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Mittelschnauzer: Der unbestechliche Klassiker unter den deutschen Hunden

Mittelschnauzer pfeffersalz stehend

Der Mittelschnauzer: Charakterkopf mit Bart und Brauen

Kurzinfos & Steckbrief

Der Mittelschnauzer, oft einfach nur als Schnauzer oder Standardschnauzer bezeichnet, ist das Ursprungsmodell einer ganzen Hundefamilie. Er ist der goldene Mittelweg zwischen dem wuchtigen Riesenschnauzer und dem quirligen Zwergschnauzer. Ursprünglich als unbestechlicher Wächter von Haus und Hof sowie als flinker Rattenfänger in den Pferdeställen Süddeutschlands geschätzt, hat er sich heute zum idealen Familienbegleiter für aktive Menschen entwickelt. Sein markantes Gesicht mit dem dichten Bart und den buschigen Brauen verleiht ihm eine fast menschliche Mimik. Er ist ein Hund mit Ecken und Kanten - intelligent, wachsam, treu und mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein ausgestattet.

  • Herkunftsland: Deutschland
  • FCI-Standard: Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer) / Sektion 1.2 / Nr. 182
  • Größe: 45 cm bis 50 cm (Rüden und Hündinnen)
  • Gewicht: ca. 14 kg bis 20 kg
  • Besonderheit: Haart fast gar nicht; legendärer „Rattler“-Instinkt

Geschichte: Vom Stallhund zum geschätzten Begleiter

Die Wurzeln des Mittelschnauzers liegen im Württembergischen und Bayerischen Raum des 19. Jahrhunderts. Dort war er der unentbehrliche Gehilfe der Kutscher und Bauern. Seine Aufgabe war es, die Fuhrwerke während der Rast zu bewachen und die Ställe frei von Nagetieren (Ratten und Mäusen) zu halten, was ihm den Beinamen „Rattler“ einbrachte. Damals wurde nicht streng zwischen Pinschern und Schnauzern unterschieden - sie fielen oft in denselben Wurf, wobei die rauhaarigen Tiere als Schnauzer bezeichnet wurden.

Durch seine Arbeit im Stall musste der Schnauzer nicht nur flink und mutig, sondern auch extrem wetterfest sein. Die harten Bedingungen formten seinen robusten Charakter und sein drahtiges Fell. 1895 wurde der „Pinscher-Schnauzer-Klub“ gegründet, der bis heute die Zucht dieser urdeutschen Rasse überwacht. Vom Stall ist der Schnauzer längst ins Haus umgezogen, hat sich aber seine unbestechliche Wachsamkeit und seinen unkomplizierten Charme bis heute bewahrt.


Erscheinungsbild: Quadratisch, drahtig und markant

Der Mittelschnauzer ist ein mittelgroßer, kräftiger Hund von quadratischem Bau. Er wirkt kompakt und drahtig, was seine Wendigkeit und Kraft unterstreicht.

Fell, Farben und rassetypische Merkmale:

  • Das Haarkleid: Das Fell ist drahtig, hart und sehr dicht. Es besteht aus einer dichten Unterwolle und einem harten, gut anliegenden Deckhaar. Wichtig: Der Schnauzer haart bei regelmäßiger Pflege fast gar nicht, was ihn für viele Haushalte attraktiv macht.
  • Bart und Brauen: Das wohl bekannteste Merkmal. Der Fang wird von einem harten Bart geziert, und über den Augen thronen buschige Brauen, die den Blick leicht beschatten, ohne die Sicht zu behindern.
  • Farbvarianten: Es gibt zwei anerkannte Schläge:
    • Schwarz: Tiefschwarz inklusive schwarzer Unterwolle.
    • Pfeffersalz: Ein grauer Grundton mit gleichmäßig verteilter, dunkler Pfefferung. Die Nuancen reichen von Silbergrau bis zu dunklem Eisengrau.
  • Kopf und Körper: Er hat einen kräftigen, langgestreckten Kopf und hoch angesetzte Klappohren. Sein Rücken ist kurz und leicht abfallend, was ihm eine stolze Haltung verleiht.


Schnauzer - Mittelschnauzer Portrait

Wachsamkeit pur: Der Mittelschnauzer im Blick

Wesen: Ein treuer Freund mit wachem Verstand

Der Mittelschnauzer ist ein lebhafter, aber ausgeglichener Hund. Er besitzt ein mittleres Temperament, das ihn sowohl zu einem aktiven Sportpartner als auch zu einem ruhigen Mitbewohner macht. Er ist seinen Menschen gegenüber überaus treu und entwickelt eine sehr enge Bindung zu seiner Familie.

Er gilt als hochintelligent, lernwillig und gutartig. Seine Wachsamkeit ist legendär: Er meldet Fremde zuverlässig und unbestechlich, ist dabei aber kein „Kläffer“. Ein Schnauzer bellt meist nur, wenn es wirklich einen Grund gibt. Er besitzt ein gewisses Selbstbewusstsein und eine gesunde Portion Eigenwilligkeit - ein Erbe seiner Zeit als eigenständiger Jäger im Stall. Er braucht eine Aufgabe und möchte geistig gefordert werden, da er sonst dazu neigt, seine Intelligenz für eigenen Unfug zu nutzen.


Haltung: Anpassungsfähig und unternehmungslustig

Dank seiner handlichen Größe ist der Mittelschnauzer ein idealer Begleiter in fast allen Lebenslagen. Er passt sich einer Stadtwohnung genauso gut an wie einem Haus mit Garten, solange er genug Auslauf bekommt.

Was ein Schnauzer-Halter wissen sollte:

  • Bewegungsdrang: Er liebt lange Wanderungen und ausgedehnte Spaziergänge bei jedem Wetter. Er ist robust und wetterfest.
  • Hundesport: Ob Agility, Obedience oder Fährtenarbeit - der Schnauzer ist für fast jede sportliche Betätigung zu begeistern. Auch als Reitbegleithund macht er eine exzellente Figur.
  • Alleinbleiben: Da er sehr anhänglich ist, sollte das Alleinbleiben früh geübt werden. Er möchte am liebsten immer bei seinem „Rudel“ sein.
  • Wachinstinkt: Sein angeborener Schutzinstinkt muss durch konsequente Erziehung gelenkt werden, damit er Besucher freundlich empfängt, sobald sein Besitzer dies signalisiert.


Erziehung: Führung durch Konsequenz und Motivation

Die Erziehung eines Mittelschnauzers macht viel Freude, da er schnell begreift und gerne lernt. Allerdings ist er kein Hund für blinden Gehorsam. Er hinterfragt Kommandos gelegentlich und braucht eine klare, konsequente Führung. Wer weich wird, wird vom Schnauzer charmant, aber bestimmt um den Finger gewickelt.

Härte ist bei ihm der falsche Weg. Er braucht positive Bestärkung und Abwechslung. Stupide Wiederholungen langweilen ihn. Eine frühe Sozialisierung ist wichtig, damit er seine Wachsamkeit nicht in übermäßiges Misstrauen gegenüber Fremden oder Artgenossen umwandelt. Ein gut erzogener Schnauzer ist ein souveräner Begleiter, der überallhin mitgenommen werden kann.


Gesundheit und Pflege: Bartpflege und Trimmen

Der Mittelschnauzer gehört zu den gesunden und langlebigen Rassen. Er ist wenig anfällig für rassetypische Krankheiten und behält seine Fitness oft bis ins hohe Alter bei.

  • Fellpflege: Damit der Schnauzer fast keine Haare verliert, muss er regelmäßig (ca. 2-3 Mal pro Jahr) getrimmt werden. Dabei wird das abgestorbene Haar ausgezupft. Scheren sollte man ihn nicht, da sonst das drahtige Deckhaar weich wird und die Farbe leidet.
  • Der Bart: Nach dem Fressen oder Trinken sollte der Bart kurz kontrolliert oder gesäubert werden, um Hygiene zu wahren.
  • Gesundheit: Gelegentlich treten HD (Hüftgelenksdysplasie) oder Augenerkrankungen auf, weshalb man nur bei seriösen Züchtern kaufen sollte, die ihre Elterntiere testen.
  • Lebenserwartung: Ein Mittelschnauzer wird meist zwischen 12 und 15 Jahren alt.


Häufige Fragen (FAQ) zum Mittelschnauzer

Ist der Mittelschnauzer für Anfänger geeignet?
Ja, für engagierte Anfänger, die bereit sind, in eine Hundeschule zu gehen und konsequent zu bleiben. Sein Wille zu lernen macht vieles wett.

Ist der Schnauzer für Allergiker geeignet?
Aufgrund der Tatsache, dass er bei richtigem Trimmen fast keine Haare verliert, wird er oft von Allergikern gut vertragen. Ein Test vorab ist jedoch immer ratsam.

Verträgt er sich mit anderen Haustieren?
In der Regel ja. Da er früher Ratten gejagt hat, könnte er bei kleinen Nagern (Meerschweinchen etc.) jedoch Jagdtrieb zeigen. Mit Katzen und anderen Hunden klappt es bei guter Sozialisierung meist prima.


Bildergalerie: Mittelschnauzer

Entdecken Sie den charakterstarken Begleiter in verschiedenen Situationen:

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5 Gedanken zu „Schnauzer“

  1. Naja, wenn ich höre haart er oder nicht empfehle ich die altbewährte „Knopf im Ohr“ Rasse 😉 selbst bei Pudel – Labrador Mischungen ist es nicht 100% gegeben, also Allergiker vorsicht! Mann / Frau ist nur perfekt gekleidet wenn ein paar Hundehaare an der Kleidung sind 😊

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  2. Ein Schnauzer,egal welche Größe, haart nur, wenn er geschoren wird. Ein Schnauzer muss getrimmt werden. Das alte Grannenhaar wird durch auszupfen entfernt und die Unterwolle ausgebürstet. Dann verliert er keine Haare.

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  3. Der Riesenschnauzer von meinem Vater haart zwar auch, aber nicht annähernd so stark wie z.B. ein Dalmatiner oder Labrador.
    Ich kenne sonst nur noch Yorkshire und Yorkshire-Malteser-Mix, welche noch weniger haaren.

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