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Border Terrier: Der robuste Naturbursche mit dem Ottergesicht

Border Terrier

Der Border Terrier

Kurzinfos & Steckbrief

Der Border Terrier ist einer der ursprünglichsten und unverfälschtesten Terrier Großbritanniens. Er ist ein Hund ohne Allüren - robust, wetterfest und mit einem unerschütterlichen Optimismus gesegnet. Bekannt für seinen charakteristischen „Otterkopf“, vereint er die Härte eines Arbeitsterriers mit einem überraschend sozialen und anpassungsfähigen Wesen, was ihn heute zu einem beliebten Begleiter für aktive Familien macht.

  • Herkunftsland: Großbritannien (Grenzregion England/Schottland)
  • FCI-Standard: Gruppe 3 (Terrier) / Sektion 1 / Nr. 10
  • Größe: ca. 32 cm bis 37 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: Rüden 5,9-7,1 kg | Hündinnen 5,1-6,4 kg
  • Besonderheit: Extrem dicke Haut und ein Gesicht, das an einen Otter erinnert

Geschichte: Der ausdauernde Begleiter der Reiter

Der Name Border Terrier verrät bereits seine Herkunft: Er stammt aus den Cheviot Hills, der Grenzregion (Border) zwischen England und Schottland. Dort wurde er im 18. und 19. Jahrhundert gezüchtet, um die Fuchsherden der Farmer zu schützen. Anders als viele andere Terrier, die lediglich für die Baujagd zuständig waren, musste der Border Terrier eine besondere Fähigkeit besitzen: Er musste lange genug Beine haben, um den Pferden und den großen Foxhounds bei der Jagd über weite Strecken zu folgen, aber gleichzeitig kompakt genug sein, um dem Fuchs in seinen Bau zu folgen.

Diese spezielle Anforderung prägte seinen Körperbau und seine Ausdauer. Zudem musste er „sozialverträglich“ sein, da er in der Meute mit vielen anderen Hunden arbeitete - eine Eigenschaft, die ihn heute deutlich von vielen anderen, eher streitlustigen Terrierrassen unterscheidet. Erst 1920 wurde die Rasse offiziell vom Kennel Club anerkannt, blieb aber glücklicherweise bis heute von extremen züchterischen Übertreibungen verschont.


Erscheinungsbild: Funktionalität trifft auf „Otter-Charme“

Der Border Terrier ist ein Hund, der für die Arbeit gebaut ist. Er ist schmal im Körper („hinter den Schultern von zwei Händen zu umspannen“), was ihm ermöglicht, durch engste Durchschlupfe zu schlüpfen.

Die optischen Besonderheiten:

  • Der Kopf: Das markanteste Merkmal ist der Kopf, der in seiner Form stark an den eines Otters erinnert. Er hat einen kurzen Fang und einen breiten Oberkopf.
  • Das Fell: Es ist hart, dicht und drahtig mit anliegender Unterwolle. Diese Struktur wirkt wie ein Schutzpanzer gegen Dornen, Nässe und Kälte.
  • Die Haut: Der Border Terrier besitzt eine ungewöhnlich dicke und lose Haut - ein Schutzmechanismus aus Zeiten der Baujagd, um bei Bissen von Raubwild keine schweren Verletzungen davonzutragen.
  • Farben: Anerkannt sind Rot, Weizenfarben, Grizzle mit Tan (meliert mit Loh) sowie Blau mit Tan.


Wesen: Ein Terrier mit Teamgeist

Border Terrier stehend

Der Border Terrier: Drahtig, flink und arbeitswillig

Obwohl der Border Terrier mutig, lebhaft und unerschrocken ist, fehlt ihm die oft terrier-typische Schärfe gegenüber Artgenossen. Da er historisch in der Meute arbeiten musste, ist er in der Regel sehr verträglich und sozial kompetent. Er gilt als einer der am einfachsten zu führenden Terrier.

Innerhalb der Familie ist er anhänglich, fröhlich und für jeden Spaß zu haben. Er ist intelligent und lernt schnell, besitzt aber dennoch den typischen Terrier-Dickkopf. Er ist kein Hund für Menschen, die absoluten Gehorsam erwarten; er ist vielmehr ein Partner, der mitdenkt. Sein Jagdtrieb ist jedoch nicht zu unterschätzen - im Wald verwandelt sich der gemütliche Begleiter schnell in einen fokussierten Jäger.


Haltung: Ein Hund für Draußen-Menschen

Der Border Terrier ist kein Hund für bequeme Menschen. Er liebt die frische Luft und braucht tägliche Abenteuer. Aufgrund seiner Größe lässt er sich zwar problemlos in einer Stadtwohnung halten, aber nur unter der Bedingung, dass er täglich mehrere Stunden ausgelastet wird.

Einsatzgebiete und Alltag:

  • Reitbegleithund: Dank seiner Ausdauer und seines meutegewohnten Sozialverhaltens eignet er sich bei entsprechender Erziehung hervorragend als Begleiter am Pferd.
  • Sportliche Aktivitäten: Er glänzt beim Agility, beim Wandern oder beim Mantrailing. Er möchte körperlich gefordert und geistig angeregt werden.
  • Anpassungsfähigkeit: Im Haus ist er meist ein ruhiger Zeitgenosse, der gerne beobachtet. Er ist wachsam, meldet Besucher kurz an, neigt aber nicht zum sinnlosen Kläffen.


Erziehung: Motivation statt Zwang

Die Erziehung eines Border Terriers ist im Vergleich zu anderen Terriern oft leichter, erfordert aber dennoch Konsequenz und Geduld. Er reagiert sehr gut auf positive Verstärkung. Da er sehr menschenbezogen ist, möchte er seinem Besitzer gefallen, solange die Übungen abwechslungsreich bleiben.

Ein besonderes Augenmerk muss auf dem Rückruf liegen. Da sein Jagdinstinkt tief verwurzelt ist, kann eine frische Fährte ihn alles andere vergessen lassen. Eine frühe Gewöhnung an Katzen und andere Haustiere ist ratsam, damit er diese als Familienmitglieder und nicht als Beute betrachtet.


Gesundheit und Pflege: Der robuste Typ

Der Border Terrier gilt als eine der gesündesten Hunderassen überhaupt. Er ist nicht überzüchtet und erreicht oft ein sehr hohes Alter.

  • Fellpflege (Trimmen): Das harsche Fell darf nicht geschoren werden! Um die Schutzfunktion und die Farbe zu erhalten, muss es zwei- bis dreimal im Jahr fachgerecht von Hand getrimmt (gezupft) werden. Ansonsten reicht gelegentliches Bürsten.
  • Gesundheitsvorsorge: Gelegentlich treten Fälle von CECS (Spike’s Disease, eine neurologische Störung) oder Hüftproblemen auf, weshalb man beim Kauf auf seriöse Züchter achten sollte.
  • Lebenserwartung: Ein Border Terrier wird oft 14 bis 16 Jahre alt.


Häufige Fragen (FAQ) zum Border Terrier

Ist der Border Terrier für Allergiker geeignet?
Obwohl er wenig haart, wenn er regelmäßig getrimmt wird, ist er keine klassische "allergikerfreundliche" Rasse. Ein Test vorab ist unbedingt notwendig.

Kann man den Border Terrier ohne Leine laufen lassen?
Das hängt stark von der Erziehung und dem individuellen Jagdtrieb ab. Viele Border Terrier lassen sich gut abrufen, doch bei Wildsichtungen siegt oft der Instinkt.

Bellt ein Border Terrier viel?
Er ist wachsam, aber kein Kläffer. Er meldet zwar kurz Besuch an, beruhigt sich aber meist sehr schnell wieder.


Bildergalerie: Border Terrier

Impressionen des kleinen Draufgängers:

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