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West Highland White Terrier: Der unerschrockene weiße Schotte

West Highland White Terrier

Der West Highland White Terrier (Westie)

Kurzinfos & Steckbrief

Der West Highland White Terrier, von seinen Fans liebevoll „Westie“ genannt, ist weit mehr als nur ein hübsches Gesicht aus der Werbung. Ursprünglich in den schottischen Highlands für die Jagd auf Füchse und Dachse gezüchtet, steckt in ihm ein unerschrockener und selbstbewusster Jäger. Sein reinweißes, harsches Fell diente dazu, ihn im dunklen Unterholz und zwischen Felsen gut sichtbar zu machen. Heute ist der Westie ein fröhlicher, intelligenter und sehr anpassungsfähiger Familienbegleiter. Er besticht durch sein charmantes Wesen, seine Wachsamkeit und eine große Portion Eigenständigkeit, die eine konsequente, aber liebevolle Erziehung erfordert.

  • Herkunftsland: Großbritannien (Schottland)
  • FCI-Standard: Gruppe 3 (Terrier), Sektion 2 (Niederläufige Terrier) / Nr. 85
  • Größe: Ca. 28 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: 7 bis 10 kg
  • Besonderheit: Doppeltes Haarkleid (harsches Deckhaar & weiche Unterwolle); haart kaum.
  • Charakter: Selbstbewusst, fröhlich, wachsam und sehr mutig.

Geschichte: Vom mutigen Jäger zum Werbestar

Der West Highland White Terrier, kurz „Westie“, stammt aus den schottischen Highlands. Seine Geschichte ist eng mit dem Cairn Terrier verwandt. Früher kamen in den Würfen der dunklen Arbeitsterrier gelegentlich weiße Welpen vor. Diese galten lange Zeit als schwächlich und wurden oft aussortiert. Eine Legende besagt jedoch, dass Colonel Malcolm of Poltalloch bei einer Jagd versehentlich seinen eigenen rötlichen Terrier erschoss, da er ihn mit einem Fuchs verwechselte. Daraufhin beschloss er, nur noch weiße Hunde zu züchten, die im rauen Gelände, zwischen Heidekraut und Felsen, weithin sichtbar waren. So entstand der Westie als spezialisierter Jäger für Füchse, Dachse und Fischotter. In den 1990er Jahren wurde die Rasse durch die Werbung (u.a. für Hundefutter und Spirituosen) zu einem absoluten Modehund, was jedoch leider auch zu gesundheitlichen Problemen durch Massenzucht führte. Ein echter Westie ist jedoch im Herzen bis heute ein Arbeitsterrier geblieben.

Wesen: Ein großes Herz in einem kompakten Körper

Der Westie ist kein klassischer Schoßhund, auch wenn seine Größe das vermuten lässt. Er ist mutig, sehr selbstbewusst und unerschrocken. Sein Terrier-Erbe zeigt sich in seiner lebhaften Art und einer ordentlichen Portion Eigensinn. Er ist wachsam, ohne ein Kläffer zu sein, und meldet Fremde zuverlässig an. In der Familie zeigt er sich als treuer, anhänglicher und sehr freundlicher Begleiter. Er ist fröhlich und für jeden Spaß zu haben. Da er sehr intelligent ist, lernt er schnell, hinterfragt Kommandos aber auch gerne, wenn er keinen Sinn darin sieht. Sein Selbstvertrauen führt dazu, dass er sich auch gegenüber deutlich größeren Hunden oft unbeeindruckt zeigt.

Haltung: Aktivität bei Wind und Wetter

West Highland White Terrier Portrait - Westie

Der West Highland White Terrier (Westie)

Trotz seiner kurzen Beine benötigt der West Highland White Terrier viel Auslauf und Beschäftigung. Er liebt Abwechslung und Action. Eintönige Runden um den Block langweilen ihn schnell. Er ist ein begeisterter Wanderer, dem Wind und Wetter absolut nichts ausmachen - sein dichtes Fell schützt ihn vor fast jeder Witterung. Spiel und Spaß: Westies lieben Ballspiele, Tauziehen und Suchaufgaben. Auch Hundesportarten wie Agility (für kleine Hunde) oder Obedience eignen sich hervorragend, um den aktiven Geist des weißen Schotten auszulasten. Aufgrund seines ursprünglichen Zwecks als Schädlingsvertilger buddelt er zudem leidenschaftlich gerne - ein Umstand, den Gartenbesitzer einplanen sollten.

Erziehung: Konsequenz mit Humor

Wer einen Westie erzieht, braucht Geduld und eine klare Linie. Er ist kein Hund für blinden Gehorsam, sondern ein eigenständiger Denker. Mit positiver Verstärkung und viel Lob erreicht man bei ihm viel. Härte hingegen quittiert er mit sturem Rückzug. Da er einen Jagdtrieb besitzt, sollte der Rückruf von Welpenbeinen an intensiv trainiert werden.

Fellpflege: Trimmen ist Pflicht

Das weiße Fell des Westies ist funktional und doppelt geschichtet: oben hartes, drahtiges Deckhaar und darunter weiche, dichte Unterwolle. Damit die Haut gesund bleibt und das Fell wetterfest bleibt, ist eine spezielle Pflege nötig:
  • Trimmen: Das abgestorbene Haar muss regelmäßig (etwa alle 8 bis 12 Wochen) von Hand ausgezupft werden. Wichtig: Scheren schadet der Textur des Fells; es wird weich, lockig und verliert seine Schutzfunktion gegen Schmutz und Nässe.
  • Bürsten: Mehrmals pro Woche sollte das Fell gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen.
  • Sauberkeit: Weißes Fell verfärbt sich bei Schlamm schnell, lässt sich im trockenen Zustand aber meist leicht ausbürsten.
West Highland White Terrier

Gesundheit und rassetypische Krankheiten

Ein gesunder Westie kann 12 bis 16 Jahre alt werden. Dennoch gibt es einige Erkrankungen, die bei dieser Rasse gehäuft auftreten:
  • Allergien: Westies neigen zu Hautproblemen und Futtermittelallergien.
  • Cranio-mandibuläre Osteopathie (CMO): Eine schmerzhafte Knochenwucherung am Kiefer bei Welpen (meist selbstlimitierend bis zum Ende des Wachstums).
  • Patellaluxation: Die Kniescheibe kann bei kleinen Rassen instabil sein.
  • Kiefermissbildungen: Treten gelegentlich auf und beeinträchtigen die Gebissstellung.
Kaufen Sie daher unbedingt bei einem seriösen Züchter, der Wert auf gesundheitliche Vorsorge legt.

Häufige Fragen (FAQ) zum Westie

Ist der Westie für Anfänger geeignet? Ja, wenn man bereit ist, sich mit dem Terrier-Dickkopf auseinanderzusetzen. Er verzeiht Erziehungsfehler, braucht aber eine konsequente Hand. Haart ein West Highland White Terrier? Wenn er regelmäßig fachgerecht getrimmt wird, haart er fast gar nicht. Das macht ihn für viele Haushalte sehr attraktiv. Verträgt er sich mit Katzen? Bei einer frühen Gewöhnung klappt das meist gut. Dennoch sollte man im Kopf behalten, dass er ein Jagdhund ist - fremde Katzen im Garten werden konsequent vertrieben. Ist er als Familienhund geeignet? Absolut. Er ist robust und spielfreudig. Man sollte Kindern jedoch beibringen, dass auch ein kleiner Hund seine Ruhephasen braucht.

Bildergalerie: West Highland White Terrier

Entdecken Sie den charmanten Blick des weißen Wirbelwinds:

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