Beauceron: Der imposante „Bas-Rouge“ aus Frankreich
Geschichte: Ein Erbe der französischen Ebenen
Der Beauceron, auch bekannt als Berger de Beauce (Schäferhund aus der Beauce) oder Bas-Rouge (Rotstrumpf), ist ein Urgestein der französischen Hütehunde. Bereits im späten 16. Jahrhundert wurden Hunde dieses Typs beschrieben. In den weiten Ebenen rund um Paris (der Region Beauce) war er ein unentbehrlicher Helfer: Tagsüber trieb er riesige Schafherden und nachts bewachte er den Hof gegen Wölfe und Diebe.
Interessant ist die enge Verwandtschaft zum langhaarigen Briard. Im Jahr 1896 trennte ein Gremium die französischen Schäferhunde offiziell in zwei Rassen: den kurzhaarigen Beauceron und den langhaarigen Briard. Der Beauceron wurde aufgrund seiner Unerschrockenheit und Zuverlässigkeit in beiden Weltkriegen als Melde- und Minensuchhund eingesetzt. In Frankreich wird er aufgrund seines edlen, aber rustikalen Auftretens oft ehrfurchtsvoll als „Gentilhomme de la Beauce“ (Edelmann aus der Beauce) bezeichnet.
Erscheinungsbild: Kraftvolle Eleganz und die „Roten Strümpfe“
Der Beauceron ist ein imposanter, großer und athletischer Hund. Sein Körperbau ist harmonisch und muskulös, ohne dabei massig zu wirken. Er strahlt eine natürliche Autorität aus. Sein Fell ist sehr markant: Es ist kräftig, kurz, dick und liegt fest an, ergänzt durch eine feine, graue Unterwolle, die ihn extrem wetterfest macht.
Die Farbschläge:
- Schwarz mit Brand (Bas-Rouge): Tiefschwarzes Fell mit lohfarbenen Abzeichen an den Läufen (daher der Name „Rotstrumpf“), am Fang und über den Augen.
- Harlekin (Merle): Ein grau-blau geflecktes Fell mit lohfarbenen Abzeichen. Diese Variante ist seltener, aber offiziell anerkannt.
Das Markenzeichen: Die Doppelkrallen
Genau wie sein Cousin, der Briard, muss ein reinrassiger Beauceron an den Hinterläufen doppelte Afterkrallen besitzen. In der Vergangenheit halfen diese dem Hund, sich im Kampf mit Raubtieren oder in schwierigem Gelände besser abzustützen. Heute sind sie ein unverzichtbares Rassemerkmal im Standard.

Wesen: Ein stolzer Geist mit tiefer Loyalität
Der Beauceron ist ein Hund mit starker Persönlichkeit. Er gilt als äußerst selbstbewusst, mutig und eigenständig. Diese Eigenständigkeit war früher überlebenswichtig, da er oft ohne direkte Anweisung des Schäfers Entscheidungen an der Herde treffen musste. Er ist intelligent und lernt sehr schnell, besitzt aber eine natürliche Skepsis gegenüber Fremden.
Innerhalb seiner Familie ist er ein absolut treuer Ergebener. Er baut eine sehr tiefe Bindung zu seinen Bezugspersonen auf und sieht es als seine wichtigste Aufgabe an, über sein „Rudel“ zu wachen. Sein Schutztrieb ist angeboren und muss nicht gefördert werden - vielmehr ist es wichtig, diesen Instinkt durch gute Erziehung in kontrollierte Bahnen zu lenken.
Haltung: Platz, Arbeit und Natur
Der Beauceron ist kein Wohnungshund. Er liebt das Leben im Freien und braucht viel Platz, um sich zu bewegen. Ein Haus mit einem großen, sicher eingezäunten Garten ist ideal. Wer in der Stadt lebt und dem Beauceron nicht mehrmals täglich intensive Beschäftigung bieten kann, wird seinem Wesen nicht gerecht.
Anforderungen an den Halter:
- Auslastung: Ein einfacher Spaziergang reicht ihm nicht. Er braucht „echte“ Aufgaben.
- Sport: Er ist ein Allrounder im Hundesport (VPG, Agility, Obedience, Fährtenarbeit).
- Konsequenz: Der Beauceron testet seine Grenzen aus. Er braucht eine ruhige, aber glasklare Führung ohne Härte.
- Sozialisierung: Um seine Reserviertheit gegenüber Fremden und Artgenossen zu kontrollieren, ist eine frühe Gewöhnung an verschiedene Umweltreize essenziell.
Erziehung: Nichts für Anfänger

Der Beauceron wird oft als „Spätentwickler“ bezeichnet; er gilt erst mit etwa drei Jahren als psychisch voll ausgereift. In der Erziehung braucht man Geduld und eine souveräne Ausstrahlung. Da er ein sehr feines Gespür für die Stimmung seines Halters hat, reagiert er sensibel auf Ungerechtigkeit. Er ist ein Partner, den man sich verdienen muss. Für Menschen, die zum ersten Mal einen Hund halten, ist diese Rasse aufgrund ihrer körperlichen Kraft und ihres starken Willens in der Regel nicht zu empfehlen.
Gesundheit: Robustheit durch Nutzhund-Erbe
Der Beauceron gehört zu den gesündesten Großrassen, da bei der Zucht über Jahrhunderte die Belastbarkeit im Vordergrund stand. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 10 bis 12 Jahren.
- HD/ED: Wie bei allen großen Rassen wird in der Zucht streng auf Hüft- und Ellbogengesundheit geachtet.
- Magendrehung: Aufgrund des tiefen Brustkorbs sollte auf Ruhephasen nach dem Fressen geachtet werden.
- Herzprobleme: Gelegentlich treten Fälle von DCM (Dilatative Kardiomyopathie) auf; gute Züchter lassen ihre Hunde schallen.
Häufige Fragen (FAQ) zum Beauceron
Ist der Beauceron ein Familienhund?
Ja, er ist extrem loyal und kinderlieb innerhalb seiner Familie. Aufgrund seiner Größe und seines Schutztriebs sollte er jedoch immer beaufsichtigt werden, wenn fremde Kinder zu Besuch sind.
Warum hat er Doppelkrallen?
Dies ist ein historisches Erbe. In Frankreich galten Hunde ohne Doppelkrallen früher als nicht „reinrassig“ oder nicht arbeitsfähig genug.
Haart der Beauceron viel?
Er haart mäßig, im Fellwechsel zweimal im Jahr jedoch sehr intensiv. Die Pflege des kurzen Fells ist ansonsten mit gelegentlichem Bürsten sehr unkompliziert.
Was ist der Unterschied zum Dobermann?
Obwohl sie sich farblich ähneln, ist der Beauceron rustikaler, schwerer gebaut und vom Wesen her eher ein Hütehund, während der Dobermann als klassischer Schutzhund gezüchtet wurde.
Bildergalerie: Beauceron
Impressionen des kräftigen französischen Schäferhundes:
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Hallo ich bin die Kira,
mein neues Herrchen wusste garnicht das es meine Rasse gibt?
Auf mich treffen die oben genannten Merkmale voll zu,er hat mich vor 3 Jahren aus dem doofen Tierheim befreit .
Ich habe noch einen lebhaften Mitbewohner einen deutschen Boxer mein Ziehsohn wir verstehen so weit geht gut.
Gruss Kira