American Staffordshire Terrier: Kraftvoller Athlet mit sensiblem Kern
Geschichte und Herkunft: Vom Kampfring zum Familiensofa
Die Geschichte des American Staffordshire Terrier (oft kurz „AmStaff“ genannt) ist eng mit der seiner britischen Vorfahren verknüpft. Im 19. Jahrhundert wurden in England Kreuzungen aus Bulldoggen und Terriern geschaffen, um Hunde zu züchten, die sowohl Mut und Kraft als auch Schnelligkeit und Wendigkeit besaßen. Einwanderer brachten diese Hunde um 1850 in die USA, wo sie weiterentwickelt wurden.
Während der englische Zweig kleiner blieb (Staffordshire Bull Terrier), züchteten die Amerikaner einen größeren, schwereren Typ. Ursprünglich leider für Tierkämpfe missbraucht, erkannten Farmer und Familien schnell die positiven Eigenschaften: Mut, bedingungslose Loyalität und eine erstaunliche Sanftmut gegenüber Menschen. 1936 wurde die Rasse offiziell vom American Kennel Club (AKC) anerkannt. Um ihn deutlich vom „Pit Bull Terrier“ abzugrenzen, der rein auf Arbeitsleistung gezüchtet wurde, nannte man ihn ab 1972 offiziell American Staffordshire Terrier, wobei hier mehr Wert auf den Rassestandard und das ausgeglichene Wesen gelegt wurde.
Wesen: Ein Herz auf vier Pfoten
Hinter der muskulösen Fassade des AmStaffs verbirgt sich ein äußerst liebevoller und anhänglicher Hund. Sein Wesen wird oft als „menschenverliebt“ beschrieben. Er sucht den engen Körperkontakt zu seinen Besitzern und ist am glücklichsten, wenn er mitten im Geschehen ist. Er gilt als mutig, intelligent und sehr ausdauernd.
Ein gut sozialisierter AmStaff ist nervenstark und lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Er besitzt eine hohe Reizschwelle, was ihn - entgegen vieler Vorurteile - bei korrekter Erziehung zu einem tollen Familienhund macht. Er ist verspielt, oft bis ins hohe Alter, und zeigt eine bemerkenswerte Neigung dazu, „seinen“ Menschen gefallen zu wollen (Will-to-please). Als Wachhund ist er aufmerksam, aber in der Regel nicht unnötig aggressiv.
Haltung: Ein Sportler durch und durch
Dieser Ausdauerläufer ist für jede Form der Bewegung dankbar. Ein American Staffordshire Terrier ist kein Hund für gemütliche „Cousch-Potatoes“. Lange Spaziergänge, Wandertouren und gemeinsames Laufen sind unbedingt notwendig, um seine Energie in positive Bahnen zu lenken.
Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Spiel & Apportieren: Sie lieben Ballspiele und Zerrspiele (hierbei auf Regeln achten).
- Hundesport: Agility, Obedience oder „Weight Pulling“ (als kontrollierter Sport) lasten sie körperlich und geistig aus.
- Kopfarbeit: Suchspiele und Klickertraining fordern ihre Intelligenz.
Erziehung: Konsequenz mit Fingerspitzengefühl
Der AmStaff ist ein kraftvoller Hund, der eine sichere Führung braucht. Er ist intelligent und lernt schnell, kann aber aufgrund seiner Terrier-Gene auch einen gewissen Eigensinn an den Tag legen. Die Erziehung muss liebevoll, aber absolut konsequent sein. Härte oder Gewalt sind bei diesem sensiblen Kraftpaket völlig fehl am Platz und würden das Vertrauensverhältnis nachhaltig schädigen.
Besonderes Augenmerk muss auf die Sozialisierung mit anderen Hunden gelegt werden. Da die Rasse genetisch bedingt eine gewisse Dominanz gegenüber Artgenossen zeigen kann, ist der Besuch einer Hundeschule und der frühe Kontakt zu verschiedenen Hunderassen essenziell. Ein gut erzogener AmStaff ist ein Vorzeigehund, der durch Gehorsam und Gelassenheit besticht.
Wichtiger Hinweis: Rechtliche Lage (Listenhunde)
In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern wird der American Staffordshire Terrier in den meisten Bundesländern als „Listenhund“ (Kategorie 1) geführt. Das bedeutet, dass die Haltung an strenge Auflagen gebunden ist:
- Wesenstest: Zum Nachweis der Ungefährlichkeit.
- Sachkundenachweis: Der Halter muss theoretische Kenntnisse nachweisen.
- Erhöhte Hundesteuer: In vielen Kommunen wird ein höherer Steuersatz fällig.
- Maulkorb- und Leinenzwang: Kann oft durch einen bestandenen Wesentest aufgehoben werden.
- Einfuhrverbot: Die Einfuhr dieser Rasse nach Deutschland ist gesetzlich verboten.
Fell, Farben und Pflege
Das Fell ist kurz, dicht und glänzend. Es fühlt sich bei Berührung fest und steif an. Die Pflege ist minimal: Gelegentliches Bürsten reicht aus, um abgestorbene Haare zu entfernen. Da der AmStaff kaum Unterwolle besitzt, ist er sehr sauber und riecht kaum nach Hund.
Die Farben: Die Farbvielfalt ist groß. Jede Farbe - ob einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt - ist zulässig. Einschränkung laut Standard: Ein Weißanteil von über 80 %, Schwarz mit Brand (Black and Tan) sowie Leberfarben sind nicht erwünscht und werden in der Zucht nicht gefördert.
Gesundheit: Ein robuster Begleiter
Der American Staffordshire Terrier gilt als sehr gesund und widerstandsfähig. Dennoch gibt es einige Erbkrankheiten, auf die seriöse Züchter testen:
- Ataxie (Cerebelläre Ataxie): Eine neurologische Erkrankung, für die es einen Gentest gibt.
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Wie bei allen sportlichen Hunden wichtig für den Bewegungsapparat.
- Schilddrüsenunterfunktion: Kann zu Trägheit und Fellproblemen führen.
- Katarakt (Grauer Star): Trübung der Augenlinse im Alter.
- Herzprobleme: Gelegentlich treten Herzklappenfehler auf.
Häufige Fragen (FAQ) zum AmStaff
Ist der AmStaff als Ersthund geeignet?
Nur für sehr verantwortungsbewusste Anfänger, die bereit sind, viel Zeit in Erziehung und den Besuch einer Hundeschule zu investieren. Man sollte sich der Kraft am anderen Ende der Leine bewusst sein.
Sind AmStaffs kinderlieb?
In der Regel ja! In den USA wurden sie früher sogar als "Nanny Dogs" bezeichnet, da sie gegenüber Kindern eine enorme Geduld und Schutzbereitschaft zeigen. Dennoch gilt: Hund und Kind nie unbeaufsichtigt lassen.
Wie viel Auslauf braucht ein AmStaff täglich?
Rechnen Sie mit mindestens 2 bis 3 Stunden aktiver Beschäftigung. Ein Garten ist schön, ersetzt aber nicht die nötige geistige Auslastung außerhalb des Grundstücks.
Verträgt er sich mit Katzen?
Wenn er von klein auf an sie gewöhnt wird, ist das Zusammenleben meist problemlos. Der Jagdtrieb ist jedoch vorhanden und kann bei fremden Katzen im Freien durchbrechen.
Bildergalerie: American Staffordshire Terrier
Erleben Sie die sportliche Eleganz dieser besonderen Rasse:










Wie lange kann man denn hund im durchschnit am tag alleine lassen ?
Besitze auch einen Amstaff-Mischling, ein Weibchen. Sie ist so ein richtiger Familienhund, kein „Kampfhund“ wie alle von dieser Rasse denken…Ich denke alle die diese Rasse besitzen können sagen das es auf der Erziehung des Hundes beruht und nicht an seiner Rasse, so ein Schwachsinn den viele sagen. Ich kann aus der jetzigen Erfahrung sagen das man auf die Erziehung den größten Wert legen sollte. Meine ist richtig verspielt und liebt es zu spazieren. Sie hat sogar ihr merkwürdiges Hobby entdeckt: Skateboard Fahren. Sehr lustig und sie kann es wirklich…mittlerweile beschäftigt sie sich nur damit.
Habe einen Am. Staff.-Mischling In Sachsen steht er nicht auf der Liste.
wenn ich gefragt werde, sage ich immer, es ist eine wilde Mischung. Die meisten sehen allerdings schon den Am. Staff bei ihr raus.
Was soll ich zu dieser Rasse sagen?! Impulsiv, bewegungsfreudig, verschmust und der menschenbezogen. Unsere brauch wirklich körperliche Auslastung, sonst nervt sie unwahrscheinlich 😉
insgeheim steckt in ihr ein Schoßhund, sie liebt es zu kuscheln, 19kg auf dem Schoß sind schon schwer aber die körperliche Nähe ist ihr sehr wichtig. Sie ist ein unheimlicher Kasper, hat eine Mimik drauf, die echt hammer ist und bringt einen mit ihrer Art immer zum lachen. Sie ist echt ein Lamm, man kann sie von rechts nach links krempeln und sie lässt es sich gefallen. Nur draußen gegenüber Fremden ist sie manchmal der Meinung, das Frauchen beschützen zu müssen und wirkt auf viele abschreckend, wenn sie bellt. Aber das ist Erziehungssache und sicher nicht rassetypisch 🙂 kann man ja abtrainieren.
Ich liebe diese Rasse, obwohl ich garnicht „Sowas“ wollte. war eher zufall und gut dass Sie uns gefunden hat. Gerade mein Mann wollte keinen Schoßhund mit dem er belächelt wird und fühlt sich mit unserem Hund richtig wohl.
Da hast Du Recht – aber nicht nur in BW, sondern in allen deutschen Bundesländern – von Niedersachsen mal abgesehen…
Ist das in Baden Württemberg ein Listen Hund?