Foxterrier: Das drahthaarige und glatte Energiebündel aus Großbritannien

Drahthaar Foxterrier
Kurzinfos & Steckbrief
Der Foxterrier ist der Inbegriff des britischen Terriers: furchtlos, intelligent und voller Tatendrang. Ursprünglich gezüchtet, um Füchse aus ihrem unterirdischen Bau zu treiben, besticht er heute als vielseitiger Jagdhelfer und lebhafter Begleiter. Ob im eleganten glatten Kleid oder im robusten Drahtlock-Look - der Foxterrier ist ein Hund für Menschen, die Charakter, Wachsamkeit und eine Prise Eigensinn zu schätzen wissen.
- Herkunftsland: Großbritannien
- FCI-Standard: Gruppe 3 (Terrier) / Sektion 1 / Nr. 12 (Glatt) & Nr. 169 (Draht)
- Größe: Schulterhöhe bis ca. 39 cm
- Gewicht: ca. 7 kg bis 8,25 kg
- Besonderheit: Zwei eigenständige Rassen mit identischem Ursprung
Geschichte: Der furchtlose Jäger der roten Füchse
Die Geschichte des Foxterriers ist eng mit der englischen Parforcejagd auf den Fuchs verknüpft. Schon im 18. Jahrhundert wurden kleine, wehrhafte Hunde benötigt, die den Foxhounds folgen konnten. Wenn der Fuchs in seinen Bau flüchtete, kam die Stunde des Foxterriers: Er musste in den Bau eindringen und den Fuchs "sprengen" - also zum Verlassen des Verstecks zwingen.
Interessanterweise wurden Glatthaar- und Drahthaar-Foxterrier lange Zeit als eine Rasse betrachtet und miteinander gekreuzt. Erst im späten 19. Jahrhundert trennten sich die Wege. Der Glatthaar-Typ war zunächst beliebter, da er im Bau weniger Dreck im Fell sammelte. Später holte der Drahthaar-Typ durch seine markante Optik auf. Heute sind beide Typen weltweit geschätzte Rassehunde, die ihren ursprünglichen Mut und ihre Arbeitsfreude bis heute bewahrt haben.
Erscheinungsbild: Eleganz trifft auf Funktionalität
Der Foxterrier ist ein Hund von symmetrischem, kraftvollem Bau. Er wirkt wie ein perfekt trainierter Athlet - kompakt, aber niemals plump. Sein kurzer Rücken und seine geraden Läufe verleihen ihm eine enorme Sprungkraft und Schnelligkeit.
Die zwei Varianten und ihre Merkmale:
- Glatthaar (Smooth): Das Fell ist glatt, flach anliegend, hart und dicht. Es ist extrem pflegeleicht und unterstreicht die feinen Linien des Körpers.
- Drahthaar (Wire): Das Fell hat eine dichte, sehr drahtige Textur. Es ist fast lockig und wirkt besonders am Fang (Bart) und an den Läufen sehr markant. Es ist wetterfest und schützt vor Verletzungen im Unterholz.
- Farben: Weiß dominiert bei beiden Rassen. Abzeichen in Schwarz, Schwarz-Loh oder reinem Loh (Braun) sind typisch. Unerwünscht sind laut Standard gestromte oder leberbraune Flecken.
- Kopf: Der lange, keilförmige Kopf mit den kleinen V-förmigen Klappohren gibt dem Foxterrier seinen typischen, aufmerksamen Ausdruck.
Wesen: Ein temperamentvoller Charakterkopf

Drahthaar Foxterrier: Drahtig und flink
Der Charakter des Foxterriers lässt sich am besten mit dem Wort "lebensfroh" beschreiben. Er ist temperamentvoll, flink und stets zu Späßen aufgelegt. Seinen Menschen gegenüber ist er freundlich und aufgeschlossen. Er sucht den Kontakt und ist ein treuer Schatten seiner Besitzer.
Allerdings ist er auch ein echter Terrier: selbstsicher, mutig und gelegentlich eigensinnig. Er hinterfragt Kommandos gerne, wenn er gerade etwas Interessanteres entdeckt hat. Sein Jagdtrieb ist tief verwurzelt - ein vorbeihuschendes Eichhörnchen ist oft Motivation genug für einen rasanten Sprint. Zudem gilt er als wachsam und meldet Fremde zuverlässig an, ohne jedoch ein unnötiger Kläffer zu sein.
Haltung: Aktivität als Lebenselixier
Ein Foxterrier ist kein Hund für Menschen, die nur gemütlich auf der Couch sitzen wollen. Er braucht Bewegung und geistige Beschäftigung. Er lässt sich wunderbar in einer Wohnung halten, solange er draußen sein Pensum an Action bekommt.
Was ein Foxterrier braucht:
- Viel Auslauf: Lange Spaziergänge, Joggingrunden oder Wanderungen sind ideal. Er ist ein ausdauernder Läufer.
- Hundesport: Agility, Dog Dance oder Apportierspiele lasten seinen wachen Geist und seinen flinken Körper perfekt aus.
- Sicherer Freilauf: Aufgrund des Jagdtriebs sollte der Freilauf nur in sicherem Gelände oder nach sehr gutem Training erfolgen.
- Familienanschluss: Er möchte mittendrin statt nur dabei sein. Er liebt das Spiel mit Kindern, sofern diese respektvoll mit ihm umgehen.
Erziehung: Konsequenz mit Charme
Die Erziehung eines Foxterriers erfordert Geduld und absolute Konsequenz. Da er intelligent ist, begreift er schnell, was man von ihm will - er prüft aber ebenso schnell, ob man es wirklich ernst meint. Eine liebevolle, aber bestimmte Führung ist der Schlüssel zum Erfolg.
Stumpfer Drill liegt ihm nicht; er braucht Abwechslung und Motivation. Da er zu Dominanz gegenüber anderen Hunden neigen kann, ist eine frühe Sozialisierung in einer Welpengruppe sehr wichtig. Mit der richtigen Führung entwickelt er sich zu einem gehorsamen Begleiter, der für seinen Besitzer durchs Feuer geht.
Gesundheit und Pflege: Robust und Vital
Der Foxterrier gilt als eine der gesündesten Hunderassen. Es sind kaum rassetypische Erbkrankheiten bekannt, was ihn zu einem langlebigen Partner macht.
- Pflege (Glatt): Sehr pflegeleicht. Gelegentliches Bürsten reicht aus, um lose Haare zu entfernen.
- Pflege (Draht): Das drahthaarige Fell muss regelmäßig getrimmt (nicht geschoren!) werden, um die tote Unterwolle zu entfernen und die Haut gesund zu halten.
- Lebenserwartung: Bei guter Pflege erreichen sie oft ein Alter von 13 bis 15 Jahren.
Häufige Fragen (FAQ) zum Foxterrier
Ist der Foxterrier für Anfänger geeignet?
Bedingt. Er braucht Menschen, die konsequent sind und sich nicht von seinem Charme austricksen lassen. Er ist ein aktiver Hund, der Führung benötigt.
Verträgt er sich mit anderen Haustieren?
In der Regel ja, wenn er früh daran gewöhnt wurde. Sein Jagdtrieb gegenüber Kleintieren (Hamster, Meerschweinchen) sollte jedoch nie unterschätzt werden.
Bellt der Foxterrier viel?
Er ist wachsam und meldet Besucher an. Ein übermäßiger Kläffer ist er jedoch meist nur dann, wenn er unterfordert oder nicht konsequent erzogen ist.
Bildergalerie: Foxterrier
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Ich bin seit Jahren frohe Besitzerin eines Foxls.
Leider wird auch bei dieser Rasse immer intensiver auf das Aussehen gesetzt. Darum gibt es mittlerweile auch beim Foxterriern Probleme: Die (mediale) Partellaluxation! Sie wird sogar häufig diagnostiziert. Beim Züchter (aus dem Münsterland) stieß ich leider auf Widerstand, als ichh ihn bat, die Verpaarung zu überprüfen, da ein Faktor für eine Partellaluxation die Vererbung zur Anlage ist (auch hier die Fütterung und Belastung des Junghundes, denn Hunde erwerben die Patellaluxation wohl in den ersten Lebensmonaten). Also: Ahnentafel prüfen und recherchieren, ob Patellaluxation diagnostiziert wurde!!!