Tervueren: Der elegante Allrounder unter den belgischen Schäferhunden

Der Tervueren Belgischer Schäferhund
Kurzinfos & Rassestandard
Der Tervueren ist die langhaarige, rotbraune bis graue Varietät des Belgischen Schäferhundes. Er vereint die Eleganz eines Langhaadhundes mit der unbändigen Arbeitsfreude eines Gebrauchshundes.
- Herkunftsland: Belgien
- FCI-Standard: Gruppe 1.1 (Schäferhunde) / Nr. 15
- Größe: Rüden ca. 62 cm | Hündinnen ca. 58 cm (+4/-2 cm Toleranz)
- Gewicht: Rüden 25-30 kg | Hündinnen 20-25 kg
- Felltyp: Langhaarig, glatt, mit ausgeprägter Mähne und Unterwolle
Geschichte: Von der Brauerei in die Weltspitze
Der Tervueren verdankt seinen Namen dem belgischen Dorf Tervuren bei Brüssel. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Brauereibesitzer M. Corbeels mit der gezielten Zucht langhaariger, falbfarbener Schäferhunde. Die Varietät wurde schnell für ihre Vielseitigkeit geschätzt. Während der schwarze Groenendael oft als edler Begleiter galt, blieb der Tervueren stets ein passionierter Arbeitshund.
Heute ist der Tervueren weltweit verbreitet. Er besetzt die perfekte Nische zwischen dem extrem triebigen Malinois und dem oft etwas ruhigeren Groenendael. In den letzten Jahrzehnten hat er sich besonders im Hundesport einen Namen gemacht, da er die nötige Härte für den Schutzdienst mit einer hohen Sensibilität und Führigkeit verbindet.
Erscheinungsbild: Harmonie aus Kraft und Eleganz
Der Tervueren besticht durch seinen harmonischen Körperbau. Er ist quadratisch gebaut und trägt seinen Kopf stolz und hoch. Sein Blick ist wachsam und intelligent, was durch die dunklen, mandelförmigen Augen unterstrichen wird.
Fellpracht und typische Maske: Das Haarkleid ist das Markenzeichen des Tervueren und erfordert Beachtung:
- Struktur: Das Haar ist lang und glatt, am Kopf und an den Ohren dagegen sehr kurz. Besonders prächtig ist die Mähne am Hals (Krause) sowie die Befederung an den Läufen (Hosen).
- Farbe: Meist rotbraun (falbfarben) bis hin zu Sandfarben oder Grau. Wichtig ist die "Charbonnage" - die schwarzen Haarspitzen, die wie ein dunkler Schleier über dem helleren Grundton liegen.
- Maske: Ein Tervueren muss eine ausgeprägte schwarze Maske besitzen, die idealerweise Ober- und Unterlippen sowie die Augenlider umfasst.
- Wetterfestigkeit: Dank der dichten Unterwolle ist der Tervueren extrem unempfindlich gegenüber Kälte und Nässe.
Wesen: Hochintelligent, sensibel und arbeitswütig

Obwohl sich die vier belgischen Schäferhund-Varietäten im Standard ähneln, gilt der Tervueren oft als der sensibelste Arbeiter im Quartett. Er reagiert extrem fein auf die Körpersprache und die Stimmung seines Besitzers. Er ist lebhaft, immer in Aktion und besitzt ein enormes Reaktionsvermögen.
Sein Schutztrieb ist angeboren; er ist wachsam, ohne dabei unkontrolliert aggressiv zu sein. Fremden gegenüber verhält er sich oft abwartend bis reserviert, taut aber schnell auf, wenn er Vertrauen gefasst hat. In der Familie ist er ein loyaler, fast schon fordernder Partner, der permanent nach Interaktion sucht. Ein Tervueren, der nur im Garten "gehalten" wird, verkümmert seelisch und kann unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln.
Haltung: Nur für Menschen mit Ambitionen
Die Haltung eines Tervueren ist ein Lebensstil. Dieser Hund ist kein Begleiter für gemütliche Couchpotatoes. Er braucht Menschen, die Freude daran haben, täglich mindestens zwei bis drei Stunden aktiv mit dem Hund zu arbeiten.
Eignung für Sport und Alltag: Er ist ein wahrer Alleskönner und findet sich in fast jeder Disziplin zurecht:
- Vielseitigkeitssport (IGP): Hier zeigt er Mut und Präzision.
- Agility: Aufgrund seiner Wendigkeit gehört er oft zur Weltspitze.
- Rettungshunde-Arbeit: Seine Ausdauer und die feine Nase prädestinieren ihn für die Suche.
- Obedience & Trickdogging: Seine Lernfreude macht ihn zum Musterschüler.
Erziehung: Die Kunst der feinen Signale
Einen Tervueren zu erziehen bedeutet, mit einem Partner auf Augenhöhe zu kommunizieren. Er lernt so schnell, dass er oft schon weiß, was sein Besitzer will, bevor dieser es ausspricht. Das birgt jedoch eine Gefahr: Er lernt auch Fehler und Inkonsequenz blitzschnell.
Härte ist bei dieser Rasse völlig fehl am Platz und kann den Hund "brechen". Erfolg hat man mit positiver Bestärkung, Spieltrieb und klarer Struktur. Er muss von klein auf lernen, Ruhe zu bewahren, da Belgier dazu neigen, sich in ihre Arbeit hineinzusteigern (das sogenannte "Hochdrehen"). Eine gute Sozialisierung ist entscheidend, um seine natürliche Wachsamkeit in kontrollierte Bahnen zu lenken.
Gesundheit und Pflege: Robuste Natur
Der Tervueren ist ein gesunder, langlebiger Hund mit einer Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Dennoch sollten Halter folgende Punkte beachten:
- Fellpflege: Trotz der Länge ist das Fell relativ pflegeleicht, da es kaum zur Verfilzung neigt. Einmal wöchentliches gründliches Bürsten reicht meist aus - außer während des Fellwechsels, wenn er sehr viel Unterwolle verliert.
- HD & ED: Hüft- und Ellenbogendysplasie werden durch die Zuchtverbände streng überwacht.
- Epilepsie: In einigen Linien kommt Epilepsie vor; hier ist die Wahl eines seriösen Züchters, der seine Linien kennt, unerlässlich.
- Magen: Wie viele sportliche Hunde sollte er nach dem Fressen eine Ruhepause einlegen (Risiko Magendrehung).
Häufige Fragen (FAQ) zum Tervueren
Ist der Tervueren ein guter Familienhund?
Ja, absolut - vorausgesetzt, die Familie ist sportlich aktiv. Er liebt Kinder und ist ein treuer Spielgefährte, braucht aber klare Regeln.
Was ist der Unterschied zum Groenendael?
Rein optisch die Farbe: Der Groenendael ist rein schwarz, der Tervueren rotbraun/grau gewolkt. Im Wesen gelten Tervueren oft als einen Tick arbeitsfreudiger.
Kann er in einer Wohnung leben?
Ja, wenn er draußen ausreichend ausgelastet wird. In der Wohnung verhält sich ein ausgelasteter Tervueren meist ruhig und unauffällig.
Haart er viel?
Zweimal im Jahr beim Fellwechsel verliert er erhebliche Mengen an Unterwolle. Dazwischen hält sich der Haarverlust bei regelmäßigem Bürsten in Grenzen.
Bildergalerie: Tervueren
Impressionen der belgischen Langhaarschönheiten:










Ich habe meinen Tervueren jetzt bereits acht Jahre und bin nach wie vor total verliebt in meine Hündin!
Ein toller Familienhund, sie beschützt ihr „Rudel“ und kann sich gut allein beschäftigen.
Ein toller Kuschelhund mit dem man sich viel bewegen kann.
Meine Hündin hat schnell viel gelernt und brauchte immer neue Aufgaben, mittlerweile ist sie sehr ruhig und gesellig.
Ich will auch gerne so einen schönen Hund, der inteligent ist.
Du sagst ja er braucht immer neue aufgaben solche Hunde sind ein Traum.