Affenpinscher: Der charmante „Kobold“ unter den Hunden
Geschichte und Herkunft: Vom Stall in den Salon
Der Affenpinscher gehört zu den ältesten, fast unverändert erhaltenen Hunderassen Deutschlands. Seine Wurzeln reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück, wo er auf Holzschnitten von Albrecht Dürer verewigt wurde. Ursprünglich war dieser kleine, drahtige Hund kein Luxusgeschöpf, sondern ein harter Arbeiter: Er wurde in Ställen und Speichern zur Jagd auf Ratten und Mäuse eingesetzt.
Aufgrund seines drolligen Aussehens und seines mutigen, aber charmanten Wesens schaffte er im 19. Jahrhundert den Sprung vom Stallhund zum beliebten Begleiter feiner Damen. Während es früher auch gelbliche, rötliche oder graue Varianten gab, festigte sich im Laufe der Zucht das reine Schwarz als Standardfarbe. Heute ist der Affenpinscher eine eher seltene Rasse, die von Liebhabern weltweit für ihre Unverwechselbarkeit geschätzt wird.
Erscheinungsbild: Warum er „Affenpinscher“ heißt
Seinen Namen verdankt die Rasse dem einzigartigen Gesichtsausdruck. Das Kopfhaar ist besonders hart und strähnig. Es steht radial (strahlenförmig) ab und bildet zusammen mit den buschigen Brauen, dem stattlichen Bart und der Backenbehaarung eine Rahmung, die frappierend an ein Affengesicht erinnert.
Sein Körperbau ist kompakt und quadratisch, das Fell rau, hart und dicht. Ein weiteres Merkmal ist die leicht verkürzte Schnauze mit dem typischen Vorbiss, der jedoch so gestaltet sein muss, dass die Zähne bei geschlossenem Fang nicht sichtbar sind. Sein Gang ist flüssig und selbstbewusst - er weiß genau, dass er ein großer Hund im kleinen Körper ist.
Wesen: Mutig, loyal und ein bisschen frech

Der Affenpinscher
Das Wesen des Affenpinschers lässt sich am besten mit „leidenschaftlich“ beschreiben. Er ist unerschrocken und mutig - Eigenschaften, die er sich aus seiner Zeit als Rattenjäger bewahrt hat. Er zögert nicht, auch deutlich größeren Hunden die Stirn zu bieten, was ihm den Beinamen „diablotin moustachu“ (bärtiger kleiner Teufel) in Frankreich einbrachte.
Seinen Bezugspersonen gegenüber ist er jedoch das genaue Gegenteil: sanft, überaus verspielt und extrem anhänglich. Er genießt den engen körperlichen Kontakt und ist am liebsten immer dabei. Er gilt als sehr wachsam und meldet ungewöhnliche Geräusche sofort, ist dabei aber kein nervöser Kläffer. Seine Intelligenz und Neugier machen ihn zu einem tollen Partner, der gerne Tricks lernt und seine Familie unterhält.
Haltung: Ein anpassungsfähiger Abenteurer
Der Affenpinscher ist ein Paradebeispiel für einen anpassungsfähigen Begleiter. Er fühlt sich in einer Stadtwohnung genauso wohl wie in einem Haus mit Garten, solange er geistig und körperlich ausgelastet wird. Er ist kein Hund, der nur auf dem Sofa liegen möchte - er liebt Spaziergänge und Erkundungstouren.
Bewegungsdrang: Obwohl er klein ist, besitzt er eine beachtliche Ausdauer. Er begleitet seine Menschen gerne auf Wanderungen oder beim moderaten Joggen. Auch für Hundesportarten wie Agility oder Obedience ist er aufgrund seiner Wendigkeit und schnellen Auffassungsgabe gut geeignet.
Erziehung: Konsequenz mit Herz
Affenpinscher sind klug, können aber auch einen gewissen Eigensinn an den Tag legen. Sie brauchen eine konsequente, aber liebevolle Führung. Auf grobe Behandlung reagieren sie mit Sturheit. Wer die Erziehung jedoch spielerisch und mit viel positiver Verstärkung gestaltet, wird einen sehr gelehrigen Hund an seiner Seite haben.
Besonders wichtig ist eine frühe Sozialisierung, damit sein Mut gegenüber anderen Hunden nicht in Übermut umschlägt. Er lernt schnell, Regeln zu akzeptieren, testet diese aber gelegentlich mit seinem spitzbübischen Charme aus.
Fellpflege: Trimmen für das Affengesicht
Das raue Haar des Affenpinschers ist pflegeleicht, benötigt aber regelmäßige Aufmerksamkeit, um seine Struktur zu behalten:
- Bürsten: Das Fell sollte zwei- bis dreimal pro Woche gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen.
- Trimmen: Etwa zweimal im Jahr muss das Fell fachgerecht getrimmt (gezupft) werden. Dabei wird abgestorbenes Haar entfernt, damit neues, hartes Haar nachwachsen kann. Scheren sollte man vermeiden, da das Fell sonst weich und glanzlos wird.
- Augen und Bart: Da der Affenpinscher viel Gesichtsschmuck trägt, sollten die Augen regelmäßig kontrolliert und der Bart nach dem Fressen gesäubert werden.
Gesundheit: Robust und langlebig
Der Affenpinscher gilt als robuste und langlebige Rasse. Viele Exemplare erreichen problemlos ein Alter von 14 bis 15 Jahren. Dennoch gibt es rassetypische Aspekte, die beachtet werden sollten:
- Patellaluxation: Wie bei vielen kleinen Rassen kann die Kniescheibe instabil sein.
- Atemwege: Aufgrund der kurzen Schnauze kann es bei extremer Hitze oder Überanstrengung zu Kurzatmigkeit kommen.
- Augenerkrankungen: Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind ratsam, da die Augen durch das Kopfhaar gereizt werden könnten.
Häufige Fragen (FAQ) zum Affenpinscher
Ist der Affenpinscher für Allergiker geeignet?
Da er getrimmt wird und wenig Haare verliert, wird er von manchen Allergikern gut vertragen. Eine Garantie gibt es jedoch nicht; ein vorheriger Test ist ratsam.
Verträgt er sich mit Kindern?
Ja, er ist ein toller Spielkamerad für ältere Kinder, die respektvoll mit ihm umgehen. Für Kleinkinder ist er aufgrund seiner geringen Größe und seines manchmal impulsiven Wesens nur bedingt geeignet.
Ist der Affenpinscher schwer zu finden?
Ja, die Welpenzahlen sind im Vergleich zu anderen Rassen gering. Wer einen Affenpinscher möchte, muss oft mit Wartezeiten bei seriösen Züchtern rechnen.
Bellf er viel?
Er ist ein aufmerksamer Wächter. Er meldet Besucher, beruhigt sich aber schnell wieder, wenn die Situation geklärt ist.
Bildergalerie: Affenpinscher
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Wir haben eine Affenpinscher – Hündin und sind total begeistert von dieser Rasse. Sie kann lange und flott mit uns wandern, ist gelehrig, folgsam, verträgt sich super mit den Katern und bleibt auch mal allein und wartet ohne Jaulen oder Kläffen. Sie ist unkompliziert und fährt gut im Auto mit und ist bisher in jeder Situation instinktsicher gewesen. Ein toller Hund, super zum Empfehlen !