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Hovawart: Der unbestechliche Wächter von Haus und Hof

Hovawart

Der Hovawart

Kurzinfos & Steckbrief

Der Hovawart ist ein beeindruckender deutscher Gebrauchshund, dessen Name Programm ist: Abgeleitet vom mittelhochdeutschen „Hova“ (der Hof) und „wart“ (der Wächter), ist er seit Jahrhunderten der Inbegriff eines zuverlässigen Hofwächters. Er besticht durch seine Ausgeglichenheit und Nervenstärke, gepaart mit einer hohen Intelligenz und einem ausgeprägten Schutztrieb. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebrauchshunden bewahrt sich der Hovawart eine gewisse Eigenständigkeit, was eine Erziehung auf Augenhöhe und mit viel Geduld erfordert. In seiner Familie ist er ein anhänglicher, spielfreudiger Partner, der eine klare Aufgabe braucht - sei es im Hundesport, als Rettungshunde oder als aktiver Begleiter in der Natur.

  • Herkunftsland: Deutschland
  • FCI-Standard: Gruppe 2 (Molosser), Sektion 2.2 (Doggenartige Hunde) / Nr. 190
  • Größe: Rüden 63-70 cm | Hündinnen 58-65 cm
  • Gewicht: Ca. 30 bis 40 kg (je nach Geschlecht)
  • Besonderheit: Drei Farbschläge (Schwarzmarken, Schwarz, Blond); spätreif im Wesen.
  • Charakter: Selbstbewusst, wachsam, treu und sehr belastbar.

Geschichte: Die Wiedergeburt eines mittelalterlichen Wächters

Der Name Hovawart leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab: „Hova“ steht für den Hof und „wart“ für den Wächter. Bereits in Schriften des 13. Jahrhunderts wurde dieser Typ Hund erwähnt. Doch die Rasse, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis einer gezielten Rekonstruktion, die nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland begann.

Züchter wie Kurt Friedrich König suchten in den 1920er Jahren auf Bauernhöfen nach Hunden, die dem alten Typ des Hofwächters entsprachen. Durch Einkreuzungen von Neufundländern, Leonbergern, dem Deutschen Schäferhund und sogar dem afrikanischen Azawakh entstand ein vielseitiger, gesunder und instinktsicherer Arbeitshund. 1937 wurde der Hovawart offiziell als eigenständige Rasse anerkannt. Seit 1964 gilt er zudem als anerkannter Dienstgebrauchshund.


Erscheinungsbild: Kraftvoll, elegant und wetterfest

Hovawart schwarzmarken stehend

Der Hovawart (Schwarzmarken)

Der Hovawart ist ein kräftiger, aber dennoch beweglicher und eleganter Hund. Sein Körperbau ist leicht gestreckt, was ihm eine große Ausdauer verleiht. Besonders markant ist sein schönes, langes und leicht gewelltes Fell, das eng anliegt und nur über wenig Unterwolle verfügt. Dies macht die Pflege überraschend einfach, da das Haar kaum zum Verfilzen neigt.

Die drei Farbschläge:

  • Schwarzmarken (sm): Tiefschwarzes Fell mit klar abgegrenzten, mittelblonden Abzeichen über den Augen, am Fang, an der Brust und an den Läufen.
  • Schwarz (s): Ein tiefes, glänzendes Schwarz. Ein kleiner weißer Brustfleck oder einzelne weiße Haare sind laut Standard erlaubt.
  • Blond (b): Ein warmes Mittelblond, das zum Bauch und den Beinen hin heller wird. Oft wird der blonde Hovawart mit einem Golden Retriever verwechselt, unterscheidet sich aber deutlich im Körperbau und Wesen.


Hovawart schwarzmarken Rüde Portrait

Wesen: Ein Charakterkopf mit Schutzinstinkt

Der Hovawart ist ein ausgeglichener, selbstbewusster und intelligenter Hund. Sein Temperament ist moderat, aber er ist stets aufmerksam. Sein Name ist Programm: Er besitzt einen angeborenen Schutztrieb. Er wartet nicht auf ein Kommando, um sein Territorium zu bewachen - er tut es instinktiv, dabei aber meist besonnen und nicht als „Kläffer“.

Innerhalb seiner Familie ist er extrem menschenbezogen, treu und gutmütig. Er braucht den engen Kontakt zu seinen Bezugspersonen und ist ungern isoliert. Ein Hovawart besitzt jedoch einen spürbaren Eigensinn. Er ist kein Hund für blinden Gehorsam; er möchte den Sinn einer Aufgabe verstehen und schätzt eine partnerschaftliche, aber konsequente Führung.


Haltung: Der Hovawart braucht eine Aufgabe

Als anerkannter Gebrauchshund ist der Hovawart kein reiner „Nebenher-Hund“. Er möchte geistig und körperlich gefordert werden. Wer einen Hovawart nur im Garten hält, wird schnell feststellen, dass der Hund beginnt, den Garten nach eigenen Vorstellungen „umzudekorieren“ oder den Schutztrieb übermäßig auszuleben.

Einsatzbereiche und Sport:

  • Vielseitigkeitssport (VPG): Er eignet sich hervorragend für den Schutzdienst.
  • Fährtenarbeit & Mantrailing: Seine exzellente Nase macht ihn zu einem Profi in der Sucharbeit.
  • Rettungshundewesen: Viele Hovawarte arbeiten erfolgreich im Katastrophenschutz oder bei der Flächensuche.
  • Reitbegleithund: Dank seiner Ausdauer und dem meist kontrollierbaren Jagdtrieb ist er ein idealer Partner am Pferd.


Erziehung: Geduld und Konsequenz statt Härte

Die Erziehung eines Hovawarts erfordert Fingerspitzengefühl. Er ist ein Spätentwickler und gilt erst mit etwa drei Jahren als psychisch voll ausgereift. In dieser Zeit kann er immer wieder Phasen zeigen, in denen er Grenzen austestet. Härte ist bei ihm kontraproduktiv und kann zu Sturheit oder Misstrauen führen. Gefragt ist eine autoritäre, aber liebevolle Konsequenz. Er braucht einen „Rudelführer“, der souverän agiert und dem er vertrauen kann. Wenn die Bindung erst einmal gefestigt ist, ist der Hovawart ein extrem verlässlicher Partner.


Hovawart Welpe blond

Gesundheit: Eine der gesündesten Großrassen

Der Hovawart gilt als eine der gesündesten Hunderassen seiner Größe. Dies liegt vor allem an der strengen Selektion durch die Zuchtvereine. Dennoch gibt es Punkte, auf die man achten sollte:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Dank jahrzehntelanger strenger Zuchtauflagen ist die HD-Rate beim Hovawart auf ein Minimum reduziert worden.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Gelegentlich treten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse auf.
  • Magendrehung: Wie bei allen großen Hunden mit tiefem Brustkorb sollte man nach der Fütterung auf Ruhepausen achten.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei beachtlichen 12 bis 14 Jahren.


Häufige Fragen (FAQ) zum Hovawart

Ist der Hovawart für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Ein Anfänger sollte bereit sein, von Beginn an eine gute Hundeschule zu besuchen und sich intensiv mit Hundeverhalten auseinanderzusetzen. Sein Schutztrieb und Eigensinn erfordern Erfahrung in der Führung.

Wie viel Auslauf benötigt ein Hovawart?
Täglich mindestens zwei bis drei Stunden aktive Bewegung, gepaart mit geistiger Beschäftigung. Ein großer Garten ist vorteilhaft, ersetzt aber nicht die Arbeit außerhalb des Grundstücks.

Verträgt er sich mit anderen Hunden?
Hovawarte können gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen recht dominant auftreten. Eine gute Sozialisierung im Welpenalter ist hier der Schlüssel zu einem entspannten Miteinander.

Ist er ein guter Familienhund?
Absolut. Er ist geduldig mit Kindern der eigenen Familie, sollte aber aufgrund seiner Größe und Schutzinstinkts bei fremdem Besuch stets beaufsichtigt werden.


Bildergalerie: Hovawart

Entdecken Sie die Schönheit und Kraft dieser deutschen Traditionsrasse:

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6 Gedanken zu „Hovawart“

  1. Hovawart – alles andere ist „nur“ Hund…
    Ich liebe diese Rasse wegen ihrer Eigenständigkeit. Zwar ist der Eigensinn schon manchmal ein kleines Problem, aber im Großen und Ganzen ist der Hovawart DER Familienhund an sich.
    In einem Vorkommentar wurde geschrieben: „Ein Hovawart ist auf jeden Fall ein Hund für die Wohnung, er sollte niemals draußen gehalten werden!“ Das ist nicht korrekt. Der Hovawart ist ein Hofhund und sollte keinesfalls in einer (kleinen) Etagenwohnung gehalten werden. Das sagt schon der Name. Es ist die Entlehnung aus den Mittelhochdeutschen Worten Hova=Hof und Wart=Wächter, also Hofwächter…
    Ich habe zwei Hovidamen, ohne die ein Leben hier nicht mehr vorstellbar wäre. Hovis sind pflegeleicht und wollen auch mal gefordert werden. Wer allerdings, erzieherisch gesehen, einen Hund möchte, der alles perfekt kann, muss sich an anderen Rassen orientieren. Der Hovawart ist kein Roboter…

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  2. Wir haben eine Hovawart-Mischling aus dem Tierheim und er hat nur die besten Eigenschaften. Läuft super an der Leine, ist unterwegs sehr freundlich zu Mensch und Tier, im Haus ruhig und von unserer Familie lässt er sich alles gefallen. Auch schmust er sehr gerne.
    Aber – er ist ein ausgezeichneter Wachhund!
    Er ist in unserem Grundstück anderen Menschen gegenüber unbestechlich und beobachtet sie streng.

    Luna ist unser zweiter Hund aus dem Tierheim. Zuvor hatten wir schon drei Hund vom Züchter.
    Obwohl die Tierheimhunde ihre Erfahrungen mitbringen und sie eine Eingewöhnungszeit brauchen, sind wir von ihnen sehr überzeugt. Sie sind dankbar, auch wenn wir es nicht begreifen.
    Unsere Hunde wurden immer sehr alt und wir hoffen, unsere Luna auch, denn dieser Hovawart- Mischling hat die besten Anlagen. Ein Hovawart- immer diese Hunderasse!
    Ein typischer Hund. So wie man sich eine Hund vorstellt!

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  3. Hallo liebe Hovawartfreunde, wir sind eine kleine Familie aus dem Goldbachtal und haben seit Juni dieses Jahres Familienzuwachs bekommen. Unser Bono ist nun knapp neun Monate alt wiegt 33Kg und hat bereits eine Stammhöhe von 70 cm. Wir denken es kommen noch ein paar cm dazu. Im Haus verhält er sich ruhig zu unseren Kindern mitlerweile besteht ein gutes Verhältnis
    Auf dem Hundeplatz zeigt er sich von seiner besten Seite, diese Rasse will gefordert und gefördert werden, darum verbringen wir viel Zeit an der frischen Luft, das tut seinen Herrchen aber auch gut.
    Ein Hovawart, das ist ein echter Pfundskerl.

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  4. Ich Liebe die Rasse Hovawart sie sind sehr Kinderlieb und wollen immer wieder neues sehen auf jeden fall kein hund für die wohnung am besten in einem garten mit einer hundehütte das gehfehlt denen bestimmt.

    Ich habe selber 1Hovawart braun und schwarz zorro heist er und sehr kkinderlieb ich habe 2töchter und Zorro hat eine hundehütte und bewacht unseren garten echt toll find ich das. Zorro versteht sich mit jedem er ist jetzt 1.5

    also ich sag nur noch hovawart der beste hund

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    • Ein Hovawart ist auf jeden Fall ein Hund für die Wohnung, er sollte niemals draußen gehalten werden! Ein guter Züchter vermittelt einen so enschenbezogenen Hund nur in Wohnungshaltung alles andere ist Quälerei, weil der Hund verkümmert

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      • Das trifft auf den Hovawart so überhaupt gar nicht zu. Die Züchter in den drei VDH-Hovawartzuchtvereinen HZD, RZV und HC achten insbesondere darauf, dass der Hovi eben nicht in Wohnungen abgegeben wird. Hovawart=Hofwächter – damit dürfte die Haltung dieser Rasse wohl ausreichend beschrieben sein…

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