Rhodesian Ridgeback: Der stolze Löwenjäger aus dem südlichen Afrika
Geschichte und Herkunft: Die Legende des Löwenhundes
Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige anerkannte Hunderasse, die aus dem südlichen Afrika stammt. Seine Vorfahren waren die Hunde der Khoi-Khoi, die einen charakteristischen Rückenkamm aufwiesen. Im 19. Jahrhundert kreuzten europäische Siedler diese ursprünglichen Hunde mit verschiedenen Rassen wie Mastiffs, Bloodhounds und Terriern, um einen Hund zu schaffen, der den extremen Bedingungen des afrikanischen Bushs gewachsen war.
Seine Hauptaufgabe war die Jagd auf Großwild, insbesondere auf Löwen. Dabei war es nicht die Aufgabe des Hundes, den Löwen zu reißen, sondern ihn durch flinke Ausweichmanöver und mutiges Verbellen am Platz zu binden („zu stellen“), bis die Jäger eintrafen. Diese Vergangenheit erklärt seinen Mut, seine Eigenständigkeit und seine enorme körperliche Leistungsfähigkeit. 1922 wurde in Simbabwe (dem damaligen Rhodesien) der erste Rassestandard festgelegt.
Wesen und Charakter: Ein würdevoller Spätentwickler
Ridgebacks sind treue, kluge und überaus sensible Hunde. Sie zeichnen sich durch eine hohe Reizschwelle und eine beeindruckende Gelassenheit aus. Im Haus sind sie oft ruhige, fast schon katzenartige Mitbewohner, während sie draußen zu kraftvollen Energiebündeln werden. Fremden gegenüber verhalten sie sich meist reserviert und abwartend, zeigen sich aber weder aggressiv noch scheu.
Ein entscheidender Aspekt für Halter: Rhodesian Ridgebacks sind Spätentwickler. Geistig ausgewachsen sind sie oft erst mit etwa drei Jahren. Diese lange Phase der Pubertät und des mentalen Reifens erfordert vom Halter viel Geduld, Humor und Verständnis. Ein Ridgeback lässt sich nicht mit Kadavergehorsam drillen; er kooperiert aus Überzeugung und Bindung zu seinem Menschen.
Das Markenzeichen: Der Ridge
Kennzeichnend für diese Rasse ist der sogenannte „Ridge“ - ein Haarkamm auf dem Rücken, bei dem die Haare in entgegengesetzter Richtung zum restlichen Fell wachsen. Dieser Kamm beginnt direkt hinter den Schultern und verläuft bis zu den Hüfthöckern. Er sollte klar abgegrenzt, symmetrisch sein und zwei identische „Crowns“ (Wirbel) direkt gegenüberliegend aufweisen. Der Ridge ist das genetische Erbe seiner afrikanischen Vorfahren und macht ihn unverwechselbar.

Haltung: Familienanschluss und Bewegung
Rhodesian Ridgebacks sind keine Zwingerhunde. Sie brauchen den ständigen Kontakt zu ihrer Familie und leiden unter sozialer Isolation. Sie benötigen viel Auslauf und geistige Beschäftigung. Ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen oder das Mitlaufen am Pferd oder Fahrrad (nach Abschluss des Wachstums) sind ideal für diese ausdauernden Läufer.
Obwohl sie Jagdhunde sind, besitzen sie eine hohe Anpassungsfähigkeit. Innerhalb des Hauses sind sie bei ausreichender Auslastung sehr entspannt. Da sie jedoch einen gewissen Jagdtrieb besitzen, ist ein kontrollierter Freilauf nur bei guter Erziehung möglich. Eine frühe Gewöhnung an andere Haustiere ist dringend ratsam, da sie Katzen oder Kleintiere sonst schnell als Beute ansehen könnten.
Erziehung: Mit Einfühlungsvermögen und Konsequenz
Die Erziehung eines Ridgebacks ist eine Übung in Geduld. Mit viel Einfühlungsvermögen und sanfter Konsequenz ist er gut zu führen. Er reagiert extrem empfindlich auf Druck, Ungerechtigkeit oder Härte - in solchen Fällen „macht er dicht“ und verweigert die Zusammenarbeit. Wer jedoch sein Vertrauen gewinnt, erhält einen Partner, der für seinen Besitzer durchs Feuer geht.
Besonders wichtig ist die Arbeit an der Impulskontrolle, damit der Jagdtrieb kontrollierbar bleibt. Aufgrund seiner Kraft und Eigenständigkeit ist der Ridgeback nur bedingt für absolute Anfänger geeignet; eine souveräne Führungsperson ist für diesen stolzen Hund essenziell.
Fell und Pflege: Unkompliziert, aber kälteempfindlich
Das Fell ist kurz, dicht, glatt und glänzend. Farblich variiert der Ridgeback von hellem bis rotem Weizengold. Ein wenig Weiß an Brust und Zehen ist zulässig, eine dunkle Maske an Fang und Ohren ist erwünscht.
Die Pflege ist denkbar einfach: Gelegentliches Bürsten reicht aus. Da der Ridgeback jedoch fast keine Unterwolle besitzt und ursprünglich aus einem heißen Klima stammt, friert er bei nasskaltem europäischem Wetter schnell. Viele Ridgebacks weigern sich bei Regen sogar, das Haus zu verlassen.
Gesundheit: Besonderes Augenmerk auf den Dermoid Sinus
Der Rhodesian Ridgeback ist eine robuste Rasse, hat jedoch eine spezifische genetische Disposition:
- Dermoid Sinus (DS): Eine embryonale Fehlentwicklung der Haut, bei der ein dünner Kanal in Richtung Rückenmark führen kann. Seriöse Züchter untersuchen ihre Welpen unmittelbar nach der Geburt darauf.
- HD & ED: Wie bei allen großen Rassen sollten die Elterntiere auf Hüft- und Ellenbogendysplasie getestet sein.
- Schilddrüsenunterfunktion: Kommt gelegentlich vor und ist gut behandelbar.
- JME (Juvenile Myoklonische Epilepsie): Eine Form der Epilepsie, für die es mittlerweile einen Gentest gibt.
Häufige Fragen (FAQ) zum Rhodesian Ridgeback
Ist der Ridgeback als Anfängerhund geeignet?
Bedingt. Er braucht eine sehr konsequente, aber niemals harte Hand. Anfänger sollten unbedingt eine Hundeschule besuchen, die Erfahrung mit dieser Rasse hat.
Wie viel Bewegung braucht er wirklich?
Er ist ein Laufhund. Zwei Stunden aktive Bewegung am Tag, kombiniert mit Kopfarbeit, sollten das Minimum sein.
Sind Ridgebacks kinderlieb?
In der Regel ja. Sie sind in der eigenen Familie sehr geduldig, aufgrund ihrer Größe und Kraft sollten sie jedoch mit kleinen Kindern immer beaufsichtigt werden.
Warum hat er diesen Streifen auf dem Rücken?
Der Ridge ist ein genetisches Merkmal. Legenden besagen, dass der Ridge dort entstand, wo der Löwe den Hund mit der Kralle berührte - biologisch ist es eine harmlose Gen-Mutation.
Rhodesian Ridgeback Bildergalerie
Erleben Sie die kraftvolle Eleganz des südafrikanischen Jägers:
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Unser jetzt 8_jähriger Ridgeback ist klug , zurückhaltend, nicht aggressiv-weiß sich aber gegen aggressive Artgenossen durchzusetzen. Er ist immer noch temperamentvoll unterwegs und war noch keinen Tag krank. Diese negativen Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen.
Leider habe ich in den letzten 10 Jahren viele Ridgs kennengelernt, die lange nicht das erwartete Alter erreicht hatten. Wurden nur 7 oder 8 Jahre alt. Vom Charakter her auch immer auffälliger
aggressive Hunde. Vermutlich wird die Sensibilität, also Einfühlungsvermögen, aber auch Geduld
und Gradlinigkeit bei der Erziehung unterschätzt.
Gesundheitliche Probleme welche diese Rasse befallen können sind Linsentrübung (bis hin zum grauen Star), Krebs, Ellbogen- und Hüftfehlstellungen. Schilddrüsenunterfunktion scheint ein immer häufiger vorkommendes Problem zu sein. Die Ridgeback Rasse belegt Platz 6 (Stand: April 2008) auf der Liste der am meisten von Krankheiten betroffenen Tiere, aufgezeichnet von der „Orthopedic Foundation for Animals“. Die Lebenserwartung liegt zwischen 9 und 11 Jahren, die ältesten Hunde erreichten annähernd 16 Jahre.
Schuld ist die überzüchtung.
Vom Exot zum Modehund.
Leider haben viele Hunderasse dieses durch machen müssen.
Bestes Beispiel ist der Deutsche Schäferhund, Labrador und und und
Jeder will ihn haben und am besten in XXL 🙁
Der Hobbyzüchter backt den RR so wie die Käufer hin haben möchte.
Wofür gibt es ein Richtmaß wenn sich eh keiner mehr dran hält.
Der RR war mal ein Hund ohne beschwerden.
Diese Hunde leiden häufig an einer leichten Form des offenen Rückens.