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Curly Coated Retriever: Der stolze Individualist mit Lockenpracht

Curly Coated Retriever stehend schwarz

Der Curly Coated Retriever

Kurzinfos & Steckbrief

Der Curly Coated Retriever ist die wohl ursprünglichste und zugleich markanteste unter den Retriever-Rassen. Mit seinem dichten Gewand aus kleinen, festen Locken ist er perfekt für die Arbeit im Wasser und im dichten Unterholz gerüstet. Während seine Cousins oft als „Everybody's Darling“ bekannt sind, zeigt sich der „Curly“ Fremden gegenüber meist reservierter und aristokratischer. Er gilt als hochintelligent, ausdauernd und besitzt eine Prise gesunde Eigenständigkeit. Wer sein Vertrauen gewinnt, erhält einen extrem loyalen Arbeitshunde und Familienbegleiter, der sowohl geistige Herausforderungen als auch ausgiebige Aktivitäten in der Natur liebt. Ein Hund für Kenner, die das Besondere schätzen.

  • Herkunftsland: Großbritannien
  • FCI-Standard: Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde), Sektion 1 (Nr. 110)
  • Größe: Rüden ca. 67,5 cm | Hündinnen ca. 62,5 cm
  • Gewicht: Ca. 28 bis 40 kg
  • Besonderheit: Durchgehendes Lockenkleid (außer am Gesicht); extrem wasserabweisend.
  • Charakter: Intelligent, eigenständig, treu und etwas reserviert.

Geschichte: Ein echtes britisches Urgestein

Der Curly Coated Retriever ist einer der ältesten bekannten Retriever-Rassen überhaupt. Seine Ursprünge lassen sich in England bis weit ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Man vermutet, dass er aus Kreuzungen des inzwischen ausgestorbenen „English Water Spaniel“ mit dem „St. John’s Dog“ (einem Vorfahren des Labradors) und später dem Pudel entstand. Letzterer verlieh ihm wahrscheinlich seine namensgebenden, wasserabweisenden Locken.

Während der Labrador und der Golden Retriever heute die Welt im Sturm erobert haben, blieb der Curly immer ein Spezialist für Kenner. Er wurde von Wildhütern und Jägern geschätzt, die einen robusten Arbeitshunger und eine enorme Ausdauer benötigten. Seine Fähigkeit, auch in eisigem Wasser stundenlang zu apportieren, machte ihn zur ersten Wahl für die Entenjagd unter schwierigsten Bedingungen.


Erscheinungsbild: Elegant, großrahmig und gelockt

Der Curly Coated Retriever ist der größte und stattlichste Vertreter der Retriever-Familie. Sein Körperbau ist kraftvoll, tiefbrüstig und wirkt im Vergleich zu seinen Verwandten etwas hochbeiniger und eleganter. Er strahlt eine ruhige Kraft aus.

Das einzigartige Fell: Das markanteste Merkmal ist zweifellos das Haarkleid. Es besteht aus einer dichten Masse kleiner, fester und eng anliegender Locken.

  • Struktur: Das Fell ist von Natur aus ölig und wasserabweisend. Es besitzt keine Unterwolle.
  • Farben: Der Standard erlaubt lediglich zwei Farbschläge: Einfarbig Schwarz oder einfarbig Leberbraun.
  • Pflege: Entgegen der Vermutung ist das Fell recht pflegeleicht, sollte aber etwa alle sechs Wochen leicht getrimmt werden, um die Konturen zu wahren. Bürsten sollte man die Locken im trockenen Zustand vermeiden, da sie sonst aufplustern - Feuchtigkeit bringt die Lockenform zurück.


Wesen: Intelligent, wachsam und eigenständig

Curly Coated Retriever schwarz

Wer einen „typischen“ Retriever erwartet, der jeden Fremden stürmisch begrüßt, wird beim Curly überrascht sein. Er ist zwar ein freundlicher und umgänglicher Hund, besitzt aber eine deutliche Distanz gegenüber Fremden. Er beobachtet erst abwartend, bevor er Kontakt aufnimmt.

Im Gegensatz zum Golden Retriever zeigt der Curly einen leichten Wach- und Schutztrieb, was ihn (ähnlich wie den Chesapeake Bay Retriever) zu einem hervorragenden Wächter für Haus und Hof macht. Er gilt als sehr intelligent und lernwillig, besitzt aber auch eine Prise Eigenständigkeit. Er ist kein Hund für blinden Gehorsam, sondern ein denkender Partner. Ein wichtiger Aspekt: Curlys sind Spätentwickler. Ihre geistige Reife erreichen sie oft erst mit etwa drei Jahren.


Haltung: Ein Partner für Aktive

Der Curly Coated Retriever ist ein Arbeitstier. Er eignet sich hervorragend für sportliche Menschen, die gerne und viel in der Natur unterwegs sind. Eine Haltung in der Stadt ist möglich, solange er täglich körperlich und geistig gefordert wird.

Die ideale Beschäftigung:

  • Dummyarbeit & Apportieren: Hier liegt seine absolute Leidenschaft. Er liebt es, Aufgaben zu lösen und Gegenstände aus jedem Gelände zu bringen.
  • Wassersport: Als spezialisierter Wasserhund gibt es für ihn kaum etwas Schöneres als ausgiebige Schwimmeinheiten.
  • Jagdliche Führung: Er ist nach wie vor ein exzellenter Jagdbegleiter, besonders für die Arbeit nach dem Schuss im Wasser.
  • Rettungshundearbeit: Seine Ausdauer und Intelligenz prädestinieren ihn auch für Suchaufgaben.


Erziehung: Fingerspitzengefühl und Konsequenz

Aufgrund seiner hohen Auffassungsgabe lernt der Curly sehr schnell - leider auch Unarten. Die Erziehung sollte früh beginnen und auf positiver Verstärkung basieren. Da er sensibler ist als ein Labrador, sollte man auf unnötige Härte verzichten. Eintönige Wiederholungen langweilen ihn schnell; er braucht Abwechslung im Training. Aufgrund seiner Eigenständigkeit und der späten Reife benötigen Halter Ausdauer und eine humorvolle Konsequenz.


Gesundheit: Worauf beim Kauf zu achten ist

Der Curly Coated Retriever gilt als robuste Rasse, doch wie bei allen größeren Hunden gibt es genetische Dispositionen, die durch verantwortungsvolle Zucht minimiert werden sollten:

  • Hüft- (HD) und Ellenbogendysplasie (ED): Untersuchungen der Elterntiere sind beim VDH-Züchter obligatorisch.
  • PRA (Progressive Retina Atrophie): Eine Augenerkrankung, für die es mittlerweile Gentests gibt.
  • Ektropium/Entropium: Fehlstellungen der Augenlider können vorkommen.
  • GSD IIIa (Glyrogenspeicherkrankheit): Eine seltene Stoffwechselerkrankung, auf die seriöse Züchter testen lassen.


Häufige Fragen (FAQ) zum Curly Coated Retriever

Ist der Curly Coated Retriever für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Sein eigenständiges Wesen und der Schutztrieb erfordern eine gewisse Hundeerfahrung oder zumindest viel Engagement in der Hundeschule.

Haart ein Curly Coated Retriever?
Ja, er haart, allerdings anders als kurzhaarige Hunde. Die ausgefallenen Haare verfangen sich oft in den Locken und müssen regelmäßig ausgewaschen oder ausgedrückt werden.

Verträgt er sich mit anderen Hunden?
In der Regel ja. Er ist ein sozialer Hund, kann aber aufgrund seines reservierten Wesens bei Erstbegegnungen etwas unterkühlt wirken.

Wie viel Auslauf braucht er?
Viel. Ein Curly ist kein Hund für kurze Blockrunden. Zwei Stunden Bewegung am Tag plus geistige Auslastung sind das Minimum für einen zufriedenen Hund.


Bildergalerie: Curly Coated Retriever

Der imposante Lockenkopf in Aktion:

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3 Gedanken zu „Curly Coated Retriever“

    • Ja sicher, wir haben einen Curly und ich würde keinen andern mehr wollen:)
      Es ist eine sehr umgängliche Rasse, familienfreundlich, ruhig.
      Er liebt aber lange Spaziergänge und Spielen und vorallen Such- und Apportierspiele.

      Antworten
  1. Hallo erstmal,
    also ich habe bis vor einigen Wochen noch nicht einmal gewusst das die Rasse Curly Coated Retriever Überhaupt existiert.
    Nach einigen Informationen die ich mir zu dieser Rasse angeeignet habe finde ich das diese robuste wie noch ziemlich unbekannte Rasse mehr in Dingen wie Jagt oder Rettungshunde benuzt werden sollten.
    Was ich damit sagen will ist ich liebe diese Rasse und wünschte sie währ viel bekannter.

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