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Welsh Corgi Pembroke: Ein königlicher Hütehund mit großem Herzen

Welsh Corgi Pembroke

Der Welsh Corgi Pembroke

Der Welsh Corgi Pembroke: Viel mehr als nur ein Internet-Phänomen

Der Welsh Corgi Pembroke ist heute weltweit bekannt - sei es als treuer Begleiter der britischen Königin Elisabeth II. oder als charmanter Star zahlreicher Internet-Videos. Doch wer den Corgi nur auf seine kurzen Beine und sein fuchsähnliches Gesicht reduziert, verkennt seine wahre Natur. Der Pembroke ist im Herzen ein waschechter Arbeitshunde, ein furchtloser Viehtreiber, der ursprünglich im rauen Wales riesige Rinderherden hütete. Trotz seiner geringen Körperhöhe besitzt er das Selbstbewusstsein und die Wachsamkeit eines deutlich größeren Hundes. Er ist ein „großer Hund in kleiner Verpackung“, der durch Intelligenz, Humor und eine enorme Anpassungsfähigkeit besticht. Ob als aktiver Partner beim Hundesport, als aufmerksamer Wächter oder als treuer Familienbegleiter - der Welsh Corgi Pembroke bereichert jedes „Rudel“ durch seine quirlige Persönlichkeit und seinen unerschütterlichen Optimismus.

  • Herkunftsland: Großbritannien (Wales)
  • FCI-Standard: Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde) / Sektion 1 / Nr. 39
  • Größe: ca. 25 cm bis 30 cm
  • Gewicht: Rüden 10-12 kg | Hündinnen 9-11 kg
  • Besonderheit: Kurze Läufe bei kräftigem Körper; oft angeborene Stummelrute (Bobtail) möglich.

Geschichte: Von Elfenpferden und unerschrockenen Treibern

Die Geschichte des Welsh Corgi Pembroke ist von Mythen und praktischer Landarbeit geprägt. Einer walisischen Legende nach wurden die Corgis von Elfen und Feen als Reittiere und zum Ziehen ihrer Kutschen benutzt. Das dunklere Fellmuster in der Sattelgegend mancher Corgis wird heute noch oft als „Feensattel“ bezeichnet. In der Realität reicht die Geschichte der Rasse vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück, als flämische Weber nach Wales einwanderten und ihre Hunde mitbrachten.

In den Hügeln von Pembrokeshire wurden sie als spezialisierte „Heeler“ eingesetzt. Ihre Aufgabe war es, das Vieh durch Zwicken in die Fersen (Heels) voranzutreiben. Ihre geringe Körpergröße war dabei ein genialer evolutionärer Vorteil: Wenn die Rinder ausschlugen, pfiff der Huf meist knapp über den Kopf des flachen Corgis hinweg. Erst 1934 wurden der Pembroke und sein naher Verwandter, der Cardigan Welsh Corgi, als zwei eigenständige Rassen anerkannt. Während der Cardigan oft etwas größer und urtümlicher wirkt, erlangte der Pembroke vor allem durch das britische Königshaus weltweiten Ruhm und wurde zum Symbol für britische Eleganz und Bodenständigkeit zugleich.


Aussehen: Ein kompakter Athlet mit dem Gesicht eines Fuchses

Der Pembroke wirkt durch seinen tiefgestellten, kräftigen Körperbau sehr stabil. Er ist kein „Schoßhündchen“, sondern ein muskulöser Kleinhund, dessen Anatomie auf Wendigkeit und Kraft ausgelegt ist.

Fell, Farben und Anatomie:

  • Das Haarkleid: Er besitzt ein mittellanges, gerades Deckhaar mit dichter Unterwolle. Das Fell ist wetterfest und schützt ihn vor der feucht-kalten Witterung seiner walisischen Heimat.
  • Farbvarianten: Anerkannt sind die Farben Rot, Sable (Säbelfarben), Rehfarben sowie Schwarz mit Brand (Black and Tan). Weiße Abzeichen an Läufen, Brust, Hals und im Gesicht sind häufig und zulässig.
  • Der Kopf: Der Kopf erinnert stark an einen Fuchs. Die Ohren sind stehend, mittelgroß und an den Spitzen leicht abgerundet. Die dunklen, mandelförmigen Augen blicken wachsam und intelligent.
  • Die Rute: Ein markantes Unterscheidungsmerkmal zum Cardigan ist die Rute. Viele Pembrokes werden bereits mit einer natürlichen Stummelrute geboren, ansonsten wird sie heute lang getragen (das Kupieren ist in Deutschland verboten).


Wesen & Charakter: Eine große Persönlichkeit auf kurzen Beinen

Das Wesen des Welsh Corgi Pembroke ist geprägt von Intelligenz, Selbstbewusstsein und einer großen Portion Humor. Er ist kein Hund, der still in der Ecke liegt; er möchte am liebsten bei allem dabei sein, was seine Familie unternimmt. Als ehemaliger Treibhund ist er wachsam und furchtlos, ohne dabei aggressiv zu sein.

Er gilt als ausgesprochen lernfreudig und begreift neue Kommandos oft blitzschnell. Allerdings besitzt er auch einen gewissen Eigensinn - er hinterfragt gerne den Sinn eines Befehls, wenn dieser ihm gerade nicht logisch erscheint. Innerhalb der Familie ist er ein treuer, fröhlicher und sehr anhänglicher Begleiter, der auch gut mit Kindern auskommt, sofern diese seinen Freiraum respektieren. Gegenüber Fremden ist er meist freundlich, aber wachsam. Seine Stimme ist überraschend tief und kräftig, was ihn zu einem exzellenten kleinen Wachhund macht.


Erziehung & Sozialisierung: Kluge Führung ist gefragt

Da der Pembroke sehr schlau ist, lernt er Unarten leider genauso schnell wie nützliche Tricks. Eine konsequente Erziehung ist daher von Anfang an wichtig.

  • Hütetrieb kontrollieren: Gelegentlich versuchen Corgis, auch spielende Kinder oder vorbeifahrende Jogger durch „Zwickereien“ in die Fersen zu „hüten“. Dieses Verhalten sollte frühzeitig unterbunden und in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
  • Motivation: Der Corgi arbeitet am besten über positive Bestärkung. Da er meist sehr verfressen ist, sind Leckerlis ein hervorragendes Motivationsmittel - aber Vorsicht vor Übergewicht!
  • Sozialisierung: Begegnungen mit anderen Hunden sollten früh gefördert werden, damit sein gesundes Selbstbewusstsein nicht in Dominanz gegenüber Artgenossen umschlägt.


Haltung: Ein aktiver Hund für aktive Menschen

Der Pembroke ist ein Anpassungskünstler. Er kann in einer Stadtwohnung genauso glücklich werden wie auf einem Bauernhof, solange seine Bedürfnisse nach Bewegung und geistiger Beschäftigung erfüllt werden.

Worauf Halter achten sollten:

  • Bewegung: Trotz seiner kurzen Beine ist er kein Hund für Kurzspaziergänge. Er liebt lange Wanderungen und ist überraschend ausdauernd. Auch Hundesportarten wie Agility (angepasst an seine Statur) oder Obedience machen ihm viel Freude.
  • Treppensteigen: Aufgrund seines langen Rückens im Verhältnis zu den kurzen Beinen sollte häufiges Treppensteigen, besonders im Welpenalter, vermieden werden, um die Wirbelsäule zu schonen.
  • Alleinesein: Da er sehr menschenbezogen ist, mag er es nicht, über viele Stunden isoliert zu sein. Er braucht den Anschluss an sein „Rudel“.


Gesundheit & Pflege: Robustheit mit Augenmerk auf das Gewicht

Grundsätzlich ist der Welsh Corgi Pembroke ein robuster und langlebiger Hund. Dennoch gibt es rassetypische Aspekte:

  • Fellpflege: Das Fell ist pflegeleicht, sollte aber regelmäßig gebürstet werden, da Corgis das ganze Jahr über haaren - im Fellwechsel sogar sehr intensiv.
  • Gewichtskontrolle: Dies ist der wichtigste Punkt! Corgis neigen zur Fettleibigkeit. Jedes Gramm zu viel belastet den langen Rücken und die Gelenke massiv. Eine strikte Diät und regelmäßiges Wiegen sind ratsam.
  • Typische Krankheiten: Wie bei vielen Rassen mit langem Rücken besteht ein Risiko für Bandscheibenprobleme (IVDD) oder degenerative Myelopathie (DM). Seriöse Züchter testen ihre Elterntiere auf genetische Veranlagungen.
  • Lebenserwartung: Ein gesunder Pembroke erreicht oft ein Alter von 12 bis 15 Jahren.


Fazit: Der kleine Hund mit der großen Seele

Der Welsh Corgi Pembroke ist der ideale Begleiter für Menschen, die einen intelligenten, charakterstarken und fröhlichen Hund suchen, der sie überallhin begleitet. Er ist kein reiner Schoßhund, sondern ein vollwertiger Partner, der gefordert werden möchte. Seine Treue und sein witziges Wesen machen ihn zu einem der charmantesten Begleiter der Hundewelt. Wer einen Corgi besitzt, wird schnell merken: Das Leben wird mit diesem kleinen Waliser definitiv nie langweilig.

Häufige Fragen (FAQ) zum Welsh Corgi Pembroke

Was ist der Unterschied zum Cardigan Corgi?
Der Pembroke ist meist etwas kleiner, hat spitzere Ohren und oft keine oder eine sehr kurze Rute. Der Cardigan hat eine lange, buschige Rute und wirkt insgesamt etwas urtümlicher und kräftiger.

Ist der Corgi ein Anfängerhund?
Ja, sofern der Anfänger bereit ist, konsequent zu sein und dem Hund genügend Beschäftigung bietet. Er ist gelehrig, braucht aber eine klare Führung.

Bellen Corgis viel?
Sie sind wachsam und teilen sich gerne mit. Ohne Erziehung können sie zu kleinen „Kläffern“ werden, was man aber durch Training gut in den Griff bekommt.


Bildergalerie: Welsh Corgi Pembroke

Impressionen des königlichen Hütehundes:

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1 Gedanke zu „Welsh Corgi“

  1. Unser super Hund wird nun 16,5 Jahre, einfach ein klasse Kerl, wir hoffen, daß wir ihn noch viele Tage mit ihm erleben dürfen. Er bekommt auch entsprechend Medikamende, aber wenn er von uns geht, wird er nicht leiden müssen. Sollte es uns möglich sein, wieder einen Corgi zu bekommen, auch über die Corgihilfe, wir sind bereit.

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