Geschichte und Herkunft: Vom Viehtrieb in Lancashire zur seltenen Rasse
Die Geschichte des Lancashire Heelers reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. In der Grafschaft Lancashire kreuzten Bauern einheimische Hütehunde mit kleineren Terriern oder Welsh Corgis, um einen kompakten, wendigen Treiber für Rinder und Ponys zu schaffen. Der Hund sollte tief am Boden arbeiten, die Fersen der Tiere kneifen und sie so in Bewegung halten – daher der Name „Heeler“.
Nachdem die Rasse in den 1960er Jahren fast ausgestorben war, wurde sie durch engagierte Züchter gerettet. Heute gehört der Lancashire Heeler zu den seltenen britischen Hütehunderassen und erfreut sich wachsender Beliebtheit als charmanter, intelligenter Begleiter.
Wesen und Charakter: Klein, aber mit großem Selbstbewusstsein
Der Lancashire Heeler ist ein echtes Kraftpaket auf vier Pfoten. Mutig, aufmerksam und mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt ausgestattet, meldet er Fremde sofort an – ohne dabei übermäßig kläffig zu sein. Gegenüber seiner Familie zeigt er sich anhänglich, verspielt und sehr menschenbezogen.
Seine Intelligenz und sein starker Arbeitswille verlangen nach klarer Führung und sinnvoller Beschäftigung. Ohne Aufgabe kann der kleine Racker schnell auf Ideen kommen, die dem Haushalt weniger gefallen. Mit konsequenter, positiver Erziehung entwickelt er sich jedoch zu einem äußerst angenehmen und treuen Partner.
Fellfarben & Pflege: Pflegeleicht mit markantem Look
Das Fell des Lancashire Heelers ist kurz, dicht und wetterfest – ideal für den ursprünglichen Arbeitseinsatz. Es haart mäßig und lässt sich mit gelegentlichem Bürsten leicht in Schuss halten.
Die anerkannten Farbschläge sind:
- Schwarz mit Loh (Black and Tan): Klassische Kombination mit klaren, lohfarbenen Abzeichen.
- Leberbraun mit Loh (Liver and Tan): Seltener, aber ebenso edel wirkend.
Weiße Abzeichen an Brust, Pfoten oder als schmale Blässe sind erlaubt und typisch für die Rasse. Auffällige Scheckung oder andere Farben gelten als fehlerhaft.
Haltung & Auslastung: Bewegung und Kopfarbeit statt Dauerliegen
Trotz seiner geringen Größe ist der Lancashire Heeler kein Schoßhund. Er braucht täglich anspruchsvolle Bewegung und geistige Herausforderung. Agility, Hoopers, Dummyarbeit oder kleine Hüteübungen liegen ihm besonders. Auch als Begleiter beim Joggen, Fahrradfahren oder auf langen Wanderungen fühlt er sich wohl.
Geistige Beschäftigung ist essenziell: Suchspiele, Intelligenzspielzeug und Gehorsamsübungen halten seinen wachen Kopf zufrieden. Er eignet sich gut für:
- Agility und Dog-Dance: Wendigkeit und Lernfreude kommen voll zur Geltung.
- Mantrailing / Fährtenarbeit: Die gute Nase wird gefordert.
- Canicross: Perfekt für sportliche Halter.
Zwingerhaltung kommt für diesen menschenbezogenen Hund nicht infrage – er möchte mittendrin im Familienleben sein.
Erziehung: Schnell von Begriff, aber konsequent führen

Die Farben des Lancashire Heeler
Dank seiner hohen Intelligenz und Lernbereitschaft ist der Lancashire Heeler relativ leicht zu erziehen. Er liebt es, Aufgaben zu lösen und gelobt zu werden. Dennoch braucht er eine klare, konsequente Bezugsperson – kleine Hunde mit starkem Charakter testen gerne Grenzen aus.
Frühzeitige Sozialisierung ist wichtig, damit aus der angeborenen Wachsamkeit kein übertriebenes Bellen oder Misstrauen wird. Mit positiver Verstärkung entwickelt er sich zu einem aufmerksamen und gehorsamen Begleiter.
Gesundheit: Robust, aber mit typischen Kleinrassenthemen
Der Lancashire Heeler gilt insgesamt als robuste und langlebige Rasse. Seriöse Züchter untersuchen ihre Tiere auf:
- Primäre Linsenluxation (PLL): Erbkrankheit der Augen.
- Persistierende Pupillarmembran (PPM): Augenanomalie.
- Patellaluxation: Kniescheibenprobleme, die bei kleinen Rassen häufiger vorkommen.
- Collie Eye Anomaly (CEA): Seltener, aber möglich.
Bei guter Ernährung, angemessener Bewegung und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen erreichen viele Heelers ein hohes Alter von 14 bis 16 Jahren.
Häufige Fragen (FAQ) zum Lancashire Heeler
Ist der Lancashire Heeler für Anfänger geeignet?
Bedingt – intelligente, aktive Anfänger mit Konsequenz und Zeit für Beschäftigung kommen gut mit ihm zurecht.
Wie viel Bewegung braucht ein Lancashire Heeler?
Mindestens 1,5–2 Stunden gezielte Aktivität täglich plus geistige Auslastung.
Verträgt sich der Lancashire Heeler mit Kindern?
Ja, bei respektvollem Umgang ist er meist freundlich und geduldig zu Kindern.
Wann ist ein Lancashire Heeler ausgewachsen?
Körperlich mit etwa 10–12 Monaten, geistig oft erst mit 2–3 Jahren.
Lancashire Heeler Bildergalerie
Sehen Sie hier wunderschöne Aufnahmen von schwarzen und leberfarbenen Lancashire Heelern in Aktion:










