4 Kommentare

Irish Red Setter: Der feurige Rotschopf mit dem Herz aus Gold

Irish Red Setter

Der Irish Red Setter

Kurzinfos & Steckbrief

Der Irish Red Setter ist wohl die charismatischste Erscheinung unter den Vorstehhunden. Sein leuchtend rotes Fell und sein unerschöpfliches Temperament machen ihn zum Liebling vieler Naturfreunde. Er ist nicht nur ein exzellenter Jagdhund, sondern auch ein hochemotionaler Familienbegleiter, der das Leben seiner Besitzer bereichert.

  • Herkunftsland: Irland
  • FCI-Standard: Gruppe 7.2 (Britische und Irische Vorstehhunde) / Nr. 120
  • Größe: Rüden 58-67 cm | Hündinnen 55-62 cm
  • Gewicht: ca. 27 kg bis 32 kg
  • Besonderheit: Das legendäre kastanienrote Fell (ohne jegliche schwarzen Haare)

Geschichte: Von der grünen Insel in die weite Welt

Die Wurzeln des Irish Red Setters liegen im Irland des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich waren die meisten Setter in Irland rot-weiß gefleckt (der heutige Irish Red and White Setter). Doch im Laufe der Zeit selektierten die Züchter immer stärker auf die rein rote Farbe, die im Feld besser sichtbar war und zudem als besonders edel galt.

Der Irish Setter wurde darauf spezialisiert, Federwild in den weiten, offenen Landschaften Irlands aufzuspüren. Sein Name leitet sich von seiner Arbeitsweise ab: Er zeigt das Wild durch „Vorstehen“ an - er verharrt in einer typischen, starren Pose, sobald er die Witterung des Wildes in der Nase hat. Im 19. Jahrhundert wurde der Standard gefestigt, und der Irish Setter entwickelte sich von einem reinen Arbeitstier zu einem der weltweit geschätztesten Ausstellungs- und Familienhunde.


Erscheinungsbild: Ein flammendes Symbol der Eleganz

Ein Irish Setter ist ein wahrer Ästhet. Er ist schlank, hochbeinig und wirkt in jeder Bewegung harmonisch und flüssig. Sein Kopf ist lang und trocken, mit einem freundlichen Ausdruck in den dunklen Augen.

Farbe und Fellpracht:

  • Die Farbe: Das Markenzeichen ist ein sattes, glänzendes Kastanienbraun bis Hirschrot. Schwarz ist absolut nicht erlaubt. Nur kleine weiße Abzeichen an der Brust oder der Kehle werden geduldet.
  • Die Textur: Das Haar ist am Kopf und an den Vorderseiten der Läufe kurz und fein. Am restlichen Körper ist es von mittlerer Länge und seidig glatt. Besonders prächtig sind die langen Fransen (Befederung) an den Ohren, der Brust, dem Bauch und der Rute (die berühmte „Fahne“).
  • Der Spiegel: Die Nase ist dunkelmahagoni oder schwarz, passend zum edlen Gesamtbild.


Wesen: Ein Wirbelwind voller Liebe

Irish Setter Kopfstudie

Der Irish Setter ist bekannt für sein „ewiges Welpenalter“. Er behält seine Spielfreude und sein überschäumendes Temperament oft bis ins hohe Alter bei. Er ist intelligent, aufgeschlossen und braucht den engen Kontakt zu seiner Familie.

Gegenüber Fremden ist er in der Regel freundlich und neugierig. Er ist kein Wachhund - einen Einbrecher würde er wahrscheinlich eher zum Spielen auffordern, als ihn zu stellen. In der Familie ist er anhänglich, braucht aber aufgrund seiner Sensibilität eine sanfte Hand. Er reagiert sehr stark auf die Stimmung seiner Besitzer. Harte Worte oder gar körperliche Züchtigung verträgt diese Rasse überhaupt nicht; sie führt zu Unsicherheit und Sturheit.


Haltung: Bewegung ist das Elixier

Ein Irish Setter ist kein Hund für Couchpotatoes. Sein Bewegungsdrang ist legendär. Er möchte laufen, rennen und stöbern. Wer einen Irish Setter hält, sollte sich darauf einstellen, täglich mehrere Stunden in der Natur zu verbringen.

Ansprüche an den Alltag:

  • Auslauf: Mindestens zwei Stunden tägliche Bewegung sind Pflicht. Ein Garten ist wunderbar, ersetzt aber nicht die ausgedehnten Erkundungstouren im Feld.
  • Jagdtrieb: Als Vorstehhund hat er eine exzellente Nase. Wenn er eine Fährte aufnimmt, kann die Welt um ihn herum schnell vergessen sein. Antijagdtraining und eine gute Rückrufbarkeit sind daher essenziell.
  • Kopfarbeit: Nur Laufen reicht ihm nicht. Er möchte geistig gefordert werden. Suchspiele, Dummy-Training oder Agility sind perfekte Möglichkeiten, um seinen wachen Geist auszulasten.


Erziehung: Geduld mit dem charmanten Dickkopf

Irish Setter Irish Red Setter Irischer Setter

Der Irish Setter in seiner vollen Pracht

Der Irish Setter gilt als intelligent, aber auch als eigenwillig. Man sagt ihm oft einen gewissen „irischen Dickkopf“ nach. Er lernt schnell, fragt aber auch gerne nach dem Sinn einer Übung.

Die Erziehung sollte früh beginnen und auf positiver Verstärkung basieren. Er möchte seinem Besitzer gefallen (Will to Please), braucht aber klare, liebevolle Führung. Wenn man ihn mit Langeweile oder zu viel Drill konfrontiert, schaltet er ab. Wer jedoch eine tiefe Bindung zu seinem Setter aufbaut, gewinnt einen Partner, der fast Gedanken lesen kann.


Pflege: Wellness für das seidige Fell

Das prächtige Fell des Setters ist pflegeintensiv. Wer einen Setter in seiner vollen Schönheit sehen möchte, muss Zeit investieren:

  • Tägliches Bürsten: Um Verfilzungen in den langen Fransen zu vermeiden, sollte man den Setter fast täglich kämmen. Besonders nach Waldspaziergängen sammeln sich gerne Kletten und Zweige im Haar.
  • Baden: Nur wenn es absolut notwendig ist, da das Fell eine natürliche Schutzschicht besitzt. Meist reicht das Ausbürsten von getrocknetem Schlamm.
  • Ohrenpflege: Die langen Behänge verhindern eine gute Belüftung der Gehörgänge. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um schmerzhafte Ohrentzündungen zu vermeiden.


Gesundheit: Darauf sollten Sie achten

Der Irish Setter ist im Allgemeinen eine robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 12 bis 14 Jahren. Dennoch gibt es rassetypische Erkrankungen, auf die seriöse Züchter testen:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Ein Thema bei fast allen mittelgroßen Rassen.
  • Magendrehung: Da der Setter einen tiefen Brustkorb hat, besteht ein erhöhtes Risiko. Fütterung in kleinen Portionen und Ruhe nach dem Fressen sind wichtig.
  • PRA (Progressive Retinaatrophie): Eine Augenerkrankung, auf die mittels DNA-Test geprüft werden kann.
  • CLAD: Eine seltene Immunschwächekrankheit, die heute durch konsequente Zuchttests fast ausgerottet ist.


Häufige Fragen (FAQ) zum Irish Setter

Ist ein Irish Setter für Anfänger geeignet?
Nur wenn der Anfänger sehr aktiv ist und bereit ist, viel Zeit in Erziehung und Auslastung zu stecken. Sein Temperament kann Ungeübte schnell überfordern.

Wie viel Beschäftigung braucht er täglich?
Neben körperlichem Auslauf benötigt er etwa 30 Minuten geistige Auslastung (Nasenarbeit, Tricks, Unterordnung), um zufrieden zu sein.

Bellt ein Irish Setter viel?
Eher nein. Er meldet zwar vielleicht Besucher an, gehört aber nicht zu den Kläffern. Er drückt seine Freude eher durch körperliche Aktivität aus.


Bildergalerie: Irish Setter

Erleben Sie die pure Lebensfreude in Rot:


Copyright

Alle Texte auf dieser Webseite (hundeseite.de) sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Nutzung jeglicher Inhalte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich untersagt.

4 Gedanken zu „Irish Setter“

  1. Ich hatte schon mal einen Irish Setter Rüden. Das sind sehr schöne und liebenswerte Hunde. In naher Zukunft möchten wir uns wieder so ein Tier zulegen.
    Kann mir jemand einige Züchter in Deutschland mitteilen?

    Antworten
  2. Ich kann beide Kommentatoren nur bestätigen, für mich gibt es keinen schöneren Hund. Hinzu kommt seine natürliche Freundlichkeit und Liebe zu den Menschen. Sehr intelligente Tiere, die wirklich viel Spaß den Menschen bringen. Meine jetzt 2. Setterhündin ist gerade 7 !/2 Monate alt, aber egal wo ich in der Stadt damit auftauche sagen mir vorbeilaufende Passanten welch schönes Tier ich habe. Leider sieht man im Moment die Setter wenig, dabei sind es wirklich tolle Begleiter für die Familie und fürs Leben. Sie zaubern allen ein Lächeln ins Gesicht.

    Antworten
  3. Schönster Hund ever. Toller Hund mit viel Natürlichkeit und Nähe zum Ursprung. Feine Nase und überaus intelligent. Mit dem Setter kann man viel Spaß haben – wenn man sich Zeit für ihn nimmt. Er ist ein Hund, der mit einem „spricht“.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar