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Wolfsspitz (Keeshond): Der unbestechliche Wächter und treue Familienschatz

Wolfsspitz Keeshond graugewolkt

Der Wolfsspitz

Kurzinfos & Steckbrief

Der Wolfsspitz ist der größte Vertreter der Deutschen Spitze und eine der ältesten Hunderassen Mitteleuropas. Bekannt für sein prächtiges, silbergraues Fell und seine charakteristische „Brille“ um die Augen, verkörpert er den idealen Haus- und Hofhund. Er ist ein wachsamer Beobachter, der sein Revier und seine Familie unbestechlich behütet, dabei aber völlig auf einen Jagdtrieb verzichtet. In den Niederlanden als „Keeshond“ zum Symbol für Freiheit und Patriotismus geworden, ist er heute weltweit als anpassungsfähiger Familien-, Sport- und Therapiehund beliebt. Sein Wesen ist eine harmonische Mischung aus Treue, Intelligenz und einer robusten Lebensfreude, die ihn zu einem unkomplizierten Begleiter in fast jeder Lebenslage macht.

  • Herkunftsland: Deutschland
  • FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) / Sektion 4 / Nr. 97
  • Größe: 43 cm bis 55 cm
  • Gewicht: ca. 16 kg bis 25 kg
  • Besonderheit: Fast kein Jagdtrieb; wetterfestes, selbstreinigendes Fell; sehr standorttreu.

Geschichte: Vom Misthaufen-Bewacher zum Nationalhelden

Die Geschichte des Wolfsspitzes ist tief in der ländlichen Kultur verwurzelt. Über Jahrhunderte war er der klassische Wächter auf Bauernhöfen, Weinbergen und Transportkähnen. Da er weder zum Streunen noch zum Jagen neigte, war er der perfekte Gehilfe: Er blieb zuverlässig auf dem Grundstück und meldete jeden Fremden lautstark an. Im Gegensatz zu Jagdhunden, die dem Adel vorbehalten waren, war der Spitz der Hund des „einfachen Volkes“.

In den Niederlanden erlangte er im 18. Jahrhundert politische Berühmtheit. Ein Wolfsspitz namens „Kees“ war der ständige Begleiter des Patriotenführers Cornelis (Kees) de Gyselaer. So wurde der Hund unter dem Namen Keeshond zum Symbol der niederländischen Volkspartei gegen das Haus Oranien. Während er in Deutschland als „Wolfsspitz“ seine markante Farbe beschreibt, betont die Bezeichnung Keeshond seine historische Rolle als Begleiter der Binnenschiffer. Heute werden beide Namen oft synonym verwendet, wobei der Wolfsspitz etwas kräftiger gezüchtet wird als der im englischsprachigen Raum verbreitete Keeshond.

Keeshond


Erscheinungsbild: Ein graugewolkter Pelz mit „Brille“

Der Wolfsspitz besticht durch sein schönes, abstehendes Haarkleid, das durch die dichte Unterwolle besonders voluminös wirkt. Seine gesamte Statur ist harmonisch und zeugt von Robustheit.

Fell, Farbe und Charakteristika:

  • Die graugewölkte Farbe: Das einzige erlaubte Farbschema ist Silbergrau mit schwarzen Haarspitzen. Besonders wichtig ist die dunkle Maske und die markante „Brille“ - eine feine schwarze Linie, die vom äußeren Augenwinkel zum Ansatz des Ohrs verläuft.
  • Das Haarkleid: Er besitzt ein doppeltes Fell mit langem, geradem Deckhaar und dicker, wattiger Unterwolle. Um den Hals bildet sich eine mähnenartige Halskrause, und die Hinterläufe sind üppig „behost“.
  • Die Rute: Sie ist buschig behaart, hoch angesetzt und wird fest eingerollt über dem Rücken getragen.
  • Die Geruchslosigkeit: Ein besonderes Merkmal der Spitze ist, dass sie kaum den typischen „Hundegeruch“ entwickeln, selbst wenn das Fell feucht ist.

Wesen: Der unbestechliche Schatten seiner Familie

Das Wesen des Wolfsspitzes ist geprägt von einer außergewöhnlichen Treue und Anhänglichkeit. Er möchte immer in der Nähe seiner Menschen sein und folgt ihnen oft wie ein Schatten. Er ist ein aufmerksamer Beobachter, der sehr schnell lernt und Befehle freudig ausführt.

Sein Wachtrieb ist angeboren: Er meldet Besucher zuverlässig, ist dabei aber kein „Kläffer“, sofern er konsequent erzogen wurde. Ein herausragender Vorteil der Rasse ist der kaum vorhandene Jagdtrieb. Ein Wolfsspitz wird selten ein Kaninchen jagen oder im Wald verschwinden; er bleibt lieber in Sichtweite seiner Besitzer. Gegenüber Fremden ist er zunächst misstrauisch, was ihn zum perfekten Wächter macht, während er innerhalb der Familie als sanftmütiger, kinderlieber und geduldiger Partner glänzt.


Haltung: Anpassungsfähig und gesellig

Der Wolfsspitz ist ein Anpassungskünstler. Er fühlt sich in einer Stadtwohnung genauso wohl wie auf einem großen Hof, solange der Kontakt zu seinen Menschen intensiv ist. Eine Zwingerhaltung ist für diesen sozialen Hund absolut ungeeignet.

Worauf Halter achten sollten:

  • Bewegung und Beschäftigung: Er ist ein agiler Hund, der gerne spazieren geht, aber auch im Hundesport (Agility, Obedience oder Longieren) eine gute Figur macht. Auch als Therapiehund wird er aufgrund seiner sensiblen Art immer häufiger eingesetzt.
  • Fellpflege: Trotz der gewaltigen Haarmassen ist die Pflege überraschend einfach. Das Fell ist schmutzabweisend; meist reicht wöchentliches Bürsten gegen den Strich aus. Nur während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist der Aufwand höher.
  • Wetterfestigkeit: Dank seiner dichten Unterwolle machen ihm Kälte und Regen nichts aus. Im Sommer sollte man ihm jedoch kühle Plätze anbieten, da er Hitze weniger gut verträgt.
  • Sozialverhalten: Er verträgt sich in der Regel sehr gut mit anderen Haustieren, egal ob Katzen oder andere Hunde.

Erziehung: Kluge Köpfe mit Lernfreude

Der Wolfsspitz gilt als sehr leicht erziehbar. Er ist klug, neugierig und möchte seinem Besitzer gefallen. Stupide Wiederholungen langweilen ihn jedoch; er möchte sinnvoll beschäftigt werden. Eine konsequente, aber liebevolle Führung ohne Härte ist der Schlüssel zum Erfolg.

Da Spitze sehr aufmerksam sind, nehmen sie jede Stimmungslage ihrer Besitzer wahr. Die Erziehung sollte früh mit der Sozialisierung beginnen, um sein natürliches Misstrauen gegenüber Fremden in gesunde Bahnen zu lenken. Da er sehr standorttreu ist, kann man mit ihm oft schon früh das Laufen ohne Leine trainieren, da sein Radius meist klein bleibt.


Gesundheit: Ein robustes Urgestein

Der Wolfsspitz gehört zu den langlebigsten und gesündesten Rassen seiner Größe. Da er über Jahrhunderte auf Funktionalität und Gesundheit selektiert wurde, sind Erbkrankheiten selten.

  • PHPT (Primärer Hyperparathyreoidismus): Eine Erkrankung der Nebenschilddrüse, für die es mittlerweile zuverlässige Gentests gibt. Seriöse Züchter testen ihre Tiere darauf.
  • Gelenke: Wie bei allen mittelgroßen Hunden sollte auf HD (Hüftgelenksdysplasie) und Patellaluxation geachtet werden, wobei die Werte bei Spitzen meist sehr gut sind.
  • Lebenserwartung: Ein Wolfsspitz erreicht oft ein stolzes Alter von 12 bis 15 Jahren, nicht selten sogar mehr.
  • Ernährung: Er ist ein guter Futterverwerter. Man sollte auf das Gewicht achten, da Übergewicht unter dem dicken Fell oft erst spät bemerkt wird.

Häufige Fragen (FAQ) zum Wolfsspitz

Ist der Wolfsspitz ein Kläffer?
Spitze haben den Ruf, viel zu bellen. Tatsächlich sind sie wachsam und schlagen an. Mit konsequenter Erziehung lernt der Wolfsspitz jedoch schnell, nach dem Melden wieder ruhig zu sein.

Ist er für Anfänger geeignet?
Absolut. Durch seinen fehlenden Jagdtrieb und seinen Gehorsam ist er einer der besten Hunde für Erstbesitzer, die einen aktiven und treuen Begleiter suchen.

Muss man ihn scheren?
Nein! Das Fell des Wolfsspitzes darf niemals geschoren werden, da dies die Thermoregulationsfähigkeit zerstört und das Haar dauerhaft schädigen kann. Bürsten reicht völlig aus.


Bildergalerie: Wolfsspitz

Bewundern Sie die majestätische Erscheinung des Wolfsspitzes:


Vielen Dank für die Informationen zum Wolfsspitz an Wolfsspitz.at

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