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Schipperke: Der tiefschwarze Energiebolzen aus Belgien

Schipperke - belgischer Schäferhund

Der Schipperke

Kurzinfos & Steckbrief

Der Schipperke ist ein Phänomen in der Hundewelt. Oftmals aufgrund seiner Größe als „Zwergspitz-Verschnitt“ verkannt, ist er in Wahrheit ein waschechter, kleiner Schäferhund. Sein Name bedeutet im flämischen Dialekt „kleiner Schäfer“ oder „kleiner Bootsmann“. Er gilt als der kleinste Hütehund der Welt und vereint die Intelligenz und Arbeitsmoral eines großen Belgiers in einem kompakten, tiefschwarzen Körper. Der Schipperke ist ein Hund voller Widersprüche: Er ist winzig, aber furchtlos; er ist ein Schoßhund-Format, hasst es aber, nur herumgetragen zu werden. Er ist ein Allrounder, der als Rattenfänger, Wachhund auf Kanalschiffen und heute vor allem als hochsportlicher Begleiter Karriere gemacht hat.

  • Herkunftsland: Belgien
  • FCI-Standard: Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde) / Sektion 1 / Nr. 83
  • Größe: 25 cm bis 30 cm
  • Gewicht: 3 kg bis 9 kg (Idealgewicht: 4 kg bis 7 kg)
  • Besonderheit: Einzigartige Silhouette mit ausgeprägter Mähne und „Hosen“

Geschichte: Vom Schuhmacher-Hund zum royalen Liebling

Die Wurzeln des Schipperke liegen tief in der belgischen Geschichte. Ursprünglich stammt er von einem alten, schwarzen Schäferhund ab, der „Leuvenaar“ genannt wurde und auch der Urahn des heutigen Groenendael ist. Während sich die größeren Hunde zu Schafhirten entwickelten, spezialisierten sich die kleineren Exemplare in den Städten. Sie wurden die Lieblinge der Schuhmacher und Handwerker in den Brüsseler Vierteln.

Ihre Aufgaben waren vielfältig: In den Werkstätten hielten sie Ratten und Mäuse in Schach, auf den Frachtschiffen (Péniches) in den flämischen Kanälen dienten sie als unbestechliche Wächter, die jeden Eindringling sofort lautstark meldeten. Durch die Vorliebe der belgischen Königin Marie-Henriette für diese Rasse im späten 19. Jahrhundert wurde der Schipperke zum Modehund. Trotz seines Aufstiegs in die Adelssalons blieb er im Kern ein Arbeitsterrier unter den Schäferhunden - robust, taff und immer bereit für den Einsatz.


Erscheinungsbild: Ein tiefschwarzer Schatten mit Charakter

Das Erscheinungsbild des Schipperke ist absolut markant. Er wirkt wie ein kleiner, fuchsartiger Hund mit einer sehr harmonischen, quadratischen Statur. Sein Ausdruck ist aufgeweckt, fast schon schelmisch.

Fell, Farbe und Kontur:

  • Die Farbe: Das Fell muss einfarbig und rein schwarz sein. Einzig die Unterwolle darf einen dunkelgrauen Schimmer aufweisen, sofern sie vom Deckhaar vollständig verdeckt wird.
  • Das Haarkleid: Es ist eines seiner Hauptmerkmale. Das Deckhaar ist glatt, hart und fest. Besonders typisch ist die „Mähne“ am Hals sowie die „Hosen“ an den Rückseiten der Oberschenkel, was ihm eine sehr eigenwillige, fast löwenartige Silhouette verleiht.
  • Kopf und Augen: Der Kopf ist keilförmig mit Stehohren und dunklen, mandelförmigen Augen, die vor Intelligenz blitzen. Früher wurde die Rute oft kupiert, heute trägt er sie lang und meist geringelt über dem Rücken.


Wesen: Ein großes Herz in kleiner Hülle

Schipperke - kleiner schwarzer belgischer Schäferhund

Schipperke: Klein, oho und unermüdlich wachsam

Das Wesen des Schipperke lässt sich am besten mit „vibrante Energie“ beschreiben. Er ist ein Hund mit ausgeprägtem Temperament, lebhaft und immer in Bewegung. Er zeichnet sich durch eine hohe Intelligenz und eine schnelle Auffassungsgabe aus, was ihn zu einem Musterschüler in der Ausbildung macht.

Er ist ein geborener Wächter. Trotz seiner geringen Größe ist er mutig und selbstbewusst. Besucher werden zuverlässig gemeldet, wobei er dazu neigt, ein recht stimmfreudiger Hund zu sein. Seine Loyalität gegenüber seinem Besitzer ist grenzenlos - er möchte am liebsten überall dabei sein. Durch seine Vergangenheit als Schädlingsbekämpfer besitzt er zudem einen gewissen Jagdtrieb, besonders auf Mäuse, Ratten und alles, was flink über den Boden huscht.


Haltung: Ein Allrounder für Stadt und Land

Der Schipperke ist ein Anpassungskünstler. Er fühlt sich in einer Stadtwohnung genauso wohl wie auf einem Bauernhof, solange seine Bedürfnisse nach Bewegung und geistiger Forderung erfüllt werden. Er ist kein Hund für Menschen, die nur eine kurze Runde um den Block drehen wollen.

Worauf es bei der Haltung ankommt:

  • Bewegungsdrang: Er ist unermüdlich. Lange Spaziergänge, Wanderungen oder Joggingrunden sind für ihn das Größte. Er ist ein kleiner Ausdauerathlet.
  • Hundesport: Durch seine Wendigkeit und Klugheit ist er ein Star im Agility, beim Dog Dancing oder im Obedience. Er liebt es, Aufgaben zu lösen und mit seinem Menschen zu arbeiten.
  • Wachinstinkt: In einer Mietwohnung sollte man von Anfang an an der Bellfreudigkeit arbeiten, da er dazu neigt, jedes Geräusch im Flur pflichtbewusst anzuzeigen.
  • Robustheit: Er ist wetterfest und unempfindlich. Regen oder Kälte machen ihm dank der dichten Unterwolle wenig aus.


Erziehung: Klugheit, die Führung braucht

Die Erziehung eines Schipperke ist dank seiner Lernfähigkeit eine Freude, erfordert aber Konsequenz. Er begreift Kommandos oft schon nach wenigen Wiederholungen, versucht aber ebenso schnell, Lücken in der Erziehung für seinen eigenen Kopf zu nutzen. Er ist ein kleiner Schelm, der seinen Charme gezielt einsetzt.

Da er sensibel auf seine Bezugspersonen reagiert, ist eine Erziehung über positive Verstärkung und Motivation der richtige Weg. Härte würde ihn nur stur machen. Eine frühe Sozialisierung ist wichtig, damit seine natürliche Skepsis gegenüber Fremden nicht in übermäßiges Misstrauen umschlägt. Er möchte als Partner ernst genommen werden.


Gesundheit und Pflege: Langlebigkeit aus Belgien

Der Schipperke gilt als eine der gesündesten und langlebigsten Hunderassen überhaupt. Es ist keine Seltenheit, dass ein Schipperke 15 oder 16 Jahre alt wird.

  • Fellpflege: Sein Fell ist selbstreinigend und wetterfest. Gelegentliches Bürsten reicht aus, um lose Haare zu entfernen. Während des Fellwechsels haart er allerdings recht intensiv und braucht tägliche Pflege.
  • Genetik: Erbkrankheiten sind selten. Ein rassetypisches Thema ist die MPS IIIB (eine Stoffwechselerkrankung), für die es jedoch gute Gentests gibt, die seriöse Züchter anwenden.
  • Ernährung: Er ist ein guter Futterverwerter. Da er zu Übergewicht neigen kann, wenn er nicht genug bewegt wird, sollte man die Kalorienzufuhr im Blick behalten.


Häufige Fragen (FAQ) zum Schipperke

Ist der Schipperke ein Familienhund?
Ja, er ist ein hervorragender Familienhund, der sehr kinderlieb ist. Er möchte bei allen Aktivitäten integriert werden und ist ein treuer Begleiter.

Bellt der Schipperke viel?
Er ist ein Wachhund und meldet Dinge. Mit guter Erziehung lässt sich dies jedoch steuern. Er ist kein grundloser „Kläffer“, aber durchaus mitteilsam.

Wie viel Beschäftigung braucht er?
Geistige und körperliche Auslastung sind wichtig. Er braucht täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Aktivität und zusätzlich kleine Denkaufgaben.


Bildergalerie: Schipperke

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2 Gedanken zu „Schipperke“

  1. -Ergänzung 2
    Ja, ich hab euch viel zu erzählen. 😮

    Er ist übrigens nicht wirklich bellenfreudig. Er bellt nur, wenn er jemanden nicht kennt. Klar, auch bei Hunden. :‘-)

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