Griffon Fauve de Bretagne: Der robuste Jagdkünstler aus der wilden Bretagne
Kurzinfos & Steckbrief
Der Griffon Fauve de Bretagne ist eine traditionsreiche Laufhunderasse aus dem Nordwesten Frankreichs. Bekannt für seine markante falbfarbene Färbung und sein drahtiges, wetterfestes Fell, verkörpert er den idealen Arbeitshund für schwieriges Gelände. Er ist ein passionierter Jäger mit einer exzellenten Nase, der im Haus durch ein überraschend ausgeglichenes und treues Wesen besticht. In Deutschland noch eine echte Rarität, ist er für Kenner ein Symbol für ursprüngliche Kraft und jagdliche Passion.
- Herkunftsland: Frankreich (Bretagne)
- FCI-Standard: Gruppe 6 (Laufhunde) / Sektion 1.2 / Nr. 66
- Größe: 48 cm bis 56 cm (Toleranz +2 cm möglich)
- Gewicht: ca. 18 kg bis 22 kg (funktionaler Jagdhundtyp)
- Besonderheit: Enorme Ausdauer und charakteristisches drahtiges Fell
Geschichte: Der furchtlose Bezwinger der bretonischen Heide
Die Geschichte des Griffon Fauve de Bretagne reicht weit in die Vergangenheit der französischen Jagdkultur zurück. Bereits im 14. Jahrhundert wurden diese Hunde gezüchtet, um in der unwegsamen, dornigen und wilden Landschaft der Bretagne zu jagen. Ursprünglich war der "Große Fauve de Bretagne" sogar darauf spezialisiert, Wölfe zu jagen - eine Aufgabe, die Mut, Härte und eine enorme Ausdauer erforderte.
Als die Wölfe in Frankreich seltener wurden, drohte auch der Griffon Fauve fast auszusterben. Doch engagierte Jäger retteten die Rasse, indem sie sie auf die Jagd nach Schwarzwild, Rehen und Füchsen umstellten. Heute ist er in Frankreich ein hochgeschätzter Meutehund, der für seine Fähigkeit bekannt ist, auch in dichtestem Gestrüpp eine Fährte zu halten. Trotz seiner uralten Abstammung ist er außerhalb seiner Heimat ein seltener Anblick geblieben, was ihn für Liebhaber seltener Jagdhundrassen besonders interessant macht.
Erscheinungsbild: Rustikale Kraft und wetterfeste Textur
Der Griffon Fauve de Bretagne ist ein mittelgroßer Laufhund, der sofort durch seinen rustikalen Charme auffällt. Sein Körperbau ist gut proportioniert, muskulös und auf extreme Leistungsfähigkeit ausgelegt. Er wirkt drahtig und zäh, niemals schwerfällig.
Fellbeschaffenheit und die typischen Farben:
- Das Haarkleid: Das Fell ist eines seiner wichtigsten Arbeitswerkzeuge. Es ist sehr rau, hart und eher kurz. Es schützt den Hund perfekt vor Dornen und widrigen Wetterverhältnissen. Unterwolle ist kaum vorhanden, was das Fell sehr pflegeleicht macht, da es kaum Schmutz aufnimmt.
- Die Farben: Farblich zeigt sich die Rasse in warmen Tönen. Erlaubt sind Falbfarben, die von einem hellen Weizengold bis hin zu einem kräftigen Ziegelrot reichen können. Gelegentlich finden sich einzelne schwarze Haare auf dem Rücken oder an den Ohren sowie ein kleiner weißer Brustfleck.
- Gesichtsausdruck: Die Augen sind dunkelbraun und blicken aufgeweckt. Der Gesichtsbewuchs ist vorhanden, sollte aber niemals so stark sein, dass er die Sicht behindert oder dem Hund ein "wolliges" Aussehen verleiht.
Wesen: Passionierter Jäger und treuer Kamerad
Der Charakter des Griffon Fauve de Bretagne ist geprägt von einer starken jagdlichen Passion. Im Einsatz ist er hochkonzentriert, mutig und ausgestattet mit einer Nase, die selbst schwierigste Fährten entwirrt. Als Laufhund besitzt er ein hohes Bedürfnis nach Bewegung und liebt es, Zeit im Freien zu verbringen.
Zuhause zeigt er jedoch eine ganz andere Seite: Er ist ausgeglichen, angenehm und seinen Menschen gegenüber extrem treu. Er gilt als folgsam und lässt sich mit einer liebevollen Konsequenz gut ausbilden. Anders als manche anderen Laufhunde sucht er den Anschluss an seine Bezugspersonen und ist ein wunderbarer Begleiter, sofern man seinen Trieben gerecht wird. Er ist kein nervöser Hund, sondern ruht in sich selbst, solange seine Bedürfnisse nach Arbeit und Bewegung gestillt sind.
Haltung: Nasenarbeit als Lebensinhalt
Ein Griffon Fauve de Bretagne ist ein Spezialist. Seine Haltung erfordert Menschen, die seine jagdlichen Wurzeln verstehen und respektieren. Eine reine Haltung in der Wohnung ohne adäquate Beschäftigung wird diesem Hund nicht gerecht.
Was dieser Hund braucht:
- Bewegung: Er braucht viel Auslauf, idealerweise in abwechslungsreichem Gelände. Er ist ein Langstreckenläufer, der gerne trabt und erkundet.
- Nasenarbeit: Da er ein Fährtenkünstler ist, sind Aufgaben wie Mantrailing, Schweißarbeit oder einfache Suchspiele für ihn die ideale geistige Auslastung.
- Jagdtrieb-Management: Aufgrund seiner exzellenten Nase muss auf Spaziergängen jederzeit mit Jagdtrieb gerechnet werden. Ein Freilauf ist nur in sicherem Gelände oder nach intensivem Rückruftraining zu empfehlen.
- Sozialer Kontakt: In Frankreich oft als Meutehund gehalten, ist er sehr verträglich mit Artgenossen und schätzt die Gesellschaft anderer Hunde.
Erziehung: Kooperation durch Vertrauen
Die Ausbildung des bretonischen Griffons ist dank seiner Treue und Lernbereitschaft gut machbar. Er reagiert empfindlich auf harte Worte oder grobe Behandlung - diese würden lediglich zu Sturheit führen. Stattdessen ist eine positive Bestärkung gepaart mit klarer, liebevoller Führung der Schlüssel.
Besonderes Augenmerk sollte von Welpenbeinen an auf die Impulskontrolle und den Rückruf gelegt werden. Da er darauf gezüchtet wurde, Fährten über weite Distanzen zu verfolgen, muss er lernen, den Kontakt zu seinem Führer nicht zu verlieren. Wer ihn versteht, bekommt einen Hund, der für seinen Besitzer durchs Feuer geht.
Gesundheit und Pflege: Robustheit in Reinform
Der Griffon Fauve de Bretagne gilt als eine der gesündesten Laufhunderassen. Er ist extrem robust und wenig anfällig für rassetypische Krankheiten.
- Fellpflege: Sein hartes Fell ist "selbstreinigend". Gelegentliches Bürsten reicht aus, um lose Haare zu entfernen. Ein Trimmen ist bei korrekter Haartextur meist nicht nötig.
- Ohrenkontrolle: Wie bei allen Hunden mit hängenden Ohren (Behängen) sollten diese regelmäßig auf Verschmutzungen kontrolliert werden.
- Lebenserwartung: Bei guter Haltung erreicht er oft ein Alter von 12 bis 14 Jahren.
Häufige Fragen (FAQ) zum Griffon Fauve de Bretagne
Ist er als Familienhund geeignet?
Ja, wenn die Familie aktiv ist und dem Hund Aufgaben für seine Nase bietet. Er ist loyal und ausgeglichen, braucht aber "Arbeit".
Wie unterscheidet er sich vom Basset Fauve de Bretagne?
Der Griffon ist der hochläufige Verwandte. Er ist größer, schneller und für die Jagd in offenerem Gelände gedacht, während der Basset die niederläufige Variante für dichte Hecken ist.
Bellt der Griffon Fauve viel?
Als Meutehund hat er eine klangvolle Stimme, die er bei der Jagd (das "Geben von Laut") einsetzt. Im Haus ist er bei guter Auslastung jedoch eher ruhig.
Bildergalerie: Griffon Fauve de Bretagne
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