Aufmerksamkeit des Adels erregten.
Besonders am französischen Hof unter König Franz I. und später unter Heinrich III. avancierte der Bichon zum absoluten Liebling der Aristokratie. Er wurde parfümiert, geschmückt und wie ein wertvolles Juwel behandelt. Nach der Französischen Revolution änderte sich sein Status: Vom Palast zog es ihn auf die Straße, wo er als gelehriger Begleiter von Drehorgelspielern und Zirkuskünstlern seine Kunststücke vorführte. Diese wechselvolle Geschichte hat ihm seinen heutigen Charakter verliehen: Eine Mischung aus stolzer Eleganz und einer großen Portion Humor.
Wesen und Charakter: Ein Charmeur auf vier Pfoten

Der Bichon Frisé
Der Bichon Frisé ist ein unabhängiger, temperamentvoller und überaus fröhlicher Zeitgenosse. Er gilt als der perfekte Begleithund, da er eine natürliche Gabe besitzt, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sein Wesen ist geprägt von Geduld, Mut und einer bemerkenswerten Wachsamkeit, ohne dabei ein Kläffer zu sein.
Im Gegensatz zu manch anderen Kleinhunderassen zeigt der Bichon Frisé weder Misstrauen noch Aggressivität gegenüber Fremden. Er geht offen auf Menschen und andere Tiere zu. Er ist extrem lernfähig und intelligent, was die Erziehung - bei einer liebevollen und konsequenten Hand - sehr einfach macht. In der Familie zeigt er sich als treuer Gefährte, der gleichermaßen gerne spielt wie ausgiebig kuschelt. Er ist ein Hund, der die Nähe seiner Menschen braucht und ungern über lange Zeit allein gelassen wird.
Haltung: Flexibel, aktiv und stadttauglich
Oft wird der Bichon Frisé als klassischer „Stadthund“ bezeichnet. Das ist zwar richtig, da er sich aufgrund seiner Größe und Anpassungsfähigkeit wunderbar in kleinen Wohnungen wohlfühlt, wird seinem Bewegungsdrang aber nicht ganz gerecht. Dieser Hund ist kein reiner „Couch-Potato“. Bei Spaziergängen zeigt er eine erstaunliche Ausdauer und Energie.
Er liebt es, die Welt zu erkunden, und eignet sich sogar für kleinere Wanderungen oder Hundesportarten wie Agility für kleine Hunde. Sein Spieltrieb bleibt oft bis ins hohe Alter erhalten. Da er kaum haart und keinen typischen „Hundegeruch“ entwickelt, ist er ein angenehmer Mitbewohner, der auch im Büro oder auf Reisen meist ein gern gesehener Gast ist.
Das Fell: Weiße Pracht mit Pflegeanspruch
Das markanteste Merkmal des Bichon Frisé ist sein schneeweißes, korkenzieherartiges Fell. Die feinen Locken sind weich, seidig und können eine Länge von bis zu 10 cm erreichen. Da der Bichon eine dichte Unterwolle besitzt, aber nahezu keine Haare verliert, bleibt das abgestorbene Haar im Fell hängen.
Die Pflegeanforderungen:
- Regelmäßiges Bürsten: Um Verfilzungen vorzubeugen, muss der Bichon mindestens alle zwei Tage gründlich gebürstet werden.
- Schneiden & Trimmen: Etwa alle 6 bis 8 Wochen ist ein Besuch beim Hundefriseur ratsam, um die charakteristische Silhouette beizubehalten.
- Augenpflege: Die Augen neigen zu Tränenspuren auf dem weißen Fell und sollten täglich vorsichtig gereinigt werden.
Gesundheit: Ein robuster kleiner Kerl
Der Bichon Frisé gilt als eine sehr gesunde und robuste Rasse. Er ist weit weniger anfällig für Erbkrankheiten als viele andere Moderassen. Dennoch gibt es Punkte, auf die Halter achten sollten:
- Patellaluxation: Wie bei vielen kleinen Hunden kann die Kniescheibe verrutschen.
- Zahngesundheit: Aufgrund des kleinen Kiefers neigt die Rasse zu Zahnsteinbildung. Regelmäßige Zahnpflege ist wichtig.
- Hautempfindlichkeit: Bei mangelnder Fellpflege oder Allergien kann es zu Hautreizungen kommen.
Häufige Fragen (FAQ) zum Bichon Frisé
Ist der Bichon Frisé ein guter Hund für Anfänger?
Ja, absolut. Er ist lernwillig, freundlich und hat keinen ausgeprägten Jagdtrieb. Seine unkomplizierte Art macht ihn zum idealen Ersthund.
Haart der Bichon Frisé wirklich nicht?
Er verliert fast keine Haare. Das abgestorbene Haar muss jedoch ausgekämmt werden, da es sonst zu schmerzhaften Filzplatten führt.
Bellt ein Bichon Frisé viel?
Er ist wachsam und schlägt kurz an, wenn es an der Tür läutet. Er ist jedoch kein nervöser Kläffer, solange er geistig und körperlich ausgelastet ist.
Verträgt er sich mit Kindern?
Der Bichon ist sehr geduldig und kinderlieb. Dennoch sollten Kinder lernen, dass er aufgrund seiner Größe kein Spielzeug ist und Rückzugsmöglichkeiten braucht.
Bildergalerie: Bichon Frisé
Lassen Sie sich von dem weißen Charmeur verzaubern:
no images were found
Foto: ©f8grapher/Fotolia










