Silvester ist für viele Hundehalter der stressigste Tag des Jahres. Wenn draußen die Welt scheinbar untergeht, zittern viele Vierbeiner panisch unter dem Sofa. In den letzten Jahren hat ein ungewöhnlicher Tipp für Schlagzeilen gesorgt: Eierlikör als Beruhigungsmittel.
Was steckt hinter dem „Eierlikör-Eklat“, den der bekannte Tierarzt Ralph Rückert in seinem Blog thematisiert? Wir klären auf, warum Alkohol für Hunde eigentlich giftig ist, weshalb er in Kleinstmengen dennoch helfen kann und wie die richtige Dosierung aussieht.
Hier findet ihr unseren einfachen Online Rechner „Eierlikör für Hunde berechnen„
Warum überhaupt Eierlikör? Die medizinische Sicht
Normalerweise gilt: Hände weg von Alkohol für Haustiere! Alkohol ist für Hunde giftig, da ihre Leber ihn nur sehr langsam abbauen kann.
Doch Tierarzt Ralph Rückert und auch Hundeprofi Martin Rütter argumentieren: In einer extremen Stresssituation wie Silvester kann Alkohol als „potentes Sedativum mit angstlösender Wirkung“ fungieren. Da Eierlikör süß ist und den scharfen Alkoholgeruch kaschiert, nehmen ihn viele Hunde freiwillig auf – im Gegensatz zu vielen bitteren Medikamenten.

Die Vorteile laut Experten:
- Schnelle Wirkung: Der Effekt tritt oft zügiger ein als bei pflanzlichen Mitteln.
- Angstlösend: Es nimmt die Spitze der Panik, ohne den Hund komplett „auszuknocken“.
- Verfügbarkeit: Wenn man kurz vor Silvester keinen Termin beim Verhaltenstierarzt mehr bekommt, ist dies oft ein „Plan B“.
Wichtig: Die korrekte Dosierung (nach Ralph Rückert)
Die Menge macht das Gift. Eine Überdosierung führt zu einer gefährlichen Alkoholvergiftung. Ralph Rückert gibt folgende unverbindliche Faustformel (Anwendung auf eigene Verantwortung!) an:
| Gewicht des Hundes | Formel für die Gesamtmenge (ml) |
| Bis 25 kg | Körpergewicht (kg) x 0,4 x 100 / Prozentsatz des Alkohols |
| 26 bis 50 kg | Körpergewicht (kg) x 0,3 x 100 / Prozentsatz des Alkohols |
| Ab 50 kg | Körpergewicht (kg) x 0,2 x 100 / Prozentsatz des Alkohols |
Beispiel: Ein 15 kg schwerer Hund bei 20%igem Eierlikör:
15 x 0,4 x 100 / 20 = 30 ml Gesamtmenge.
Diese Menge wird idealerweise auf 2-3 Portionen verteilt (z.B. 21:30 Uhr und 23:30 Uhr).
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Für wen ist Eierlikör tabu?
Trotz der positiven Berichte gibt es klare Ausschlusskriterien:
- Katzen: Bei Katzen sollte man laut Rückert auf Alkohol verzichten, da sie zu paradoxen Reaktionen neigen.
- Vorerkrankungen: Hunde mit Leber- oder Nierenproblemen dürfen keinen Alkohol bekommen.
- Medikamente: Wenn Ihr Hund bereits Psychopharmaka erhält, halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Tierarzt (Wechselwirkungen!).
Fazit: Eine Notlösung, keine Dauertherapie
Der „Eierlikör-Krieg“ zeigt, wie gespalten die Fachwelt ist. Während Kritiker vor den Gefahren von Alkohol warnen, sehen Praktiker wie Rückert darin eine humane Hilfe für panische Tiere.
Unser Rat: Nutzen Sie Eierlikör nur als absolute Notlösung und halten Sie sich strikt an die Dosierung. Für die Zukunft ist ein gezieltes Training gegen Geräuschangst oder eine frühzeitige medikamentöse Beratung durch einen Tierarzt der sicherere Weg.









