Chinesischer Schopfhund: Exotischer Begleiter mit zwei Gesichtern
Geschichte und Herkunft: Der geheimnisvolle Seefahrer
Die Geschichte des Chinesischen Schopfhundes (Chinese Crested) ist von Mythen umwoben. Entgegen seinem Namen vermuten Kynologen den eigentlichen Ursprung in Afrika oder Mexiko (verwandt mit dem Xoloitzcuintle). Sicher ist jedoch, dass chinesische Seefahrer die kleinen Nackthunde bereits im 13. Jahrhundert auf ihren Dschunken hielten, um die Vorratskammern frei von Ratten und Mäusen zu halten.
In China galt er zeitweise als Statussymbol des Adels und wurde wegen seiner angeblichen Heilkräfte geschätzt - die warme Haut sollte bei Rheuma und Schmerzen helfen. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte die Rasse nach Amerika und Europa. Interessanterweise liegt das offizielle Patronat der Rasse heute bei Großbritannien, wo der Standard maßgeblich geprägt wurde. Heute ist er weltweit ein beliebter Begleiter für Menschen, die das Besondere suchen.
Zwei Schläge, zwei Varianten: Körperbau und Fell
Beim Chinesischen Schopfhund unterscheidet man zunächst zwei körperliche Typen:
- Deer Type (Reh-Typ): Ein feingliedriger, rassiger Hund mit zierlichem Knochenbau.
- Cobby Type (Gedrungener Typ): Ein kräftigerer Hund mit kompakterem Körperbau und schwereren Knochen.
Die größte Besonderheit ist jedoch die Aufspaltung in zwei Fell-Varianten, die oft im selben Wurf vorkommen:
1. Der Hairless (Nackthund): Er besitzt Haare am Kopf (den Schopf oder „Crest“), an den Pfoten („Socken“) und an der Rute („Plume“). Die restliche Haut ist nackt, fühlt sich extrem weich, glatt und warm an. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Nackthunde eine höhere Körpertemperatur haben - sie fühlt sich nur aufgrund des fehlenden Fells wärmer an.
2. Der Powder Puff (Puderquaste): Diese Variante ist vollständig behaart. Er besitzt eine kurze Unterwolle und ein langes, schleierartiges Deckhaar aus feinsten Haaren. Optisch erinnert er eher an einen kleinen Terrier oder Malteser, gehört aber genetisch untrennbar zum Chinesischen Schopfhund.
Wesen: Ein fröhlicher Charmeur
Der Chinesische Schopfhund ist ein durchweg positiver Hund. Er gilt als fröhlich, verspielt und sehr lebendig. Sein treues Wesen macht ihn zu einem hervorragenden Begleiter, der sich eng an seine Bezugspersonen bindet. Er ist aufgeweckt und wachsam, neigt aber nicht zu aggressivem Verhalten.
Die Intelligenz dieser Rasse wird oft unterschätzt. Ein Schopfhund versteht rasch, was von ihm verlangt wird. Dennoch benötigt er eine konsequente Erziehung von Anfang an, da er sonst dazu neigt, seine charmante Art auszunutzen. Er liebt es, neue Tricks zu lernen und freut sich über jede Form der positiven Bestärkung. Wer einen sensiblen, aber dennoch robusten kleinen Partner sucht, wird hier fündig.
Haltung: Anpassungsfähig und unkompliziert
Die Haltung in einer Stadtwohnung ist für den Chinese Crested völlig unproblematisch. Er passt sich dem Rhythmus seiner Besitzer hervorragend an und benötigt nur mäßigen Auslauf. Das bedeutet jedoch nicht, dass er eine „Couch-Potato“ ist - er genießt lange Spaziergänge und ausgiebiges Toben im Freien sehr. Da er kaum haart (gilt für beide Varianten), ist er ein sehr sauberer Mitbewohner.
Besonders hervorzuheben ist seine soziale Ader: Er versteht sich meist prächtig mit anderen Haustieren und ist ein einfühlsamer Freund für Kinder, sofern diese respektvoll mit ihm umgehen. Er ist ein idealer Begleithund für Menschen, die viel Zeit mit ihrem Tier verbringen möchten, da er sehr ungern allein bleibt.
Pflege: Mehr Hautpflege als man denkt
Obwohl er oft als „pflegeleicht“ bezeichnet wird, benötigt der Chinesische Schopfhund spezifische Aufmerksamkeit:
- Hautpflege beim Hairless: Die nackte Haut ist wie menschliche Haut zu behandeln. Bei starker Sonneneinstrahlung benötigt er Sonnenschutz (Eincremen), um Sonnenbrand zu vermeiden. Gelegentliche Bäder mit milden Produkten halten die Haut geschmeidig.
- Fellpflege beim Powder Puff: Das schleierartige Haar sollte regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen.
- Zahnhautpflege: Bei der nackten Variante tritt genetisch bedingt oft ein unvollständiges Gebiss auf (Fehlen von Zähnen). Dies ist im Rassestandard verankert und beeinträchtigt den Hund meist nicht, erfordert aber gute Zahnhygiene.
Gesundheit: Robustheit im kleinen Format
Trotz seines exotischen Aussehens ist der Schopfhund ein robuster kleiner Kerl. Neben der bereits erwähnten Zahnproblematik bei der Hairless-Variante gibt es nur wenige rassetypische Krankheiten:
- Patellaluxation: Wie bei vielen Kleinhunden kann die Kniescheibe verrutschen.
- Augenerkrankungen: Regelmäßige Checks auf PLL (Primäre Linsenluxation) und PRA sind bei Zuchttieren wichtig.
- Hautempfindlichkeit: Bei helleren Hauttypen können Mitesser oder Akne auftreten, wenn die Haut nicht korrekt gereinigt wird.
Häufige Fragen (FAQ) zum Chinesischen Schopfhund
Sind Chinesische Schopfhunde für Allergiker geeignet?
Viele Allergiker reagieren auf diese Rasse weniger stark, da der Powder Puff kaum haart und der Hairless fast kein Fell besitzt. Dennoch sollte man dies individuell testen.
Frieren Nackthunde im Winter?
Ja, da ihnen die isolierende Fellschicht fehlt, benötigen sie bei winterlichen Temperaturen einen funktionellen Hundemantel.
Warum haben Nackthunde oft schlechtere Zähne?
Das Gen für die Haarlosigkeit ist eng mit der Zahnentwicklung gekoppelt. Deshalb haben behaarte Powder Puffs meist ein vollständiges Gebiss, während den Hairless oft Prämolaren fehlen.
Ist der Powder Puff weniger wertvoll als der Hairless?
Keineswegs. In der Zucht sind die Powder Puffs essenziell, um die Vitalität und Gebissqualität der Rasse zu erhalten. Sie sind charakterlich absolut identisch.
Bildergalerie: Chinese Crested
Erleben Sie die Vielfalt zwischen Nackthund und Puderquaste:
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Wir besitzen einen chinese crested powder puff, also behaart. Ein sehr lieber fröhlicher Hund. Nie aggressiv oder schlecht gelaunt.