Flat Coated Retriever: Der „Peter Pan“ unter den Apportierhunden

Der Flat Coated Retriever
Kurzinfos & Steckbrief
Der Flat Coated Retriever ist der elegante, sportliche Cousin des Golden und Labrador Retrievers. Er ist bekannt für sein ständig wedelndes Hinterteil, seine unerschöpfliche Lebensfreude und seine glänzende, schwarze oder leberfarbene Erscheinung. Ein Hund, der niemals erwachsen zu werden scheint und seine Besitzer mit seinem Humor täglich neu begeistert.
- Herkunftsland: Großbritannien
- FCI-Standard: Gruppe 8.1 (Apportierhunde) / Nr. 121
- Größe: Rüden 59-61,5 cm | Hündinnen 56,5-59 cm
- Gewicht: ca. 25 kg bis 36 kg
- Besonderheit: Enormer Arbeitswille, „Will to Please“ und eine ausgeprägte Wasserpassion
Geschichte: Der einstige Favorit der britischen Jäger
Während heute Labrador und Golden Retriever die Beliebtheitsskalen anführen, war der Flat Coated Retriever am Ende des 19. Jahrhunderts der am häufigsten eingesetzte Jagdhund in Großbritannien. Er entstand aus der Kreuzung von Neufundländern (St. John’s Dogs), Settern und wahrscheinlich auch Collies. Das Ziel war ein Hund, der schnell, ausdauernd und extrem führig war.
Besonders die britischen Wildhüter schätzten den „Flat“ für seine Fähigkeit, geschossenes Niederwild auch in schwierigem Gelände oder aus eiskaltem Wasser zuverlässig zu apportieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre die Rasse fast ausgestorben, doch engagierte Liebhaber retteten den Bestand. Heute erlebt der Flat Coated Retriever eine Renaissance als vielseitiger Sport-, Jagd- und Familienhund.
Erscheinungsbild: Eleganz in Schwarz und Braun

Der Flat Coated Retriever wirkt im Vergleich zum Labrador deutlich eleganter und feingliedriger. Sein Kopf ist einzigartig: Er ist lang und „aus einem Guss“ geformt, mit einem kaum ausgeprägten Stop, was ihm einen fast aristokratischen Ausdruck verleiht.
Fell und Farben:
- Struktur: Das Haar ist dicht, fein bis mittelfein und so glatt wie möglich. Es glänzt stark und verleiht dem Hund eine edle Optik. Die Läufe und die Rute sind gut befedert (Fransenbildung).
- Farben: Der Standard erlaubt nur zwei Farbschläge: Reines Schwarz oder Leberfarben (ein tiefes Dunkelbraun). Gelbe Varianten kommen genetisch vor, sind aber von der Zucht ausgeschlossen.
- Wetterfestigkeit: Sein Fell ist extrem wasserabweisend und schützt ihn auch bei stundenlanger Arbeit im nassen Schilf oder bei winterlichen Temperaturen.
Wesen: Ein Herz voller Temperament und Sensibilität
Der Flat Coated Retriever wird oft als der „Peter Pan“ der Hundewelt bezeichnet. Er behält seine jugendliche Verspieltheit und seine Neugier oft bis ins hohe Alter bei. Er ist extrem freundlich zu Menschen und Artgenossen und sucht ständig den physischen Kontakt zu seinem „Rudel“.
Doch hinter der fröhlichen Fassade steckt ein hochsensibler Arbeitshund. Er besitzt einen unermüdlichen Finde- und Apportierwillen. Sein „Will to Please“ - der Drang, seinem Besitzer alles recht zu machen - ist stark ausgeprägt. Das macht ihn einerseits leicht trainierbar, andererseits reagiert er auf Druck oder eine „harte Hand“ sehr empfindlich und kann dann völlig blockieren.
Haltung: Kein Hund für Stubenhocker
Wer sich für einen Flat Coated Retriever entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein: Dieser Hund benötigt eine Aufgabe. Ein normaler Spaziergang oder Ballwerfen im Garten reichen diesem Spezialisten nicht aus. Ohne entsprechende geistige Herausforderung kann der Flat zu einem nervösen, unterforderten „Nervenbündel“ werden.
Die ideale Auslastung:
- Dummyarbeit: Das ist die Paradedisziplin. Hier kann er seine angeborenen Fähigkeiten (Markieren, Einweisen, Suchen) ausleben. Viele Besitzer betreiben diesen Sport professionell in Arbeitsprüfungen.
- Wasserarbeit: Als leidenschaftlicher Schwimmer liebt er jede Gelegenheit, ins Wasser zu springen - egal bei welcher Jahreszeit.
- Nasenarbeit: Ob Mantrailing oder Fährtensuche - seine Nase ist exzellent und möchte genutzt werden.
- Hundesport: Er eignet sich hervorragend für Agility, Obedience oder als Rettungshund. Nur der Schutzdienst ist aufgrund seines absolut friedfertigen Wesens nicht geeignet.
Erziehung: Geduld, Humor und Konsequenz
In der Jugendphase ist der Flat Coated Retriever ein echtes Energiebündel. Er strotzt vor Ideen und kann seine Besitzer mit seinem Übermut manchmal an den Rand der Verzweiflung bringen. Die Erziehung erfordert daher viel Geduld, Humor und eine liebevolle Konsequenz.
Er lernt durch Belohnung und positive Verstärkung blitzschnell. Da er sehr menschenbezogen ist, ist die Trennung von seiner Familie für ihn schwierig. Er sollte von Anfang an lernen, auch mal zur Ruhe zu kommen, da er sonst dazu neigt, ständig in Erwartungshaltung zu sein (Hyperaktivität).
Gesundheit: Die Schattenseiten der Rasse
Leider ist der Flat Coated Retriever gesundheitlich etwas vorbelastet. Eine sorgfältige Auswahl des Züchters ist hier wichtiger als bei vielen anderen Rassen.
- Krebs (Sarkome): Die Rasse hat leider eine statistisch höhere Anfälligkeit für bestimmte Tumorarten (wie das Histiozytäre Sarkom). Dies ist ein Schwerpunkt in der Forschung und Zuchtauslese.
- Gelenke: Wie bei allen Retrievern wird auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) untersucht.
- Augen: Regelmäßige Untersuchungen auf erbliche Augenerkrankungen (wie Goniodysplasie oder Katarakt) sind Standard in seriösen Vereinen.
- Lebenserwartung: Im Durchschnitt liegt sie bei etwa 8 bis 10 Jahren, wobei viele Hunde bei guter Führung auch älter werden.
Häufige Fragen (FAQ) zum Flat Coated Retriever
Ist er als Anfängerhund geeignet?
Ja, aber nur für sehr aktive Anfänger, die bereit sind, sich intensiv mit der Dummyarbeit oder dem Hundesport auseinanderzusetzen. Er verzeiht Erziehungsfehler, leidet aber unter Unterforderung.
Haart ein Flat Coated Retriever stark?
Ja, er besitzt ein doppeltes Haarkleid mit Unterwolle. Er sollte regelmäßig gebürstet werden, um abgestorbene Haare zu entfernen und den Glanz des Fells zu erhalten.
Kann man ihn in der Wohnung halten?
Wenn er draußen seine „Arbeit“ bekommt, ist er drinnen ein sehr ruhiger, fast unauffälliger Mitbewohner, der am liebsten zu Ihren Füßen liegt.
Bildergalerie: Flat Coated Retriever
Der schwarze Blitz in Aktion:
Foto: ©Dogs/Fotolia










Meiner ist echt total verschmust! Er braucht sehr viel Bewegung und versteht sich gut mit Menschen und Hunde. Mit Kleintieren bin ich noch am arbeiten…geht aber immer besser, er starrt nur noch nach aber lässt die Kleintiere ansonsten in frieden! ACHTUNG: Ich kenne eine Hundehalterin die einen flat coated retriver besitzen (rüde) und sie haben echt Probleme da sie nicht konsequent genug war….er Ist dominant und irgendwie auch nachtragend er hat schon 3 mal den gleichen Hund attackiert, da er vor 2 Jahren einmal von ihm angegriffen wurde…
unsere ist auch sehr lieb. aber jetzt in der Pubertät geht es gar nicht. wenn sie 2 stunden alleine ist nagt sie alles an. Hat vielleicht jemand einen Tipp. Wir gehen eigendlich täglich 2 stunden spazieren und so weiter.
Wir haben einen und die Erziehung ging unproblematisch. Sie ist super lieb und lässt sich alles gefallen. Wir brauchten eigendlich nicht viel Geduld bei der Ehrziehung. Das ging alles sehr schnell. Nur jetzt wo die Pubertät kommt denkt unsere manchmal sie ist der Chef.
Ich habe einen leberbraunen Flat Coated Retriever. Er ist der perfekte Begleiter und auch ein super Familienhund, gutmütig zu Kindern.
Er braucht aber unbedingt eine Aufgabe, apportieren gehört zu seinen absoluten Lieblingsaufgaben, logisch wenn man seine Rassegeschichte kennt.
Ganz wichtig ist die Auswahl eines guten Züchters (am besten beim VDH), denn leider gibt es doch einige Krankheiten wie HD, die vorher untersucht werden müssen.
Hallo,
diese Rasse ist wirklich sehr gütmütig und benötigt sehr viel Aufmerksamkeit. Eine Aufgabe ist sehr wichtig für ihn. Ich hatte meinen Flat-Coated-Retriever als Zughund (vor einem Bollerwagen) ausgebldet. So hat er mit mir eingekauft und alles brav nach Hause gezogen. Zu Hause hat er mit einem Korb geholfen das Eingekaufte in die Wohnung zu tragen. Zusätzlich viel Gassigehen und der Hund ist genauso glücklich wie Frauchen oder Herrchen.