Boston Terrier: Der charmante „American Gentleman“
Geschichte und Herkunft: Ein waschechter Amerikaner
Der Boston Terrier ist eine der wenigen Hunderassen, die ihren Ursprung tatsächlich in den USA haben. Seine Geschichte begann um 1870 in Boston, Massachusetts. Die Rasse entstand aus einer Kreuzung zwischen der Englischen Bulldogge und dem mittlerweile ausgestorbenen weißen Englischen Terrier. Der Stammvater der Rasse war ein Rüde namens „Judge“, der von einem Bostoner Bürger gekauft wurde.
Ursprünglich waren diese Hunde deutlich schwerer und wurden teilweise sogar für Kämpfe gezüchtet. Doch schon bald wandelte sich das Zuchtziel hin zu einem kleineren, eleganteren Begleithund. 1893 wurde der Boston Terrier als erste US-amerikanische Rasse vom American Kennel Club (AKC) anerkannt. Wegen seines freundlichen Wesens und der charakteristischen Zeichnung, die an einen Frack erinnert, erhielt er schnell den liebevollen Beinamen „The American Gentleman“.
Wesen und Charakter: Ein Terrier, der keiner ist
Lassen Sie sich vom Namen nicht täuschen: Der Boston Terrier gehört zwar historisch zur Terrier-Familie, wird heute aber bei der FCI unter den „doggenartigen Hunden“ geführt. Das spiegelt sich deutlich in seinem Wesen wider: Er besitzt kaum Jagdtrieb und zeigt nicht die typische Terrier-Rastlosigkeit oder Schärfe. Vielmehr ist er ein überaus freundlicher, lebhafter und ausgeglichener Hund.
Er gilt als hochintelligent und sehr lernwillig. Seinen Menschen gegenüber ist er loyal und äußerst anhänglich. Er besitzt ein feines Gespür für die Stimmung seiner Besitzer - ist es Zeit für Action, ist er mit Begeisterung dabei; ist Ruhe angesagt, kuschelt er sich zufrieden aufs Sofa. Er ist am liebsten immer und überall dabei und gilt als sehr anpassungsfähig.
Haltung: Der ideale Partner für Stadt und Land
Der Boston Terrier ist aufgrund seiner kompakten Größe und seines unkomplizierten Charakters ein sehr angenehmer Begleiter. Er passt sich allen Lebenslagen hervorragend an und fühlt sich in einer Stadtwohnung genauso wohl wie in einem Haus mit Garten auf dem Land. Da er kein leidenschaftlicher Jäger ist, sind Spaziergänge im Wald meist sehr entspannt.
Bewegungsdrang: Er ist aktiv und spielt gerne, benötigt aber keine stundenlangen Gewaltmärsche. Er liebt kleine Herausforderungen, Suchspiele oder leichtes Agility. Ein wichtiger Punkt in der Haltung ist seine Empfindlichkeit gegenüber extremen Temperaturen. Durch die kurze Schnauze kommt er mit großer Hitze schlecht zurecht, und das feine Fell ohne Unterwolle bietet im Winter kaum Schutz vor Frost.
Fell und Farben: Der elegante Frack
Das Fell des Boston Terriers ist kurz, glatt, glänzend und von feiner Textur. Es ist sehr pflegeleicht und verliert kaum Haare, was ihn zu einem sehr sauberen Mitbewohner macht. Die Zeichnung ist streng festgelegt und macht den „Gentleman-Look“ erst komplett.
Die Farben:
- Gestromt (Brindle): Dunkles Muster auf hellem Grund.
- Schwarz: Tiefschwarz mit weißer Zeichnung.
- Seal: Ein Schwarz, das im Sonnenlicht rötlich schimmert.
Erziehung: Kluger Kopf mit Charme
Einen Boston Terrier zu erziehen, macht in der Regel großen Spaß. Er ist aufmerksam und möchte seinen Menschen gefallen („Will-to-please“). Er lernt Befehle schnell und ist meist sehr folgsam. Dennoch sollte man konsequent bleiben, denn sein Charme verleitet dazu, ihm kleine Frechheiten durchgehen zu lassen.
Da er sehr sensibel auf die Stimme reagiert, reicht meist ein tadelnder Unterton völlig aus. Er ist ein toller Hund für Anfänger, da er keine Tendenz zur Dominanz zeigt und Fehler in der Erziehung meist verzeiht. Eine frühe Sozialisierung mit anderen Hunden sorgt dafür, dass er zeitlebens ein verträglicher und höflicher Zeitgenosse bleibt.
Gesundheit: Besonderheiten einer kurzköpfigen Rasse
Wie viele brachyzephale (kurzköpfige) Rassen hat auch der Boston Terrier mit einigen gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen. Seriöse Züchter arbeiten hart daran, diese Risiken zu minimieren:
- Atmung: Durch die flache Nase kann es bei starker Belastung oder Hitze zu Atemproblemen kommen.
- Augen: Die großen Augen sind anfällig für Verletzungen, Entzündungen oder den Grauen Star.
- Patellaluxation: Wie bei vielen kleinen Rassen kann die Kniescheibe verrutschen.
- Geburt: Aufgrund der Kopfform der Welpen im Verhältnis zum Becken der Hündin ist bei dieser Rasse die Kaiserschnittrate erhöht.
Häufige Fragen (FAQ) zum Boston Terrier
Ist der Boston Terrier für Allergiker geeignet?
Obwohl er kaum haart, ist er kein spezieller Allergikerhund. Da er aber keine Unterwolle besitzt und wenig Schmutz im Fell hält, wird er von manchen Allergikern besser vertragen als andere Rassen.
Verträgt er sich mit anderen Haustieren?
In der Regel ja. Da sein Jagdtrieb minimal ist, klappt das Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren meist hervorragend, besonders wenn er von klein auf daran gewöhnt wurde.
Bellf der Boston Terrier viel?
Nein, er gehört eher zu den ruhigeren Zeitgenossen. Er schlägt zwar an, wenn jemand an der Tür ist, ist aber kein unnötiger Kläffer.
Kann er lange allein bleiben?
Er ist sehr menschenbezogen. Kurze Zeiträume sind nach Training kein Problem, aber er leidet, wenn er den ganzen Tag isoliert ist.
Bildergalerie: Boston Terrier
Lassen Sie sich von der Ausstrahlung des American Gentleman verzaubern:
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