Riesenschnauzer: Der unbestechliche Diensthund mit dem treuen Blick

Der Riesenschnauzer
Kurzinfos & Steckbrief
Der Riesenschnauzer ist das größte Mitglied der Schnauzer-Familie und ein wahres deutsches Urgestein. Ursprünglich als wehrhafter Begleiter der Fuhrleute und unermüdlicher Treibhund auf bayerischen Höfen geschätzt, hat er sich heute weltweit als erstklassiger Gebrauchs- und Diensthund etabliert. Hinter seinem markanten Bart und den buschigen Brauen verbirgt sich ein hochintelligenter Arbeitshund von enormer Belastbarkeit und unbestechlicher Loyalität. Er ist ein Athlet, ein Wächter und ein Familienfreund zugleich - vorausgesetzt, man versteht es, seine Energie und seinen starken Charakter in die richtigen Bahnen zu lenken. Wer einen Riesenschnauzer führt, hat keinen einfachen Hund, sondern einen Partner mit Ecken, Kanten und einem Herz aus Gold.
- Herkunftsland: Deutschland
- FCI-Standard: Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer) / Sektion 1 / Nr. 181
- Größe: 60 cm bis 70 cm (Rüden und Hündinnen)
- Gewicht: ca. 35 kg bis 47 kg
- Besonderheit: Diensthunderasse; drahthaariges Fell mit markantem Bart
Geschichte: Vom „Bierschnauzer“ zum polizeilichen Diensthund
Die Wurzeln des Riesenschnauzers liegen im süddeutschen Raum, genauer gesagt im bayerischen Oberland. Dort dienten die Vorfahren dieser Rasse als robuste Hirten- und Treibhunde. Wegen ihrer Größe und Kraft wurden sie besonders von Fuhrleuten geschätzt, die Waren (oft Bierfässer, daher der Spitzname „Bierschnauzer“) von den Brauereien zu den Wirtshäusern transportierten. Der Riesenschnauzer musste die Gespanne nicht nur begleiten, sondern sie auch gegen Diebe und Raubzeug verteidigen.
Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte man die außergewöhnliche Ausbildungsfähigkeit dieser Hunde. Im Jahr 1925 wurde der Riesenschnauzer offiziell als Diensthund anerkannt - eine Auszeichnung, die ihn in eine Reihe mit dem Deutschen Schäferhund und dem Airedale Terrier stellte. Sein Mut, seine Widerstandsfähigkeit und seine hoch entwickelten Sinnesorgane machten ihn zum idealen Partner für Polizei und Militär. Trotz seiner Wandlung zum modernen Gebrauchshund hat er sich seine ursprüngliche bayerische Urwüchsigkeit bis heute bewahrt.
Erscheinungsbild: Ein Kraftpaket in Draht und Schwarz
Der Riesenschnauzer ist ein stattlicher, kräftiger Hund, der eher gedrungen als schlank wirkt. Sein quadratischer Körperbau strahlt Wehrhaftigkeit und Respekt aus, ohne dabei plump zu wirken.
Fell, Farben und Physiologie:
- Das Haarkleid: Das Fell ist drahtig, hart und dicht. Es besteht aus einer dichten Unterwolle und einem nicht zu kurzen, harten Deckhaar. Typisches Merkmal ist der Bart am Fang und die buschigen Brauen, die die Augen leicht überschatten.
- Farbvarianten: Der Standard erlaubt zwei Farben: reines Schwarz oder das charakteristische „Pfeffer-Salz“. Bei Pfeffer-Salz ist eine dunkle Maske erwünscht, die den Ausdruck unterstreicht.
- Körperbau: Er besitzt einen kräftigen, gestreckten Kopf und einen tiefen Brustkorb. Die Ohren sind hoch angesetzt, klappen nach vorn (Klappohren) und verleihen ihm einen ständigen wachsamen Ausdruck.
- Bewegung: Der Gang des Riesenschnauzers ist kraftvoll und raumgreifend. Er ist ein ausdauernder Traber, der auch in unwegsamem Gelände schnell vorankommt.
Wesen: Unbestechliche Treue und starke Nerven

Der Riesenschnauzer: Kraftvoll, wachsam und intelligent
Das Wesen des Riesenschnauzers zeichnet sich durch einen gutartigen, ausgeglichenen Charakter aus. Er ist ein Hund mit starken Nerven, der nicht so leicht aus der Fassung zu bringen ist. Seine Treue zu seinem Herrn ist sprichwörtlich - er baut eine extrem tiefe Bindung zu seiner Bezugsperson auf und betrachtet sich als deren persönlicher Leibwächter.
Er ist klug, ausbildungsfähig und besonnen. Ein Riesenschnauzer handelt selten kopflos; er wägt Situationen ab, bevor er reagiert. Sein Wachtrieb ist angeboren und unbestechlich. Fremden gegenüber verhält er sich reserviert und beobachtend. In der Familie zeigt er sich - bei entsprechender Auslastung - als verschmuster und verspielter Riese, der seine Lieben konsequent beschützt. Er ist jedoch kein Hund, der sich unterordnet, nur um zu gefallen; er braucht Respekt und eine klare Hierarchie.

Ein ernster Wächter mit weichem Kern
Haltung: Eine Aufgabe ist Pflicht
Ein Riesenschnauzer ist kein Hund für bequeme Menschen. Seine angeborene Belastbarkeit und Intelligenz schreien förmlich nach Beschäftigung. Er ist ein Gebrauchs- und Arbeitshunnd durch und durch. Wer ihn als reinen „Gartenhund“ hält, wird schnell feststellen, dass der Schnauzer beginnt, eigene (oft unerwünschte) Aufgaben zu übernehmen.
Was ein Halter bieten sollte:
- Sportliche Auslastung: Er eignet sich hervorragend für den Vielseitigkeitssport (IGP), Agility für große Hunde, Mantrailing oder die Ausbildung zum Rettungshunde.
- Bewegung: Täglich weite Spaziergänge, Joggen oder Begleitung am Fahrrad sind das Minimum. Er ist ein ausdauernder Sportler.
- Platz: Ein Haus mit einem sicher eingezäunten Garten ist ideal. Aufgrund seiner Größe und seines Wachtriebs ist eine kleine Stadtwohnung weniger geeignet.
- Wetterfestigkeit: Dank seines drahtigen Fells ist er unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen. Er liebt es, bei Wind und Wetter draußen zu sein.
Erziehung: Führung durch Konsequenz und Verstand
Die Erziehung eines Riesenschnauzers erfordert Geduld, Konsequenz und psychologisches Geschick. Er ist hochintelligent und durchschaut Inkonsequenz sofort. Ein „Nein“ muss bei ihm auch morgen noch ein „Nein“ sein. Er braucht eine feste Hand, aber niemals Härte. Da er ein sensibler Hund ist, würde Gewalt nur dazu führen, dass er sein Vertrauen verliert und sich stur stellt.
Besonders wichtig ist die frühe Sozialisierung. Da er einen starken Schutztrieb besitzt, muss er lernen, zwischen Freund und Feind sowie zwischen harmlosen Alltagssituationen und echten Bedrohungen zu unterscheiden. Ein gut erzogener Riesenschnauzer ist ein Gentleman, der in jeder Situation kontrollierbar bleibt. Er lernt schnell und gerne, braucht aber Abwechslung, um motiviert zu bleiben.
Gesundheit und Pflege: Robustheit mit Bartpflege
Grundsätzlich ist der Riesenschnauzer eine sehr widerstandsfähige Rasse. Er wurde auf Arbeitsleistung selektiert, was eine gute Basisgesundheit garantiert.
- Fellpflege: Das drahtige Fell muss regelmäßig (ca. 3-4 Mal im Jahr) getrimmt werden. Scheren ist nicht zu empfehlen, da das Haar sonst weich und die Farbe stumpf wird. Der markante Bart sollte nach dem Fressen gesäubert und regelmäßig gekämmt werden.
- Gesundheitliche Risiken: Wie bei allen großen Rassen kann HD (Hüftgelenksdysplasie) vorkommen. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere darauf testen. Gelegentlich treten Augenerkrankungen oder Schilddrüsenprobleme auf.
- Lebenserwartung: Ein gesunder Riesenschnauzer erreicht meist ein Alter von 10 bis 12 Jahren.
Häufige Fragen (FAQ) zum Riesenschnauzer
Ist der Riesenschnauzer für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Sein starker Schutztrieb und sein dominantes Wesen erfordern Erfahrung in der Hundeführung. Er braucht jemanden, der ihm souverän den Weg weist.
Bellt der Riesenschnauzer viel?
Er ist ein wachsamer Hund, der Ungewöhnliches meldet. Er ist jedoch kein „Kläffer“. Seine Warnung ist meist ernst gemeint und tief in der Tonlage.
Ist er ein guter Familienhund?
Ja, wenn er körperlich und geistig ausgelastet ist, ist er ein extrem loyaler und geduldiger Familienbegleiter, der seine Menschen über alles liebt.
Bildergalerie: Riesenschnauzer
Erleben Sie die kraftvolle Präsenz des bayerischen Diensthundes:
Vielen Dank für den Rassestandard des Riesenschnauzers an Jacky von: jackys-schnauzer-page.ch









