American Pit Bull Terrier: Dynamisches Kraftpaket mit unendlicher Treue
Geschichte: Vom Kämpfer zum Familienbegleiter
Die Geschichte des American Pit Bull Terriers (APBT) ist ebenso faszinierend wie kontrovers. Seine Vorfahren stammen aus Großbritannien, wo im 19. Jahrhundert Bulldoggen mit Terriern gekreuzt wurden, um die Kraft der einen mit der Flinkheit der anderen Rasse zu vereinen. Diese Hunde wurden tragischerweise für „Bull Baiting“ (Bullenbeißen) und später für Hundekämpfe in sogenannten „Pits“ (Gruben) eingesetzt.
Ein entscheidender Faktor in der Zuchtgeschichte war jedoch die absolute Aggressionsfreiheit gegenüber Menschen: Da die Hundeführer während eines Kampfes jederzeit in die Grube greifen mussten, wurden Hunde, die Menschen gegenüber aggressiv reagierten, konsequent aus der Zucht ausgeschlossen. In den USA entwickelte sich die Rasse weiter und wurde zum Allrounder auf Farmen - als Hütehund, Jagdbegleiter auf Wildschweine und treuer Beschützer der Familie.
Erscheinungsbild: Athletik und pure Kraft

Der American Pit Bull Terrier ist ein athletischer, muskulöser Hund, der Stärke und Agilität in sich vereint. Er wirkt weder plump noch übertrieben massig, sondern drahtig und leistungsfähig. Sein Kopf ist breit mit ausgeprägter Wangenmuskulatur und einem kräftigen Kiefer. Die Augen sind meist rund und sitzen tief im Schädel.
Fell und Farben: Das Fell ist kurz, glänzend und liegt dicht am Körper an. Es besitzt fast keine Unterwolle, was den Hund kälteempfindlich macht. Farblich ist beim APBT fast alles erlaubt - von einfarbig Schwarz über Rot (Red Nose), Blau (Blue Nose), Grau oder Gestromt (Brindle) bis hin zu Scheckungen. Lediglich das Merle-Muster und blaue Augen sind im Standard nicht erwünscht, da sie oft mit gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen.
Wesen: Der verkannte „Nanny Dog“
Trotz seines Rufs als „Kampfhund“ ist der American Pit Bull Terrier bei richtiger Haltung und Sozialisierung ein überaus freundlicher, loyaler und menschenbezogener Hund. In den USA wurde er lange Zeit als „Nanny Dog“ bezeichnet, da er eine bemerkenswerte Geduld und Liebe gegenüber Kindern zeigt. Er ist extrem schmerzunempfindlich und lässt sich auch durch Trubel nicht so leicht aus der Ruhe bringen.
Charaktermerkmale:
- Enthusiasmus: Er geht jede Aufgabe mit 100% Energie an.
- Loyalität: Er möchte seinem Besitzer unbedingt gefallen („Will to Please“).
- Intelligenz: Er lernt extrem schnell, benötigt aber eine klare Führung.
- Artgenossen: Hier liegt die Herausforderung. Aufgrund seiner Geschichte kann der APBT gegenüber anderen Hunden zur Dominanz neigen. Eine frühe Sozialisierung ist daher unerlässlich.

Haltung und Erziehung: Konsequenz ist der Schlüssel
Ein American Pit Bull Terrier ist kein Hund für jedermann und definitiv kein Hund für Anfänger, die sich nicht intensiv mit der Rasse auseinandersetzen wollen. Er braucht eine konsequente, aber liebevolle Hand. Da er körperlich sehr stark ist, muss die Leinenführigkeit und der Grundgehorsam absolut sitzen.
Beschäftigung: Der APBT ist ein Hochleistungssportler. Er liebt körperliche Herausforderungen wie:
- Weight Pulling: Das Ziehen von Lasten (unter professioneller Anleitung).
- Agility & Flyball: Trotz seiner Muskeln ist er extrem wendig.
- Nasenarbeit: Mantrailing oder Zielobjektsuche lasten ihn geistig aus.
- Springen: Viele Pitbulls sind wahre Sprungtalente (Wall Climb).
Rechtliche Situation: Die „Listenhunde“-Thematik
In Deutschland, Österreich und der Schweiz unterliegt der American Pit Bull Terrier strengen gesetzlichen Auflagen. Er wird fast überall als Listenhund (Kategorie 1) geführt. Das bedeutet für den Halter:
- Erhöhte Hundesteuer (in vielen Kommunen).
- Pflicht zum Sachkundenachweis (Hundeführerschein).
- Maulkorb- und Leinenzwang (sofern kein Wesenstest abgelegt wurde).
- Ein striktes Importverbot nach Deutschland.
Gesundheit: Ein robuster Athlet
Pitbulls gelten als sehr gesund, da sie lange Zeit ausschließlich auf Leistung und nicht auf Schönheit gezüchtet wurden. Dennoch gibt es rassetypische Dispositionen:
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Bei schweren Exemplaren ein Thema.
- Hautallergien: Viele Pitbulls reagieren empfindlich auf Umweltreize oder bestimmte Futterbestandteile.
- Herzprobleme: Gelegentlich treten Aortenstenosen auf.
- Schilddrüsenunterfunktion: Kann zu Trägheit oder Fellproblemen führen.
Häufige Fragen (FAQ) zum American Pit Bull Terrier
Ist ein Pitbull gefährlich?
Nein, nicht von Natur aus. Wie bei jedem Hund ist das Verhalten das Ergebnis von Genetik, Aufzucht, Erziehung und Haltung. Ein gut sozialisierter Pitbull ist einer der freundlichsten Hunde gegenüber Menschen.
Darf man einen Pitbull in der Wohnung halten?
In vielen Bundesländern benötigt man dafür die explizite Genehmigung des Vermieters, die bei Listenhunden oft schwerer zu bekommen ist. Platztechnisch ist er bei ausreichender Auslastung drinnen ein ruhiger Mitbewohner.
Was ist der Unterschied zum American Staffordshire Terrier?
Der AmStaff ist FCI-anerkannt und meist etwas schwerer und kompakter gebaut. Der APBT ist der ursprünglichere Schlag, der primär über den UKC oder ADBA registriert wird.
Braucht ein Pitbull viel Krafttraining?
Er braucht Bewegung, aber man sollte es nicht übertreiben. Ein ausgewogener Mix aus Ausdauer und Denksport ist gesünder als reines Muskeltraining.
Bildergalerie: American Pit Bull Terrier
Erleben Sie die beeindruckende Ausstrahlung dieser besonderen Rasse:
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Huebscher hund koennte der zwilling von mein sein 🙂
ein wunderschöner hund hast du da=)