Lhasa Apso: Der goldene Löwenhund aus den heiligen Bergen Tibets
Der Lhasa Apso
Kurzinfos & Rassestandard
Der Lhasa Apso ist eine jahrtausendealte Kostbarkeit aus dem Himalaya - ein kleiner Hund mit dem Selbstbewusstsein eines Löwen.
- Herkunftsland: Tibet (Patronat Großbritannien)
- FCI-Standard: Gruppe 9.5 (Tibetanische Hunderassen) / Nr. 227
- Größe: Idealhöhe ca. 25,4 cm
- Gewicht: ca. 5 bis 7 kg
- Lebenserwartung: 14 bis 16 Jahre (oft auch älter)
Geschichte: Der heilige Wächter von Lhasa
Die Geschichte des Lhasa Apso reicht über 2.000 Jahre zurück. In seiner Heimat Tibet ist er als „Abso Seng Kye“ bekannt, was übersetzt etwa „bellender Löwen-Hund“ bedeutet. Er wurde in den Klöstern und Palästen der heiligen Stadt Lhasa gezüchtet und hochverehrt. Die Mönche glaubten, dass die Seelen verstorbener Lamas, die noch nicht ins Nirwana eingegangen waren, im Körper eines Lhasa Apso wiedergeboren wurden.
Seine Aufgabe war so spirituell wie praktisch: Während die gewaltigen Tibet-Doggen draußen die Klostertore bewachten, fungierte der kleine Lhasa Apso im Inneren der Gebäude als „Alarmanlage“. Dank seines exzellenten Gehörs meldete er jeden Fremden sofort. Ein Lhasa Apso konnte niemals gekauft werden; er wurde lediglich als kostbares Geschenk und Glücksbringer vergeben. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gelangten die ersten Exemplare als Geschenke des Dalai Lama nach Europa und in die USA.
Erscheinungsbild: Ein prachtvoller Mantel für raues Klima
Obwohl er heute oft als luxuriöser Ausstellungshund wahrgenommen wird, ist der Lhasa Apso ursprünglich ein extrem robuster Berghund. Sein Körperbau ist stabil und kompakt, versteckt unter einer beeindruckenden Haarpracht.
Fellbeschaffenheit und Farben: Das Fell des Lhasa Apso ist sein ganzer Stolz, erfordert aber ein hohes Maß an Engagement vom Besitzer.
- Struktur: Das Deckhaar ist lang, schwer, gerade und hart in der Textur. Es ist nicht wollig oder seidig. Darunter befindet sich eine mäßige Unterwolle, die in den eisigen Höhen des Himalayas vor Kälte schützte.
- Farben: Die Palette ist enorm vielfältig. Besonders geschätzt ist Gold (die Farbe des Löwen), aber auch Sandfarben, Honigfarben, Schiefergrau, Rauchgrau, Schwarz, Weiß, Braun oder mehrfarbige Varianten sind anerkannt.
- Pflege: Das lange Fell benötigt tägliche Pflege. Ohne regelmäßiges Bürsten verfilzt die Unterwolle schnell, was zu Hautproblemen führen kann. Viele Privathalter entscheiden sich für einen pflegeleichteren „Puppy Cut“ (Kurzhaarschnitt), sofern der Hund nicht auf Ausstellungen gezeigt wird.
Wesen: Ein großer Geist in einem kleinen Körper

Lassen Sie sich nicht von seinem niedlichen Aussehen täuschen: Der Lhasa Apso ist im Herzen ein stolzer und eigenwilliger Charakter. Er ist kein „Schoßhund“, der jedem Fremden sofort freudig in die Arme springt. Seinem Erbe als Klosterwächter entsprechend, verhält er sich Fremden gegenüber zunächst distanziert und abwartend.
Innerhalb seiner Familie ist er jedoch vollkommen anders: Er ist extrem loyal, anhänglich und verspielt. Er liebt es, bei seinen Menschen zu sein, bewahrt sich aber immer ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. Er ist intelligent und lernt schnell, hat aber oft seinen eigenen Kopf - man nennt dies auch den „tibetanischen Dickkopf“. Er entscheidet gerne selbst, ob ein Kommando gerade in seine aktuelle Planung passt.
Haltung: Anpassungsfähig, aber anspruchsvoll
Der Lhasa Apso ist ein idealer Hund für die Haltung in einer Stadtwohnung. Er ist drinnen ein eher ruhiger Zeitgenosse, der keine riesigen Flächen benötigt. Dennoch ist er kein Bewegungsmuffel. Er liebt lange Spaziergänge und ist überraschend ausdauernd.
Was ein Lhasa Apso braucht:
- Zeit für die Pflege: Man sollte die täglichen Bürsteneinheiten als Bindungszeit begreifen.
- Geistige Anregung: Da er sehr schlau ist, liebt er Intelligenzspiele und kleine Tricks.
- Klare Führung: Er braucht einen Halter, der liebevoll, aber konsequent Grenzen setzt, sonst übernimmt der kleine "Löwe" schnell das Kommando im Haus.
- Wetterschutz: Dank seiner Herkunft machen ihm Wind und Kälte wenig aus, bei großer Hitze sollte man ihn jedoch aufgrund des dichten Fells schonen.
Erziehung: Geduld und Motivation statt Druck
Wer einen Lhasa Apso erziehen möchte, braucht Humor und Ausdauer. Er reagiert sehr schlecht auf Druck oder gar Härte - dann schaltet er einfach auf stur. Viel erfolgreicher ist man mit positiver Verstärkung und abwechslungsreichem Training. Da er schnell lernt, wird ihm bei zu vielen Wiederholungen derselben Übung schnell langweilig. Hundekenntnis ist bei dieser Rasse von Vorteil, um seinen eigenständigen Charakter in die richtigen Bahnen zu lenken, ohne seinen Stolz zu brechen.
Gesundheit: Ein langlebiges Urgestein
Der Lhasa Apso gehört zu den langlebigsten Hunderassen überhaupt. Es ist keine Seltenheit, dass diese Hunde bei guter Pflege 16 Jahre oder älter werden. Dennoch gibt es rassetypische Vorsorgemöglichkeiten:
- Augenpflege: Die Augen sollten frei von Haaren gehalten werden, um Reizungen zu vermeiden. Regelmäßiges Reinigen ist wichtig.
- Patellaluxation: Wie bei vielen kleinen Rassen sollte man auf die Kniescheiben achten.
- Nierenprobleme: Es gibt eine erbliche Nierendysplasie, auf die seriöse Züchter achten sollten.
- Zahnpflege: Aufgrund des kleinen Kiefers neigt die Rasse zu Zahnstein; regelmäßige Kontrolle und Kausnacks helfen.
Häufige Fragen (FAQ) zum Lhasa Apso
Ist der Lhasa Apso für Allergiker geeignet?
Obwohl er wenig haart (das Haar fällt kaum von selbst aus), ist er kein garantierter Allergikerhund. Da er aber kaum Schuppen verliert, wird er oft besser vertragen als andere Rassen.
Wie unterscheidet er sich vom Shi Tzu?
Der Lhasa Apso ist meist etwas größer, hat eine längere Nase und ein eher eigenwilliges, wachsameres Wesen. Der Shi Tzu ist oft etwas verspielter und „fügsamer“.
Kann er gut alleine bleiben?
Durch seine eigenständige Art verträgt er das Alleinsein meist besser als extrem anhängliche Rassen, dennoch sollte dies wie bei jedem Hund langsam trainiert werden.
Muss man das Fell unbedingt lang wachsen lassen?
Nein. Wenn man nicht auf Ausstellungen geht, ist ein sportlicher Kurzhaarschnitt für Hund und Halter oft deutlich stressfreier.
Bildergalerie: Lhasa Apso
Impressionen der stolzen Tibeter:










Ich habe einen Lhasa Apso. Es ist ein ganz lieber Hund, der sich schnell in die Herzen der Menschen schleicht, die Hunde mögen. Er bellt wenig, fährt gerne Auto,ist sehr anhänglich und treu, liebt Kinder. Nur allein sein und große schwarze Hunde mag er nicht.