1 Kommentar

Kaukasischer Owtscharka: Der unbestechliche Wächter des Ostens

Kaukasischer Owtscharka: Der unbestechliche Wächter des Ostens

Der Kaukasischer Owtscharka

Kurzinfos & Steckbrief

Der Kaukasische Owtscharka (Kavkazskaïa Ovtcharka) ist ein monumentaler Herdenschutzhund, dessen Präsenz allein bereits Respekt einflößt.

  • Herkunftsland: Russland / Kaukasus-Region
  • FCI-Standard: Gruppe 2.2 (Molosser / Herdenschutzhunde) / Nr. 328
  • Größe: Rüden mind. 65 cm (oft über 75 cm) | Hündinnen mind. 62 cm
  • Gewicht: ca. 50 kg bis über 75 kg
  • Verwendung: Herdenschutzhund, Wach- und Schutzhund

Geschichte: Ein Erbe der Bergregionen

Der Kaukasische Owtscharka (oder Ovtcharka) zählt zu den ältesten und ursprünglichsten Hunderassen der Welt. Seit über 2.000 Jahren wird dieser Typus in den Weiten des Kaukasus-Gebirges zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer eingesetzt. Seine Aufgabe war niemals das Hüten (Treiben) von Schafen, sondern der bedingungslose Schutz der Herde vor Raubtieren wie Wölfen und Bären sowie vor Viehdieben.

In den 1920er Jahren begann in der damaligen Sowjetunion die gezielte Reinzucht der Rasse. Dabei wurden die Hunde nicht nur wegen ihrer physischen Robustheit, sondern vor allem wegen ihrer Furchtlosigkeit und ihres Schutztriebs selektiert. Während er in seiner Heimat nach wie vor als Arbeitstier an der Herde geschätzt wird, fand er später in der DDR und anderen Ostblockstaaten Verwendung als Wachhund für militärische Anlagen und Staatsgrenzen - eine Rolle, die das öffentliche Bild der Rasse bis heute prägt.


Erscheinungsbild: Ein Bär auf vier Pfoten

Der Owtscharka ist ein Hund von gewaltiger Statur, Knochenstärke und ausgeprägter Muskulatur. Sein Kopf ist massiv mit einer breiten Stirn und kräftigen Kiefern. Sein Blick ist ernst und beobachtend. Je nach Region und Zuchtlinie variiert das Erscheinungsbild leicht.

Die drei Fellvarianten: Die Rasse besitzt ein doppeltes Haarkleid mit einer extrem dichten Unterwolle, die sie gegen extremste Kälte (bis -40 Grad) schützt.

  • Langhaarig: Das lange Deckhaar bildet am Hals eine imposante Mähne. An den Hinterläufen zeigen sich dichte „Hosen“ und die Rute ist extrem buschig befedert.
  • Kurzhaarig: Das Haar ist dicht und verhältnismäßig kurz, ohne Mähne oder Befederung an den Läufen.
  • Übergangsvarietät: Eine Mischform mit verlängertem Haar, jedoch ohne die ausgeprägte Mähnenbildung.

Farbenvielfalt: Die Farbpalette ist sehr breit gefächert. Erlaubt sind verschiedene Grautöne, Rostfarben, Strohgelb, Weiß, Erdfarben sowie gescheckte oder getüpfelte Varianten. Viele Hunde tragen eine dunkle Maske.


Wesen: Unbeugsam, eigenständig und loyal

Kaukasischer Owtscharka Ovtcharka liegend

Wer einen Kaukasischen Owtscharka hält, muss verstehen, dass dieser Hund kein „Befehlsempfänger“ im klassischen Sinne ist. Sein Charakter ist geprägt von einer jahrtausendelangen Selektion auf Eigenständigkeit. Wenn er eine Bedrohung für sein Territorium oder seine Familie wahrnimmt, wartet er nicht auf ein Kommando - er handelt instinktiv.

Innerhalb seiner Familie ist er ein ruhiger, sanftmütiger und loyaler Riese. Er liebt seine Bezugspersonen, zeigt dies jedoch oft auf eine eher zurückhaltende, würdevolle Weise. Fremden gegenüber ist er zutiefst misstrauisch. Sein Schutztrieb ist angeboren und kann nicht „abtrainiert“ werden - er muss vielmehr durch einen souveränen Halter kanalisiert werden.


Haltung: Nur für Kenner mit viel Platz

Der Owtscharka stellt extreme Anforderungen an sein Umfeld. Eine Haltung in einer Stadtwohnung oder auch in einer dicht besiedelten Wohnsiedlung ist in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt. Dieser Hund braucht Raum und eine Aufgabe.

Das ideale Umfeld:

  • Grundstück: Ein großes, sicher eingezäuntes Areal ist absolute Pflicht. Der Owtscharka betrachtet alles innerhalb des Zauns als sein Reich und wird dieses unbestechlich bewachen.
  • Wetterfestigkeit: Er liebt es, draußen zu sein. Ein Platz im Freien, von dem aus er sein Revier überblicken kann, macht ihn glücklicher als jedes Sofa.
  • Keine Zwingerhaltung: Trotz seiner Liebe zum Freien braucht er den sozialen Kontakt zu seiner Familie. Isolation kann diesen Hund gefährlich machen.


Erziehung: Autorität ohne Gewalt

Einen Owtscharka erzieht man nicht durch Unterwerfung, sondern durch Respekt und klare Strukturen. Er braucht einen souveränen Halter, der Ruhe und Bestimmtheit ausstrahlt. Kadavergehorsam wird dieser Hund niemals zeigen; er wird Kommandos immer auf ihren Sinngehalt prüfen. Die Sozialisierungsphase im Welpenalter ist kritisch: Er muss so viele Menschen, Hunde und Umweltreize wie möglich kennenlernen, um später nicht alles Unbekannte als potenzielle Bedrohung einzustufen.


Wichtige rechtliche Hinweise

In einigen deutschen Bundesländern (z.B. Hessen, Hamburg oder Bayern) wird der Kaukasische Owtscharka als Listenhund geführt. Dies bedeutet, dass Halter bestimmte Auflagen erfüllen müssen, wie etwa den Nachweis der Sachkunde, Wesenstests für den Hund oder das Tragen eines Maulkorbs in der Öffentlichkeit. Informieren Sie sich unbedingt vor der Anschaffung über die lokalen Bestimmungen.


Gesundheit und Langlebigkeit

Der Owtscharka ist ein sehr robuster Hund, der kaum krankheitsanfällig ist. Dennoch gibt es rassetypische Aspekte bei einem solch schweren Tier:

  • HD & ED: Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie sind aufgrund des Gewichts ein Thema. Kaufen Sie nur bei Züchtern, die geröntgte Elterntiere nachweisen können.
  • Magendrehung: Wie bei allen großen Rassen ist Vorsicht geboten; mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind wichtig.
  • Herz-Kreislauf: Bei sehr massigen Hunden sollte auf eine gesunde Belastung und Gewichtskontrolle geachtet werden.


Häufige Fragen (FAQ) zum Kaukasischen Owtscharka

Ist der Owtscharka gefährlich?
Er ist ein Hund mit einem extrem hohen Schutzpotenzial. In den Händen von unerfahrenen oder verantwortungslosen Menschen kann dies gefährlich werden. In fachkundigen Händen ist er ein verlässlicher Partner.

Bellt er viel?
Er bellt selten ohne Grund. Aber wenn er bellt, dann um eine klare Warnung an Eindringlinge auszusprechen - und das mit einer beeindruckenden Lautstärke.

Wie viel Bewegung braucht er?
Er ist kein Läufer wie ein Husky oder ein Retriever. Er ist ein „Wächter“, der gerne patrouilliert und beobachtet. Gemütliche, aber lange Kontrollgänge liegen ihm mehr als Agility.

Kann man ihn als Familienhund halten?
Ja, wenn die Halter die nötige Souveränität besitzen und die räumlichen Voraussetzungen stimmen. Für Familien mit ständig wechselndem Besucherverkehr ist er jedoch weniger geeignet.


Bildergalerie: Kaukasischer Owtscharka

Der mächtige Wächter im Porträt:

Copyright

Alle Texte auf dieser Webseite (hundeseite.de) sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Nutzung jeglicher Inhalte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich untersagt.

1 Gedanke zu „Kaukasischer Owtscharka bzw. Ovtcharka“

  1. Die Bezeichnung -als solches- stimmt nicht. Der Ovtcharka ist ein Hund aus dem Kaukasus und nennt sich übersetzt Kaukasischer Schäferhund. Er wird von Hirten im kaukasus zum Schtz der Herde und deren Zusammanhalt eingesetzt. In seinem Schutzverhalten -an der Herde und in der Familie, haben Bäre und Wölfe keine Chance – zumal an der Herde meist 5-10 Tiere ihren Einsatz finden. Bei der Rasse reicht füttern und tränken ( besonders bei der Arbeit an der Herde), den Rest ihrer Aufgabe organisiseren sie selbstständig-und das sehr gut. Die Hirten treiben ihre Herden in die Berge-mit den Hunden…danach laasen sie die Tiere oft tagelang allein – und ….es klappt.Bei den Menschen sinnd sie sehr führerbezogen. Sie bestimmen den Rang im Rudel selbst-auch bei den Menschen. Wobei man auch sagen muß, das für sie (so lange der Mensch bei ihm ist)Menschen ( das alpha-Tier im Rudel) kein Problem darstellen-wobei die Menschen im Kaukasus und bei der Arbeit mit den Tieren auch sehr liebevoll und respektvoll umgehen……..auch das liebt der Kaukasische Schäferhund

    Antworten

Schreibe einen Kommentar