Bologneser: Der weiße Charmeur aus der Welt des Adels
Geschichte: Vom kaiserlichen Rom bis zum italienischen Hochadel
Der Bologneser blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Seine Wurzeln liegen in den kleinen weißen Hunden, die bereits Aristoteles im antiken Griechenland erwähnte. Während der Römerzeit waren diese Hunde als „Canes Melitenses“ bekannt und galten als kostbare Geschenke für einflussreiche Persönlichkeiten.
Seinen Namen erhielt er schließlich von der italienischen Stadt Bologna. Im Zeitalter der Renaissance war der Bologneser der Inbegriff des Luxushundes. Er war der ständige Begleiter des italienischen Hochadels und ein beliebtes Motiv in der Malerei (unter anderem bei Tizian und Goya). Sogar Maria Theresia von Österreich und Katharina die Große waren den charmanten kleinen Italienern verfallen. Heute hat er seinen exklusiven Status als Adelshund abgelegt und glänzt als einer der sanftmütigsten Familienhunde der Welt.
Erscheinungsbild: Weiße Wolke auf vier Pfoten

Der Bologneser
Der Bologneser ist ein kleiner, quadratisch gebauter Hund, der durch sein üppiges, reinweißes Haarkleid besticht. Das Fell ist lang, lockig und steht locker vom Körper ab, was ihm ein „wattiertes“ Aussehen verleiht. Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen hat der Bologneser keine Unterwolle, was ihn für manche Allergiker interessant macht (eine individuelle Testung ist jedoch zwingend erforderlich).
Sein Kopf ist harmonisch gebaut, die Augen sind groß, dunkel und ausdrucksstark. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen dem weißen Fell und dem schwarzen Nasenschwamm sowie den dunklen Lidrändern, was ihm einen wachen und intelligenten Ausdruck verleiht.
Wesen: Ein Ruhepol mit sonnigem Gemüt
Wer einen lauten, quirligen Wirbelwind sucht, wird beim Bologneser eher nicht fündig. Diese Hunde gelten als ausgesprochen ruhig, besonnen und tiefenentspannt. Sie sind extrem menschenbezogen und bauen eine sehr enge Bindung zu ihren Besitzern auf. Trotz ihrer Gelassenheit besitzen sie ein angenehmes Temperament - sie sind verspielt und fröhlich, aber niemals fordernd.
Der Bologneser ist zudem sehr wachsam, meldet aber meist dezent und ist kein klassischer „Kläffer“. Er beobachtet seine Umgebung genau und ist sehr sensibel für die Stimmungen in seiner Familie. Er ist ausgesprochen kinderlieb, sofern die Kinder respektvoll mit ihm umgehen.
Haltung: Der perfekte Stadthund
Durch seine Größe und sein ruhiges Wesen ist der Bologneser der ideale Wohnungshund. Er braucht nicht stundenlang über Felder zu jagen, um glücklich zu sein. Dennoch freut er sich über tägliche Spaziergänge und die Möglichkeit, neue Gerüche zu erkunden. Er ist sehr anpassungsfähig: Er begleitet seine Menschen gerne ins Büro oder ins Café, bleibt aber nach entsprechendem Training auch mal für kurze Zeit brav alleine.
Ein wichtiger Aspekt der Haltung ist seine Abneigung gegen Einsamkeit. Der Bologneser ist ein „Schattenhund“ - er möchte dort sein, wo seine Menschen sind. Für Berufstätige, die den ganzen Tag außer Haus sind, ist er daher weniger geeignet.
Pflege: Schönheit braucht Hingabe
Das prächtige weiße Fell ist zweifellos das Aushängeschild des Bolognesers, erfordert aber Disziplin vom Halter:
- Bürsten: Tägliches Bürsten ist Pflicht, um das Verfilzen der Locken zu verhindern. Besonders die Stellen hinter den Ohren und unter den Achseln sind kritisch.
- Baden: Da das weiße Fell Schmutz magisch anzieht, sollte der Hund regelmäßig mit einem milden Hundeshampoo gebadet werden.
- Augenpflege: Die Augen neigen zu Tränenfluss, was im weißen Fell unschöne braune Ränder hinterlassen kann. Tägliches Säubern der Augenpartie ist daher wichtig.
- Zahnpflege: Wie viele Zwerghunde neigt er zu Zahnstein. Regelmäßiges Zähneputzen oder spezielle Kausnacks beugen Entzündungen vor.
Gesundheit und Lebenserwartung
Der Bologneser ist eine robuste Rasse, die bei guter Pflege eine Lebenserwartung von etwa 12 bis 15 Jahren hat. Dennoch gibt es rassetypische Schwachstellen:
- Patellaluxation (PL): Eine lockere Kniescheibe, die bei vielen kleinen Rassen vorkommt. Zuchttiere sollten darauf untersucht sein.
- Zahnprobleme: Engstände im Kiefer können zu frühzeitigem Zahnverlust führen.
- Ohren: Aufgrund der hängenden Ohren und des Haarwuchses im Gehörgang sollten die Ohren regelmäßig auf Entzündungen kontrolliert werden.
Häufige Fragen (FAQ) zum Bologneser
Haart der Bologneser?
Nein, der Bologneser gehört zu den Rassen, die kaum Haare verlieren. Das abgestorbene Haar bleibt in den Locken hängen und muss ausgebürstet werden.
Ist er schwer zu erziehen?
Ganz im Gegenteil! Er ist sehr intelligent und möchte gefallen. Mit positiver Verstärkung lernt er Grundkommandos und kleine Tricks im Handumdrehen.
Was ist der Unterschied zum Malteser?
Der Malteser hat glattes, seidiges Fell, während der Bologneser lockiges, flockiges Haar besitzt. Zudem gilt der Bologneser oft als etwas ruhiger und weniger „aufgeregt“ als der Malteser.
Kann man ihn scheren?
Hygienisch ist ein Kürzen möglich, aber man zerstört damit den rassetypischen Look der Lockenwolke. Für den Hausgebrauch wird das Fell oft auf eine pflegeleichte Länge gekürzt.
Bildergalerie: Bologneser
Lassen Sie sich von dem Charme der kleinen Italiener verzaubern:
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Foto: ©Jan Gross/Fotolia










