American Bulldog: Kraftvoller Farmhund und loyaler Familienbeschützer
Kurzinfos & Steckbrief
Der American Bulldog ist ein beeindruckendes Kraftpaket mit einer tiefen Verbundenheit zu seinen Menschen. Ursprünglich als unentbehrlicher Helfer auf den Farmen der US-Südstaaten gezüchtet, vereint er heute die Rolle des wachsamen Beschützers mit der eines sensiblen Familienmitglieds. Er ist kein Hund für jedermann, aber für Kenner ein Partner ohnegleichen.
- Herkunftsland: USA
- FCI-Status: Nicht anerkannt (geführt durch UKC und NKC)
- Größe: Rüden 53-66 cm | Hündinnen 51-61 cm
- Gewicht: ca. 30 kg bis 58 kg
- Besonderheit: Zwei Typen (Johnson/Bully und Scott/Standard)
Geschichte: Der Überlebenskünstler der Südstaaten
Die Wurzeln des American Bulldog liegen in den Old English Bulldogs, die von Siedlern im 17. und 18. Jahrhundert nach Amerika gebracht wurden. Während die Bulldogge in England zum kleinen Begleithund umgezüchtet wurde, behielt die amerikanische Variante ihren Status als vielseitiger Arbeitshunde bei. Im ländlichen Süden der USA waren sie unverzichtbar: Sie fingen verwildertes Vieh und Schweine ein (Catch Dogs) und bewachten die einsamen Farmen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre die Rasse fast ausgestorben. Es ist Pionieren wie John D. Johnson und Alan Scott zu verdanken, dass die Rasse erhalten blieb. Aus ihren Linien entwickelten sich die zwei heute bekannten Typen: Der massigere Johnson-Typ (Bully) und der etwas leichtere, athletischere Scott-Typ (Standard). Beide verkörpern bis heute den Geist des unermüdlichen Arbeiters.
Erscheinungsbild: Zwei Typen, eine Kraft
Der American Bulldog ist ein athletischer, kräftiger Hund, der sofort Respekt einflößt. Je nach Zuchtlinie unterscheidet sich das Erscheinungsbild jedoch deutlich:
Bully-Typ vs. Standard-Typ:
- Der Bully-Typ (Johnson): Er ist massiger, schwerer und hat einen breiteren Kopf mit einem ausgeprägteren Vorbiss. Er erinnert optisch stärker an eine klassische Bulldogge und wirkt insgesamt kompakter.
- Der Standard-Typ (Scott): Er wirkt eher wie ein großer, muskulöser Terrier-Mix. Er ist schlanker, hat einen längeren Fang und ist auf Schnelligkeit und Wendigkeit ausgelegt.
- Fell und Farben: Das Fell ist kurz und pflegeleicht. Die dominierende Farbe ist Weiß, oft kombiniert mit Abzeichen in Gestromt, Rot oder Falb. Wichtig: Ein hoher Weißanteil am Kopf ist rassetypisch.
Wesen: Sensibler Riese mit Schutzinstinkt
Hinter der harten Schale des American Bulldogs steckt ein erstaunlich sensibler Kern. Diese Hunde bauen eine extrem enge Bindung zu ihrer Familie auf und leiden, wenn sie ausgeschlossen werden. Der Bully-Typ gilt oft als etwas verschmuster und sucht aktiv den Körperkontakt, während der Standard-Typ oft einen höheren Bewegungsdrang zeigt.
Sie sind intelligent und eigenständig, was bei der Erziehung berücksichtigt werden muss. Ihr Schutztrieb ist angeboren - ein American Bulldog muss nicht zum Bewachen abgerichtet werden; er tut es instinktiv. Dabei ist er jedoch kein wahlloser Kläffer, sondern beobachtet Situationen genau, bevor er handelt. Gegenüber Kindern in der eigenen Familie zeigt er sich oft als geduldiger und sanftmütiger „Nanny-Hund“.
Haltung: Erziehung beginnt am ersten Tag
Der American Bulldog ist definitiv kein Hund für Anfänger. Er benötigt eine souveräne Führungspersönlichkeit, die klare Regeln aufstellt, ohne dabei jemals gewaltsam vorzugehen. Auf Härte reagiert diese Rasse mit Sturheit oder Rückzug.
Anforderungen an den Halter:
- Sozialisierung: Die ersten 18 Monate sind entscheidend. Der Hund muss viele verschiedene Menschen, Hunde und Situationen kennenlernen, um seine natürliche Skepsis gegenüber Fremden zu überwinden.
- Auslastung: Besonders der Standard-Typ braucht viel Bewegung und geistige Aufgaben. Gewichtziehen, Zughundesport oder intensive Apportierarbeit lasten ihn aus.
- Rechtliches: In einigen deutschen Bundesländern (z.B. Bayern, NRW) wird der American Bulldog als Listenhund geführt. Halter müssen oft Wesenstests absolvieren oder höhere Steuern zahlen.
Gesundheit: Robustheit und Vorsorge
Grundsätzlich gilt der American Bulldog als robuste Rasse, doch seine Größe und Pigmentierung bringen spezifische Risiken mit sich:
- Hörfähigkeit: Hunde mit sehr viel Weiß im Kopfbereich können einseitig oder beidseitig taub sein. Ein Audiometrie-Test beim Welpen ist ratsam.
- Gelenke: Wie bei allen schweren Rassen sind Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) Themen, die durch geröntgte Elterntiere minimiert werden sollten.
- Haut: Die kurze Behaarung macht ihn anfällig für Sonnenbrand auf weißen Hautpartien. Zudem können Allergien auftreten.
Häufige Fragen (FAQ) zum American Bulldog
Ist der American Bulldog ein Kampfhund?
Er wurde historisch als Jagd- und Farmhund eingesetzt. Aufgrund seiner Kraft und Optik steht er jedoch in einigen Regionen auf der Liste potenziell gefährlicher Hunde. Sein Wesen ist bei richtiger Erziehung jedoch absolut menschenfreundlich.
Wie viel Auslauf braucht ein American Bulldog?
Viel! Er ist ein athletischer Arbeitshunde-Typ. Zwei bis drei Stunden aktive Beschäftigung und Bewegung pro Tag sollten eingeplant werden.
Sabbern American Bulldogs viel?
Das hängt vom Typ ab. Der Bully-Typ mit den ausgeprägteren Lefzen neigt eher zum Sabbern (besonders nach dem Trinken) als der trockenere Standard-Typ.
Bildergalerie: American Bulldog
Kraft und Charakter in Bildern:










Wir möchten gerne eine Americanische Bulldogge (Bulltyp) in unsere Familie aufnehmen. Weiß Jemand einen guten Züchter (!) oder wo man weitere INFOS herbekommt?
LG Bea